Dr. Fabian Isensee forscht an KI-Methoden zur Segmentierung medizinischer Bilder. Dabei wird jeder Bildpunkt automatisiert einer bestimmten Kategorie (z. B. Organ oder Tumor) zugeordnet – eine Schlüsseltechnologie für die Tumorerkennung, Krankheitsdiagnose, Therapieplanung und -überwachung. Bereits während seiner Promotion entwickelte Isensee eine Vielzahl modernster Segmentierungsverfahren. Sein bekanntestes Projekt ist in dieser Hinsicht nnU-Net. Das Programm kann direkt für individuelle Forschung genutzt werden, ohne dass tiefe Kenntnisse im KI-Bereich erforderlich wären. Durch die Bereitstellung von nnU-Net als Open-Source-Software hat Isensee sein Programm öffentlich zugänglich gemacht und somit die klinische Anwendung KI-gestützter Bildanalyse-Methoden vorangetrieben.
Nach seinem Studium der Molekularen Biotechnologie an der Universität Heidelberg promovierte Fabian Isensee am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg in der Abteilung für Medizinische Bildverarbeitung. Seit 2020 leitet er dort das Helmholtz Imaging „Applied Computer Vision Lab“. Die Arbeit seiner siebenköpfigen Gruppe bewegt sich an der Schnittstelle von Methodikentwicklung, Anwendungen und Plattformlösungen mit dem Ziel, modernste Bildanalyse-Algorithmen zu entwickeln und diese direkt in die Anwendung zu übersetzen. Isensee hat bereits mehrere internationale Segmentierungswettbewerbe gewonnen.
Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des gemeinsamen Frühjahrsempfangs von Leopoldina und Leopoldina Akademie Freundeskreis am Mittwoch, 2. April 2025, in Halle (Saale) unter Beteiligung des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff. Auf dem Frühjahrsempfang wird Isensee seine Arbeit in einem Vortrag vorstellen.
Seit 1993 vergibt die Akademie den Leopoldina-Preis für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Er wird jährlich an junge Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler mit bemerkenswerten wissenschaftlichen Leistungen vergeben, deren Promotion nicht mehr als 5 Jahre zurückliegt. Der Auswahlkreis ist übernational. Der Preis ist seit 2019 mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird durch den Leopoldina Akademie Freundeskreis finanziert.