Prof. Dr. Stefan Treue
- Fachbereich Neurowissenschaften
- Ort Göttingen, Deutschland
- Wahljahr 2024
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Informationsverarbeitung in sensorischen Systemen, visuelle Wahrnehmung, biomedizinische Forschung an Primaten, Aufmerksamkeit
Stefan Treue ist ein deutscher Neurowissenschaftler. Er beschäftigt sich bei Primaten vor allem mit der visuellen Wahrnehmung und der Untersuchung neuronaler Prozesse, die mit dem Sehen verknüpft sind. Zu seinen Methoden zählt insbesondere die Elektrophysiologie.
Stefan Treue und sein Team forschen an der Verarbeitung sensorischer Informationen im zentralen Nervensystem und dem Einfluss kognitiver Faktoren auf diese Prozesse. Sie setzen dabei auf die hochentwickelte Fähigkeit von höheren Primaten, visuelle Bewegungsinformationen zu verarbeiten. Ihre Forschung konzentriert sich auf die neuronale Repräsentation von Bewegungsinformationen und darauf, wie Aufmerksamkeit dies und damit die visuelle Wahrnehmung und Leistung verändert. Damit will das Team herausfinden, wie es dem Gehirn gelingt, sich auf relevante Informationen zu konzentrieren und unerwünschte Informationen herauszufiltern.
Bei seinem Forschungsansatz setzt Stefan Treue auf verschiedene Techniken. So nutzt er zum einen die Elektrophysiologie, also die Aufzeichnung der Aktivität von Neuronen im visuellen Cortex (Sehrinde) des Gehirns von Makakenaffen und der Messung menschlicher Wahrnehmungsfähigkeiten mit psychophysikalischen Methoden. Zum anderen baut er auf theoretische Ansätze und funktionelle Hirnbilder. So konnten sein Team und er beispielsweise feststellen, dass die Sehrinde der Primaten Bereiche enthält, die auf die Darstellung von visuellen Bewegungsinformationen spezialisiert sind. So enthält etwa bei Rhesusaffen das medio-temporale Areal MT einen sehr hohen Anteil an richtungsselektiven Neuronen – also Zellen, die in ihrem rezeptiven Feld die Bewegungsrichtung kodieren.
Stefan Treue ist seit 2016 Vorsitzender der Initiative „Tierversuche verstehen“, die von Wissenschaftsorganisationen, wissenschaftlichen und medizinische Fachgesellschaften sowie Hochschulen und Universitäten getragen wird. Die Initiative informiert umfassend, aktuell und faktenbasiert über Tierversuche an öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen.
Stefan Treue ist ein deutscher Neurowissenschaftler. Er beschäftigt sich bei Primaten vor allem mit der visuellen Wahrnehmung und der Untersuchung neuronaler Prozesse, die mit dem Sehen verknüpft sind. Zu seinen Methoden zählt insbesondere die Elektrophysiologie.
Stefan Treue und sein Team forschen an der Verarbeitung sensorischer Informationen im zentralen Nervensystem und dem Einfluss kognitiver Faktoren auf diese Prozesse. Sie setzen dabei auf die hochentwickelte Fähigkeit von höheren Primaten, visuelle Bewegungsinformationen zu verarbeiten. Ihre Forschung konzentriert sich auf die neuronale Repräsentation von Bewegungsinformationen und darauf, wie Aufmerksamkeit dies und damit die visuelle Wahrnehmung und Leistung verändert. Damit will das Team herausfinden, wie es dem Gehirn gelingt, sich auf relevante Informationen zu konzentrieren und unerwünschte Informationen herauszufiltern.
Bei seinem Forschungsansatz setzt Stefan Treue auf verschiedene Techniken. So nutzt er zum einen die Elektrophysiologie, also die Aufzeichnung der Aktivität von Neuronen im visuellen Cortex (Sehrinde) des Gehirns von Makakenaffen und der Messung menschlicher Wahrnehmungsfähigkeiten mit psychophysikalischen Methoden. Zum anderen baut er auf theoretische Ansätze und funktionelle Hirnbilder. So konnten sein Team und er beispielsweise feststellen, dass die Sehrinde der Primaten Bereiche enthält, die auf die Darstellung von visuellen Bewegungsinformationen spezialisiert sind. So enthält etwa bei Rhesusaffen das medio-temporale Areal MT einen sehr hohen Anteil an richtungsselektiven Neuronen – also Zellen, die in ihrem rezeptiven Feld die Bewegungsrichtung kodieren.
Stefan Treue ist seit 2016 Vorsitzender der Initiative „Tierversuche verstehen“, die von Wissenschaftsorganisationen, wissenschaftlichen und medizinische Fachgesellschaften sowie Hochschulen und Universitäten getragen wird. Die Initiative informiert umfassend, aktuell und faktenbasiert über Tierversuche an öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen.
Werdegang
- seit 2001 Professor für Kognitive Neurowissenschaften, Georg-August-Universität Göttingen
- seit 2001 Direktor, Abteilung „Kognitive Neurowissenschaften“, Deutsches Primatenzentrum, Göttingen
- 2000-2001 Professor of Animal Physiology, Laboratory of Cognitive Neuroscience, Eberhard Karls Universität Tübingen
- 1995-2001 Leitung, Arbeitsgruppe, Laboratory of Cognitive Neuroscience, Eberhard Karls Universität Tübingen
- 1993-1995 Postdoktorand, Baylor College of Medicine, Houston, USA
- 1992-1993 Postdoktorand, Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA
- 1992 Ph.D., MIT, Cambridge, USA
- Biologiestudium, Frankfurt am Main, Heidelberg, Duke University, Durham, USA
Funktionen
- seit 2016 Mitglied, Programmbeirat, Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE), Hessen
- seit 2016 Vorsitzender, Initiative „Tierversuche verstehen“
- Mitglied, Göttingen Research Council
- Vorsitzender, Wissenschaftlicher Beirat, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg
- Mitglied, Ständige Senatskommission für tierexperimentelle Forschung, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- Stellvertretender Vorsitzender, Kuratorium, VolkswagenStiftung, Hannover
- Tierschutzkoordinator, Neurowissenschaftliche Gesellschaft, Berlin
- Ombudsperson für die lebens- und umweltwissenschaftlichen Leibniz-Institute, Forschungsverbund Berlin
Projekte
- seit 2022 Leiter, Teilprojekt „Wahrnehmungskonsequenzen und die neuronale Basis der Integration sozialer Informationen bei perzeptuellen Entscheidungen“, Sonderforschungsbereich (SFB) 1528, DFG
- 2017-2024 Leiter, Teilprojekt „Belastungseinschätzung mittels der Erstellung einer Wahl-basierten relativen Rangordnung“, Forschungsgruppe (FOR) 2591, DFG
- 2017-2022 Leiter, Teilprojekt „Die Modulierung der Struktur rezeptiver Felder und anderer sensorischer Eigenschaften im Areal MST des visuellen Cortex von Rhesus-Affen durch Aufmerksamkeit“, FOR 1847, DFG
- 2013-2018 Leiter, Teilprojekt „Encoding of complex motion patterns in area MST of macaque visual cortex and its attentional modulation by the frontal lobe“, FOR 1847, DFG
- 2011-2022 Leiter, Teilprojekt „Die Pharmakologie der Aufmerksamkeit in der frontoparietalen Verarbeitung sensorischer Informationen“, SFB 889, DFG
- 2011-2015 Koordinator „European Primate Network: Advancing 3Rs and International Standards in Biological and Biomedical Research”, 7. Forschungsrahmenprogramm, Europäische Kommission (EC)
- 2001-2001 Leiter, Teilprojekt „Neuronale Grundlagen selektiver Aufmerksamkeit“, SFB 550, DFG
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- 2024 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2010 Mitglied, Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
- 2009 Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, DFG