Mit ihrer Forschung verfolgt Cordelia Schmid das Ziel, Maschinen das „Sehen“ beizubringen. Das heißt, Maschinen sollen die eingehenden Bilder analysieren und sinnvoll auf deren Umgebung reagieren. Hierbei kommt es darauf an, dass die Maschine nicht nur Muster, sondern beispielsweise bei der Interaktion mit einem Menschen auch Handlungen erkennt und deutet. Aktuell forscht Schmid an KI-Systemen, die auf „Vision-Language-Modellen“ basieren, also auf Diensten, die gleichzeitig Bildsequenzen und den dazu gesprochenen Text analysieren und diese später sinnvoll erweitern können. Mit deren Hilfe könnte zukünftig beispielsweise die Entwicklung intelligenter Hilfsroboter für Krankenhäuser und Altenheime möglich werden.
Nach einem Informatikstudium an der Universität Karlsruhe wurde Cordelia Schmid 1996 am Institut National Polytechnique (INP) in Grenoble/Frankreich promoviert. Anschließend war sie ein Jahr als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Robotic Institute der Oxford University/UK tätig, bevor sie 1997 ans INP in Grenoble zurückkehrte. Hier habilitierte sie sich 2001 im Fach Informatik und war bis 2004 als wissenschaftliche Angestellte am Institut de Recherche en Informatique et Automatique (Inria) tätig. 2004 wurde sie Forschungsdirektorin dieses Instituts. Seit 2018 ist sie außerdem als Research Scientist für Google tätig.
Für ihre Forschungsleistungen wurde Cordelia Schmid bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Europäischen Erfinderpreis 2024 des Europäischen Patentamts. 2023 erhielt sie den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft und 2020 den PAMI Distinguished Researcher Award der Computer Society des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE). 2016 verlieh ihr die Französische Akademie der Wissenschaften ihren Grand Prix. Die IEEE Computer Society zeichnete sie bereits dreimal (2006, 2014 und 2016) mit dem Longuet-Higgins Prize aus. 2013 erhielt sie zudem einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC).
Der Archimedes Science Award, benannt nach dem antiken griechischen Mathematiker, Physiker und Ingenieur, würdigt – ganz im Sinne von Archimedes‘ berühmten Hebelgesetz – wissenschaftliche Leistungen mit besonderer Hebelwirkung für die Lösung globaler Herausforderungen.