Andreas Elias Büchner (✝︎)

VI. Präsident der Leopoldina (1735-1769)

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  • Ort Halle (Saale), Deutschland
  • Wahljahr 1726

Forschung

Andreas Elias Büchner war ein deutscher Mediziner und Naturforscher. Er verfasste mehrere Bücher über Arzneimittellehre und Physiologie. Büchner war Anhänger des Mediziners Friedrich Hoffmann, dem Erfinder der Hoffmannstropfen. 1735 wurde er zum VI. Präsident der Leopoldina gewählt. Unter seiner Führung prosperierte die Akademie und wurde 1745 erstmals in Halle ansässig. Mit seiner Arbeit schuf Büchner die Voraussetzungen für das Wachstum der zur Akademie gehörenden Bibliothek.

Andreas Elias Büchner wurde am 9. April 1701 als Sohn eines Hospitalpfarrers und Gymnasialinspektors in Erfurt geboren. Er besuchte die Augustinerschule und das evangelische Ratsgymnasium in seiner Geburtsstadt.

Andreas Elias Büchner war seit 6. November 1729 mit Cordula Maria Verpoorten verheiratet. Das Paar hatte keine Kinder. Er starb am 29. Juli 1769 in Halle.

Andreas Elias Büchner begann 1716 in Leipzig ein Studium der Medizin. Anfang des Jahres 1720 wechselte er an die Erfurter Universität, kurze Zeit später an die Universität Halle. 1722 wurde er in Erfurt zum Doktor der Medizin promoviert und erhielt 1724 die Würde eines Magisters der Philosophischen Fakultät.

Ab 1726 arbeitete Büchner als Landphysicus in Groß-Rudolstadt. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit lernte er den damaligen Leopoldina-Präsidenten Lucas Schroeck kennen, der ihn am 22. August 1726 in die Akademie aufnahm. Büchner erhielt den Beinamen (Cognomen) Baccius I und wurde bereits 1732 Adjunkt. Ab 1733 zeichnete er als Director Ephemeridum für die Schriften der Akademie verantwortlich.

Bereits 1729 erhielt Büchner eine außerordentliche Professur für Medizin an der Erfurter Universität. 1735 wurde er zum kaiserlichen Leibmedicus und außerdem zum Edlen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation ernannt. Zwei Jahre später konnte er in Erfurt auf eine ordentliche Professur für Chemie aufsteigen. Am 6. April 1745 folgte Büchner dem Ruf auf eine ordentliche Professur für Medizin an der Universität Halle. Außerdem erhielt er dort die Professur für Physik, die zu jener Zeit an der Philosophischen Fakultät angesiedelt war. Daneben bildete er in Halle den Mittelpunkt eines Kreises junger Naturforscher. Er verfasste mehrere Bücher über Physiologie, Pathologie, Therapie und Arzneimittellehre und hielt regelmäßig naturhistorische Vorlesungen.

Parallel praktizierte Andreas Elias Büchner in Halle als Arzt. Aufgrund seiner großen Verdienste in diesem Tätigkeitsfeld wurde er zum preußischen Geheimen Medizinalrat ernannt. Büchner wurde an der Universität Halle insgesamt dreimal zum Prorektor gewählt, und zwar in den akademischen Jahren 1745/46, 1758/59 sowie 1767/68.

In dieser Zeit war Büchner auch Anhänger des halleschen Arztes und Medizinprofessors Friedrich Hoffmann, dem zu jener Zeit populären Erfinder der Hoffmannstropfen, und dessen „mechanischer Arzneygelahrtheit“.

Andreas Elias Büchner wurde 1735 als Nachfolger von Johann Jakob Baier zum VI. Präsidenten der Leopoldina gewählt und gab sich den Beinamen (Cognomen) Bacchius. Die Akademie holte er zunächst in seine Heimatstadt Erfurt.

Dort gelang es ihm, das alte Bibliotheksgebäude des einstigen Augustiner-Eremitenklosters vom Magistrat der Stadt zu übernehmen. Durch diese Erwerbung konnte fortan die Buch- und Naturaliensammlung der Leopoldina zu günstigen Konditionen untergebracht werden. So schuf Büchner die Voraussetzungen für ein schnelles Anwachsen der Bibliothek. Die Akademie verdankt ihm jedoch nicht nur eine wesentliche Erweiterung ihrer Bibliotheksbestände, sondern ebenso die Erstellung von Bibliothekskatalogen. Als Büchner 1744 einen Ruf an die Universität Halle erhielt, zog auch die Akademie mit ihm erstmals in die Saalestadt um. Die Bibliothek verblieb jedoch bis 1805 im einstigen Augustiner-Kloster.

Während seiner Präsidentschaft führte Büchner einen intensiven brieflichen Austausch mit dem Nürnberger Arzt und Naturforscher Christoph Jacob Trew, der seit 1744 als Director Ephemeridum der Leopldina fungierte. Dieser Briefwechsel gewährt bis heute tiefe Einblicke in das Innenleben der Akademie jener Jahre.

Büchners wissenschaftshistorischen Fähigkeiten verdankt die Akademie überdies die erste Abhandlung über ihre Geschichte. Diese verfasste er 1755 in lateinischer Sprache. Das Werk unter dem Titel „Acamdemia Sacri Romani Imperii Leopoldino-Carolinae Naturae Curiosoum Historia Conscripta Ab Eiusdem Praeside Andrea Elia Büchnero“ war zugleich eine Art Resümee des ersten Jahrhunderts der Leopoldina.

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