Omar M. Yaghi ist einer der führenden Chemiker auf dem Gebiet der Materialwissenschaften. Er wird für seine innovativen Beiträge zur Entdeckung und Entwicklung von nanoporösen Gerüstmaterialien und zur Förderung ihrer Anwendungen bei der Kohlenstoffbindung, Wasserstoffspeicherung sowie Wassergewinnung aus Wüstenluft ausgezeichnet. Durch die Entwicklung grundlegender Designprinzipien und innovativer Synthesemethoden schuf Yaghi zwei umfangreiche Klassen nanoporöser Materialien: Metall-organische Gerüste (MOFs) und kovalente organische Gerüste (COFs). Diese Materialien haben die bislang höchste bekannte Oberflächengröße, was sie besonders nützlich beispielsweise für die Speicherung von Wasserstoff und Methan, die Kohlenstoffbindung und -umwandlung, die Wassergewinnung aus Wüstenluft und die Katalyse macht. Sein chemischer Ansatz hat ein rasantes Wachstum in der Entwicklung neuer Materialien ermöglicht.
Omar M. Yaghi studierte Chemie an der University at Albany/USA und promovierte 1990 an der University of Illinois-Urbana in Champaign/USA. Darauf folgte eine zweijährige Postdoc-Phase an der Harvard University/USA. 1992 arbeitete er als Assistenzprofessor für Chemie an der Arizona State University in Tempe/USA, wo er bis 1998 tätig war. Anschließend wechselte Omar M. Yaghi an die University of Michigan in Ann Arbor/USA, wo er von 1999 bis 2006 als Professor für Chemie lehrte. Zwischen 2006 und 2011 war er Professor für Chemie an der University of California in Los Angeles/USA. Seit 2012 ist er Professor für Chemie an der University of California in Berkeley/USA, wo er weiterhin forscht und lehrt, und seit 2022 ebenfalls in Berkeley Co-Direktor am Bakar Institute of Digital Materials for the Planet (BIDMaP).
Für seine Forschungen ist Omar M. Yaghi bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Er erhielt u. a. 2017 den Albert Einstein World Award of Science, 2018 den Wolf Prize in Chemistry und 2019 den Gregori Aminoff Prize der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Zudem ist er seit 2014 highly cited researcher auf dem Gebiet der Chemie und hat einen H-Index von 177 zum aktuellen Stand. Seit dem Jahr 2019 ist Omar M. Yaghi Mitglied der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften und seit 2022 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Chemie.
Die Balzan Preise werden jährlich von der Internationalen Balzan Stiftung vergeben. Sie würdigen besonders innovative Forschung auf den Gebieten der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Kunst, der Naturwissenschaften sowie Mathematik und Medizin. Der Balzan Preis wird in vier Kategorien verliehen. Unter den diesjährigen Preistragenden befindet sich auch Leopoldina-Mitglied Lorraine Daston, die in der Kategorie moderne und zeitgenössische Wissenschaftsgeschichte für ihr wissenschaftliches Gesamtwerk geehrt wird. Der Preis ist pro Kategorie mit 750.000 Schweizer Franken dotiert. Die Hälfte des Preisgeldes soll in Forschungsprojekte fließen, an denen vorzugsweise jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beteiligt sind.