Prof. Dr. Georg Balthasar Metzger (✝︎)

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  • Wahljahr 1652

Forschung

Georg Balthasar Metzger war ein deutscher Mediziner, Naturwissenschaftler und Hochschullehrer. Er ist einer der Mitbegründer der Academia Naturae Curiosorum in Schweinfurt, aus der später die Akademie der Naturforscher Leopoldina hervorging. Metzger war außerdem Leiter des Botanischen Gartens der Universität Tübingen.

Georg Balthasar Metzger wurde am 23. September 1623 als Sohn eines Chirurgen in Schweinfurt geboren. Sein Großvater war als zugewanderter Glaubensexulant nach Schweinfurt gekommen. Der Familie gelang ein recht moderater Aufstieg in der Stadtgesellschaft, bereits Metzgers Vater war als Mitglied im Inneren Rat der Stadt Schweinfurt.
Metzger war mit Katharina Margarete Küffner, der Tochter des Schweinfurter Superintendenten Johann Küffner, verheiratet. Georg Balthasar Metzger

Georg Balthasar Metzger studierte von 1643 bis 1651 Medizin an den Universitäten in Altdorf bei Nürnberg, Jena, Helmstedt, Leipzig, Padua und Basel. 1644 promovierte er zunächst in Jena. Später wechselte er nach Padua, der seinerzeit berühmtesten medizinischen Fakultät Europas. Hier befasste er sich vorrangig mit Chirurgie und Anatomie. Die Bildungsreise durch Italien und/oder Westeuropa war zu jener Zeit wesentlicher Bestandteil der medizinischen Gelehrtenausbildung. Sie führte Metzger auf seiner Route von Venedig bis Neapel. Auf der Rückreise nach Schweinfurt erwarb er einen weiteren Abschluss: Im Oktober 1650 promovierte er in Basel zum Doktor der Medizin. Anschließend war Metzger als praktischer Arzt in Schweinfurt tätig.

Am 1. Januar 1652 gründete Georg Balthasar Metzger in Schweinfurt gemeinsam mit den Ärzten Johann Laurentius Bausch, Johann Michael Fehr und Georg Balthasar Wohlfarth die Academia Naturae Curiosorum, aus der später die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina hervorging. Sie ist die älteste, ununterbrochen existierende naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt.  Die vier Gründer luden weitere führende Gelehrte in die Vereinigung ein. Ihr Ziel war es, „die Natur erforschen zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen“. Das gemeinsame Motto lautete „Nunquam otiosus“ („Niemals müßig“). Eine zentrale Triebfeder für die Gründung der Akademie war die Einsicht, dass die Erforschung der gewaltigen Naturfülle nicht mehr von Einzelnen zu bewältigen sein würde.

Georg Balthasar Metzger wurde in der neuen Akademie als Adjunkt eingesetzt. Zu Beginn wurde allen vier Gründungsmitgliedern ein Forschungsthema zugewiesen, wobei auf Metzger die Erforschung der Ambra fiel. Hintergrund war der Wunsch nach einer systematischen Erarbeitung einer alphabetisch strukturierten Enzyklopädie.

Bereits 1653 verließ Metzger die Stadt Schweinfurt und folgte dem Ruf auf eine Professur für Medizin und Physik an der Universität Gießen. 1661 wechselte er an die Universität Tübingen, wo er eine Professur für Praxis, Anatomie und Botanik annahm. Herzog Eberhard III. hatte ihn mit dem Ziel berufen, den anatomisch-chirurgischen Unterricht an der Universität ordnungsgemäß durchzuführen und ihn zu verbessern. In Tübingen war Metzger außerdem von 1681 bis 1688 Direktor des Botanischen Gartens Hortus medicus.

Georg Balthasar Metzger war Gründungsmitglied der Academia Naturae Curiosorum. Als solches erhielt er die Matrikelnummer 3 und wählte den Beinamen „Americus“.

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