Vorhofflimmern - eine häufige Rhythmusstörung aus phamakologischer Sicht.

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Prof. Dr. Ursula Ravens, Dresden
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Ein ganzes Menschenleben lang schlägt ein gesundes Herz regelmäßig und pumpt Blut durch den Körper. Voraussetzung hierfür sind bioelektrische Vorgänge. Eine geordnete Erregungswelle breitet sich von einem elektrischen Impulsgeber, dem Sinusknoten, über die Vorhöfe auf die Herzkammern aus und führt zu einer koordinierten Kontraktion aller Herzabschnitte. Eine der häufigsten Rhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern. Es betrifft vorwiegend ältere Menschen mit zusätzlichen Erkrankungen wie hohem Blutdruck, Herzklappenfehlern, Herzschwäche oder Diabetes. Statt einer geordneten elektrischen Erregungswelle über die Herzvorhöfe zu den Herzkammern treten anscheinend völlig chaotisch viele kleine Erregungswellen gleichzeitig auf und verhindern, dass die Vorhöfe sich koordiniert zusammenziehen. Als Folge können sich Blutgerinnsel an der Vorhofwand bilden, die abreißen und einen Schlaganfall auslösen können. Das hohe Schlaganfallrisiko für Patienten mit Vorhofflimmern macht eine lebenslange Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten notwendig. Diese Therapie ist aber nicht ungefährlich und so wird nach Medikamenten für die Normalisierung des Vorhofrhythmus gesucht, die eine Gerinnungshemmung überflüssig machen. Obwohl wir heute viel darüber wissen, mit welchem Teufelskreis sich einmal aufgetretenes Vorhofflimmern immer weiter selbst unterhält, kennen wir noch immer nicht das Mittel zur Durchbrechung und anhaltenden Unterdrückung von Vorhofflimmern, aber eine Reihe neuer Entwicklungen weist vielversprechende Behandlungswege auf.

Ursula Ravens: Studium der Humanmedizin in Freiburg und Wien, Promotion in Freiburg (1969), Approbation als Ärztin (1970), Fachärztin für Pharmakologie (1977), Habilitation und Lehrbefugnis für das Fach Pharmakologie (1979), Professorin (C3) für Herz- und Kreislaufpharmakologie an der Universität - Gesamthochschule Essen (1985-1997), Professorin (C4) für Pharmakologie und Direktorin des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie an der Technischen Universität Dresden (seit 1997). Forschungsschwerpunkte: Kardiale zelluläre Elektrophysiologie; inotroper Wirkmechanismus verschiedener Substanzen; α1-Adrenorrezeptor-Agonisten; Antiarrhythmika. Im Jahr 2001 wählte die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina Ursula Ravens zum Mitglied (Sektion Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie).

Kontaktadresse: Prof. Dr. Ursula Ravens, Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät C. G. Carus, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Fetscherstr. 74, 01307 Dresden

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