Molekularer Mechanismus der frühen Embryonalentwicklung beim Frosch

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Prof. Dr. Christof Niehrs, Heidelberg
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Das Phänomen der embryonalen Entwicklung hat traditionell einen zentralen Platz in der Biologie eingenommen. Einen wichtigen Ausgangspunkt nahm die Entwicklungsbiologie der Wirbeltiere in den Arbeiten Hans Spemanns und seiner Kollegen, dessen grundlegende Erkenntnisse zur embryonalen Achsenentwicklung für uns bis heute Gültigkeit haben und die wir nun beginnen, molekular zu verstehen. Er entdeckte bei seinen Arbeiten vor 80 Jahren die Region im Keim, die für die Ausbildung des Kopfes verantwortlich ist, doch der Mechanismus und die zugrunde liegenden Gene blieben seither unklar. In diesem Zusammenhang entdeckte er das Dickkopf-Gen, das in der Kopfbildung eine wichtige Rolle spielt. Aktiviert man das Dickkopf-Gen künstlich, kann es zusätzliche Köpfe in Kaulquappen wachsen lassen. Inaktiviert man hingegen das Dickkopf-Gen in der Maus so fehlt den Mäuseembryos der Kopf. Man vermutet, dass das Dickkopf-Gen analog beim Menschen eine entsprechende Rolle spielt, denn der Grundbauplan aller Wirbeltiere ist sehr ähnlich, ob es sich dabei nun um Frosch, Maus oder Mensch handelt. Die Bedeutung des Dickkopf-Gens für die Krebsforschung resultiert vorrangig aus einer Eigenschaft: Es gehört zur Gruppe der Entwicklungs-Kontrollgene, also der Gene, die den Ablauf des Zellwachstums und der Zelldifferenzierung steuern und regulieren.

Christof Niehrs: Biochemie-Studium an der Freien Universität Berlin, Promotion zum Dr. rer. nat. (Fakultät für Biologie, 1990), Postdoktorand an der University of California, Los Angeles, USA (1990-1993), seit 1994 Leiter der Abteilung Molekulare Embryologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, Habilitation an der Fakultät für Biologie (1997), seit 2000 Lehrstuhl (C4) für Molekulare Embryologie am DKFZ Heidelberg. Ehrungen und Preise: Freudenbergpreis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (1999), Ernennung zum EMBO-Mitglied (1999), Biologiepreis der Göttinger Akademie der Wissenschaften (1999), EMBO Gold Medal Award (2000), Otto-Mangold-Preis der Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (2001), Landesforschungspreis Baden-Württemberg (2002), Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG (2003). Seine Forschungsziele sind die Aufklärung der molekularen Mechanismen der Embryonalentwicklung beim Wirbeltier. Im Jahr 2002 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Christof Niehrs zum Mitglied (Sektion Humangenetik und Molekulare Medizin).

Kontaktadresse: Prof. Dr. Christof Niehrs, Deutsches Krebsforschungszentrum, Abt. Molekulare Embryologie/A050, Im Neuenheimer Feld 280, D-69120 Heidelberg

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