Hugo Theorell (✝︎)

Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1955

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  • Fachbereich Biochemie und Biophysik
  • Ort Stockholm, Schweden
  • Wahljahr 1966

Forschung

Hugo Theorell war ein schwedischer Biochemiker. Schwerpunkt seiner Forschung war die Vitaminforschung. Außerdem arbeitete er zur Oxidation von Enzymen, zur Alkoholverbrennung in der Leber sowie über Fermente der Zellatmung. Er lieferte wichtige Beiträge zur Elektrophorese. Darüber hinaus entdeckte er 1953 ein Antibiotikum, das zur Bekämpfung von Tuberkulose eingesetzt wurde. Für seine Entdeckungen über Natur und Wirkungsweise der Oxidationsenzyme wurde Theorell 1955 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

Hugo Theorell wurde am 6. Juli 1903 in Linköping, Östergötland in Schweden als Sohn des Chirurgen und Militärarztes Thure Theorell und seiner Frau Armida Bill, einer Pianistin, geboren. Er besuchte bis 1921 die Katedralskolan in Linköping.
1931 heiratete er Elin Margit Elisabeth Alenius, die eine professionelle Pianistin war. Theorell selbst war ausgebildeter Violinist. Gemeinsam mit seiner Frau war er im Förderverein des Stockholmer Philharmonischen Orchesters tätig. Darüber hinaus war er Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie für Musik. Das Paar bekam vier Kinder: die Tochter Eva Kristina, die bereits 1935 starb, sowie die Söhne Klas Thure Gabriel (1935), Henning Hugo (1939) sowie Per Gunnar Töres (1942). 
Hugo Theorell starb am 15. August 1982 in Stockholm.

 

Hugo Theorell studierte von 1921 bis 1924 Medizin und Chemie am Karolinska Institut in Stockholm. Dort widmete er sich vor allem dem Studium der Bakteriologie. Im Anschluss verbrachte er drei Monate am Institut Pasteur in Paris, wo er sich ebenfalls mit Bakteriologie beschäftigte. Danach war er als Lehrer für medizinische Chemie am Karolinska Institut tätig. 1930 folgte die Promotion mit einer Arbeit über Lipide (Plasmalipoide) des Blutes.
Ab 1931 später war er als außerordentlicher Professor für medizinische Chemie an der Universität in Uppsala beim Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 1926, Theodor Svedberg, tätig. Dort arbeitete er analytisch mit den von Svedberg erfundenen Ultrazentrifugen.
Ein Stipendium der Rockefeller Foundation ermöglichte ihm von 1933 bis 1935 den Aufenthalt am Kaiser-Wilhelm-Institut für Zellphysiologie in Berlin. Zurück in Schweden arbeitete er ab 1935 am Karolinska Institut. Ein Jahr später wurde er außerdem Direktor der neu gegründeten biochemischen Abteilung des Nobel Medical Institute, das 1937 eröffnet wurde. Diese Einrichtung war zehn Jahre in den Räumen des Karolinska-Instituts untergebracht und erhielt erst 1947 ein eigenes Gebäude. Während dieser Zeit wirkte Theorell außerdem als Professor für Biochemie.

 

Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt Theorell zahlreiche weitere Auszeichnungen. Er war Mitglied vieler Akademien und wissenschaftlicher Vereinigungen, darunter der American Academy of Arts and Sciences (1955), der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und Bayerischen Akademie der Wissenschaften (beide 1966), der Royal Society London (1959) und der US-National Academy of Sciences (1957).
Mehrere Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, darunter die in Paris, Pennsylvania, Löwen, Brüssel und Rio de Janeiro.

 

Hugo Theorell arbeitete bereits während seiner Promotion über Lipide des Blutes. Dabei entwickelte er auch die Grundlagen der Elektrophorese, einer Untersuchungsmethode, bei der geladene kolloidale Teilchen oder gelöste Moleküle durch ein elektrisches Feld wandern. Sie wurde in den Folgejahren für die Biochemie immer wichtiger. 
Während eines Forschungsaufenthalts beim Nobelpreisträger Theodor Svedberg lernte er den Umgang mit der Ultrazentrifuge kennen. Im Umgang mit diesem Gerät und mit den so möglich gewordenen Sedimentationsuntersuchungen gelang ihm die Kristallisation des Myoglobins, das in den Muskeln konzentriert ist. Später beschäftigte er sich mit den enzymatisch gesteuerten Redoxvorgängen bei der Zellatmung. Außerdem untersuchte er das Cytochrom c. Cytochrome sind vor allem in den Mitochondrien vorkommende eisenhaltige Proteine, deren lebenswichtige Bedeutung in der Atmungskette damals jedoch kaum untersucht war. In den folgenden Jahren gelang es Theorell, viele Eigenschaften und Strukturmerkmale von Cytochrom c zu ermitteln.
Eher als Nebenprodukt seiner Arbeiten über die Oxydation von Enzymen entdeckte Theorell 1953 ein Antibiotikum, das gegen Tuberkulose wirkte. Für seine Entdeckungen über Natur und Wirkungsweise der Oxidationsenzyme wurde Hugo Theorell 1955 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

 

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