Galilei der Ingenieur

  • Wissenschaftshistorische Seminare
  • Halle (Saale)
Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Dr. Matteo Valleriani
  • Datum
  • Ort Halle (Saale)

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Die frühneuzeitliche Wissenschaft ist von zwei relevanten Transformationsprozessen gekennzeichnet: Zum einen wird die mechanische Kunst zunehmend mathematisiert. Zum anderen wächst der Anspruch der Mechanik als Wissenschaft, Naturphänomene erklären zu können, sodass das Wissen, die Methode und die Resultate der naturphilosophischen Untersuchungen der Zeit sich zunehmend verändern. In diesem Rahmen wird die wissenschaftliche, aber auch die soziale Leistung Galileis gelesen. Eine Leistung, die einen Bogen spannt von seinen Aktivitäten als Praktiker in der Mechanik bis hin zur Formulierung der neuen Wissenschaften 1638 in den „Discorsi“. Zunächst soll ein besonderer Fokus auf die praktischen Arbeiten Galileis gelegt werden. Im Speziellen wird hier gezeigt, welche praktischen Aktivitäten Galilei ausübte, mit welchen Methoden er arbeitete und welche Resultate er damit erzielte. Ebenso wird untersucht, an welchem praktischen Wissen er im Allgemeinen teilhatte. Dank dieser Untersuchungen kann letztlich festgestellt werden, ob Galilei sich mit seinem Werk auch als Ingenieur, insbesondere als militärischer Ingenieur, profilieren konnte. Zudem wird das Thema der Wechselwirkungen zwischen praktischem und theoretischem Wissen vertieft und am Beispiel von Galilei erläutert. Hier kann gezeigt werden, wie Galileis Festigkeitslehre, die erste der zwei neuen Wissenschaften, im praktischen Wissen der venezianischen Schiffbauer begründet ist, und wie jene durch die Wechselwirkung zwischen diesem Wissen und dem theoretischen Apparatus, der in der Mechanik Aristoteles‘ kodifiziert war, entstanden ist. Allgemein betrachtet, ist die Entwicklung von Galileis Wissenschaft ein paradigmatischer Fall, um die Entwicklung der Wissenschaften in der Frühen Neuzeit tout court zu verstehen. Insbesondere aufgrund der Analyse der sozialen Milieus Galileis wird schließlich diskutiert, wie das Wissensnetzwerk der Zeit funktioniert hat. Es laden Sie herzlich ein: Prof. Dr. Rainer Godel, Leopodlina-Mitglied Prof. Dr. Dieter Hoffmann und Prof. Dr. Florian Steger.

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Godel
E-Mail: rainer.godel(at)leopoldina.org
Tel.: 0345 / 47 239 -115

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