Mitglied im Fokus Ivan Dikic wird mit Louis-Jeantet-Preis für Medizin ausgezeichnet

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Der Biochemiker Ivan Đikić, Direktor des Instituts für Biochemie II der Goethe-Universität Frankfurt am Main, wird mit dem Louis-Jeantet-Preis für Medizin ausgezeichnet. Geehrt wird er für seine Beiträge zur Erforschung eines der zentralen Regulationssysteme der Zelle, des Ubiquitin-Systems, heißt es in der Pressemitteilung der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ivan Đikić ist seit 2010 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Biochemie und Biophysik. Den Preis erhält er gemeinsam mit seiner Kollegin Brenda Schulman, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und ebenfalls Mitglied der Leopoldina. Die Preisverleihung findet am 26. April 2023 in Genf/Schweiz statt.

Ivan Đikić erforscht molekulare Mechanismen der zellulären Signalübertragung, die für menschliche Krankheiten wie Krebs, neurodegenerative Störungen und Entzündungen von großer Bedeutung sind. Besonders interessieren ihn die Funktionen von Ubiquitin und die Mechanismen der Ubiquitinierung. Ivan Đikić zählt zu den Pionieren, die das Konzept von Ubiquitin als Proteinmarkierung, die nicht nur den Abbau, sondern zahlreiche weitere Funktionen vermittelt, etablierten. Bestimmte Arten von Ubiquitinketten sind dafür bekannt an das Proteasom, die zelluläre Schreddermaschine, zu binden. Đikić entdeckte darüber hinaus, dass alternative Arten von Kettenverbindungen auch andere Prozesse regulieren. Somit wurde Ubiquitin als eines der vielseitigsten zellulären Signale, das praktisch alle zellulären Funktionen reguliert enthüllt. Eine dieser Funktionen ist die Regulierung eines zentralen Qualitätskontrollprozesses in unseren Zellen, der Autophagie. Ubiquitin-Signale bestimmen, welche zellulären Komponenten, wie aggregierte und nicht mehr funktionsfähige Proteine oder Zellorganellen oder eingedrungene Bakterien zur Beseitigung durch Autophagie geschickt werden. Damit hat er wesentlich zu unserem Verständnis der Funktionen sowohl des Ubiquitin- als auch des Autophagie-Systems beigetragen und treibt zudem die Entwicklung von Methoden, die diese Systeme für die Bekämpfung von Krankheiten zu nutzen voran.

Ivan Đikić studierte an der Universität Zagreb/Kroatien Medizin und promovierte an der New York University/USA. Er gründete 1997 seine erste Forschungsgruppe am Ludwig-Institut für Krebsforschung in Uppsala/Schweden, bevor er 2002 als Professor für Biochemie an die Goethe-Universität Frankfurt am Main berufen wurde. Dort leitet er seit 2009 als Direktor das Institut für Biochemie II. Von 2009 bis 2013 war er zudem Gründungsdirektor des Buchmann Instituts für Molekulare Lebenswissenschaften. Für seine biomedizinische Forschung wurde Ivan Đikić mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt unter anderem 2013 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis und 2010 den Deutschen Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft. Er ist Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) und der American Academy of Arts and Sciences.

Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin der schweizerischen Louis-Jeantet-Stiftung gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für die biomedizinische Forschung. Er wird jährlich vergeben und ist mit 500.000 Schweizer Franken (etwa 500.000 Euro) dotiert.

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