Paul Karrer (✝︎)

Nobelpreis für Chemie 1937

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  • Fachbereich Chemie
  • Ort Zürich, Schweiz
  • Wahljahr 1925

Forschung

Paul Karrer war ein Schweizer Chemiker. Er leistete wesentliche Beiträge auf dem Gebiet der Chemie von Kohlenhydraten und Vitaminen. Für seine Forschungen über Kohlenhydrate, Carotinoide und Flavine sowie zu den Vitaminen C, A und B2 wurde er 1937 gemeinsam mit dem Briten Walter Norman Haworth mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Karrer gilt als einer der Mitbegründer der heutigen interdisziplinär arbeitenden Molekularbiologie.

Paul Karrer wurde am 21. April 1889 in Moskau geboren. Seine Eltern, der Zahnarzt Paul Karrer und seine Frau Julie Lerch, waren beide Schweizer. 1892 zog die Familie zurück in die Schweiz, wo Karrer in Wildegg bei Aarau das Gymnasium absolvierte. 1914 heiratete er Helena Froelich von Brugg. Das Paar bekam drei Söhne, von denen einer bereits im Kindesalter starb. Paul Karrer starb am 18. Juni 1971 in Zürich.

 

Paul Karrer studierte Chemie an der Universität Zürich, wo er 1911 promoviert wurde. Im Anschluss war er dort als Assistent tätig. 1912 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter nach Frankfurt (Main) ins Labor des Mediziners Paul Ehrlich. 1918 kehrte er nach Zürich zurück, wo er an der dortigen Universität eine Professur für Organische Chemie erhielt. Dort wurde er ein Jahr später zum Direktor des Chemischen Instituts ernannt. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1956 war er in Zürich tätig und beschäftigte sich unter anderem mit der Erforschung von Polysacchariden, Pflanzenfarbstoffen und Vitaminen. Darüber hinaus verfasste er 1928 ein Lehrbuch der organischen Chemie, das in viele Sprachen übersetzt wurde. 1931 isolierte er das Vitamin A, 1939 dann das Vitamin K. Zudem synthetisierte er die Vitamine B2 und E. Die von Karrer untersuchten Vitamine sind für den menschlichen Körper lebensnotwendig, denn sie dienen der Vermeidung von Mangelerkrankungen. Außerdem lieferte Karrer Forschungsarbeiten über Alkaloide, besonders über die Giftstoffe in dem Pfeilgift Curare. Hervorzuheben ist außerdem, dass er als experimentell arbeitender Chemiker den Wert zu seiner Zeit neu aufgekommener Verfahren – etwa der Chromatografie – erkannte und sie frühzeitig in seine Arbeiten einbezog.

 

Paul Karrer wurde mit vielen weiteren Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Marcel-Benoist-Preis (1922/23) und dem Canizzaro-Preis (1935). Er war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Einrichtungen und Akademien, darunter der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1925), Ehrenmitglied der Max-Planck-Gesellschaft, der Académie des sciences (Paris, Frankreich), Royal Society (London, UK), Royal Academy of Sciences (Stockholm, Schweden), Accademia dei Lincei (Rom, Italien), Königlich-Belgischen Akademie, Indian Academy of Science, Royal Netherlands Academy of Sciences sowie der Chemischen Gesellschaften von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Indien und Österreich. Universitäten aus aller Welt verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, darunter die in Basel, Zürich (Schweiz), Lausanne (Schweiz), Breslau (Polen), Lyon, Paris, Straßburg (Frankreich), Sofia (Bulgarien), London (Großbritannien), Turin (Italien), Brüssel (Belgien), Rio De Janeiro (Brasilien), Madrid (Spanien).
Seit 1959 vergibt die Universität Zürich die Paul-Karrer-Medaille an herausragende Chemiker.

 

Paul Karrer leistete wesentliche Beiträge auf dem Gebiet der Chemie von Kohlenhydraten und Vitaminen. Unter anderem gelang ihm die Aufklärung der Zusammenhänge zwischen Betacarotin und Vitamin A. So stellte er 1930 die Strukturformel für Betacarotin auf. Ein Jahr später dann klärte er die bis dato noch unbekannte chemische Struktur von Vitamin A auf. Dabei charakterisierte er das Betacarotin als Vorstufe, als Provitamin des Vitamins A. Die Bedeutung der A-Vitamine ergibt sich unter anderem dadurch, dass sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Zellen spielen. Später dehnte Karrer seine Vitaminforschungen auf das zur Substanzklasse der Flavine gehörende Vitamin B2 aus. Er konnte die Struktur dieser komplizierten Verbindung vollständig aufklären. Zudem erkannte er sie als natürlichen Baustein und funktionellen Bestandteil vieler Enzyme. Darüber hinaus entwickelte er eine Totalsynthese, durch die schließlich eine technische Herstellung dieses Vitamins ermöglicht wurde. Für seine Forschungen auf diesen Gebieten wurde Paul Karrer 1937 gemeinsam mit dem Briten Norman Haworth mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

 

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