Daten sind entscheidend für das Verständnis der COVID-19-Pandemie. Bei der Verfolgung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 liegt ein starker Fokus auf epidemiologischen Daten wie aggregierten Fallzahlen und der Reproduktionsrate. Die Modellierung kann helfen, die Krankheitsdynamik zu verstehen und Vorhersagen über den zukünftigen Verlauf der Pandemie zu treffen sowie politische Interventionen zu bewerten, indem auch klinische, serologische und demografische Daten berücksichtigt werden. In der öffentlichen Debatte um PCR- und Antigen-Tests lag die Aufmerksamkeit auf Merkmalen wie der Sensitivität und Spezifität, während die Wirksamkeit und die statistische Bewertung von Nebenwirkungen im Mittelpunkt der Diskussionen über Impfstoffe stehen.
Dieses Leopoldina International Virtual Panel wird untersuchen, wie Daten dazu beitragen können, die Eindämmung der COVID-19-Pandemie zu unterstützen. Unter Berücksichtigung der internationalen Erfahrungen beim Sammeln, Vergleichen und Verstehen von Pandemiedaten wird das Panel erörtern, welche Vorteile und Grenzen Daten als Grundlage für öffentliche Gesundheitsschutzmaßnahmen haben und wie Daten zukünftig zu einer besseren Vorbereitung auf internationale Gesundheitskrisen beitragen können.
Die Leopoldina begrüßt folgende Expertinnen und Experten auf dem Podium:
- Simon Cauchemez, PhD, Leiter der Forschungseinheit Mathematische Modellierung von Infektionskrankheiten am Institut Pasteur, Paris, Frankreich
- Professor Christopher Dye, PhD, Professor für Epidemiologie an der Universität Oxford, ehemaliger WHO Director of Strategy, Mitglied der Royal Society, Vereinigtes Königreich
- Professor Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrum für Risikokompetenz an der Universität Potsdam, Direktor Emeritus am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, und Mitglied der Leopoldina, Deutschland
- Professor Alessia Melegaro, PhD, außerordentliche Professorin für Demografie und Leiterin des Covid Crisis Lab, Università Bocconi, Milan, Mitglied des „Technical and Scientific Committee on COVID-19” des Gesundheitsministeriums, Italien
Die Podiumsdiskussion wird von der deutschen Wissenschaftsjournalistin Rebecca Winkels, Leiterin Kommunikation und Strategie bei Wissenschaft im Dialog, moderiert und ist Teil der Leopoldina International Virtual Panel Series.
Im Juli 2020 startete die Leopoldina ein virtuelles Format für den globalen wissenschaftlichen Austausch: Leopoldina International ist eine Reihe virtueller Panels, die von der Abteilung Internationale Beziehungen der Leopoldina in Zusammenarbeit mit ihren internationalen Partnern organisiert wird. Leopoldina International bietet einen virtuellen Raum für den Dialog zwischen führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit. Frühere Panels beleuchteten die COVID-19-Pandemie aus verschiedenen Blickwinkeln, darunter waren Themen wie Gesundheitsverhalten, Impfungen, Multimorbidität, psychische Gesundheit und Kontaktverfolgung.
Die Veranstaltung fand in englischer Sprache statt.