Nachricht Kohlendioxid als Rohstoffquelle: Leopoldina-Vorlesung mit Leibniz-Preisträger Tobias Erb

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Pflanzen binden durch Photosynthese pro Jahr Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO₂). Damit bauen sie nicht nur Biomasse auf, sie entziehen der Atmosphäre auch klimaschädliche Gase. Allerdings wird die natürliche Photosynthese allein nicht ausreichen, um den vom Menschen verursachten Klimawandel zu bremsen. Der Biologe und Chemiker Tobias J. Erb entwickelte mithilfe synthetischer Biologie leistungsfähigere Alternativen zur Fixierung von CO₂, also künstliche Photosynthese. In der Leopoldina-Vorlesung am Mittwoch, 17. April in Halle (Saale) wird er erläutern, welche Möglichkeiten bestehen, CO₂ künstlich zu binden und als Wertstoff zu verwenden. Zuvor erhalten neue Mitglieder der Leopoldina ihre Mitgliedsurkunden.

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Tobias J. Erb ist Biologe und Chemiker, die Schwerpunkte seiner Forschung sind die synthetische Biologie und die terrestrische Mikrobiologie. Er konzentriert sich dabei auf die Entdeckung und das Design von Enzymen und Stoffwechselnetzwerken, die dazu beitragen, CO₂ zu binden. Seine Ansätze umfassen maßgeschneiderte Biokatalysatoren, modifizierte Algen und Pflanzen sowie künstliche Chloroplasten, um das Treibhausgas als industriellen Rohstoff nutzbar zu machen. In diesem Jahr ist er dafür mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet worden. Seit 2018 hat Erb eine Professur für Biologie an der Philipps-Universität Marburg inne und ist seit 2017 Direktor und Leiter der Abteilung für Biochemie und Synthetischen Metabolismus am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg. In der Leopoldina-Vorlesung wirft Erb auch einen größeren Blick auf das Feld der synthetischen Biologie, durch die der Mensch aktiver Teil der Evolution wird und neue biologische Prozesse entwickeln kann, die die Evolution nicht hervorgebracht hat.

Zuvor überreicht Leopoldina-Präsident Gerald Haug um 17:00 Uhr Akademie-Mitgliedern der Klasse II – Lebenswissenschaften ihre Urkunden.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt ist frei.  

Am Folgetag der Leopoldina-Vorlesung, am Donnerstag, 18. April, veranstaltet die Klasse II – Lebenswissenschaften ein Fachsymposium, in dem Leopoldina-Mitglieder einen Einblick in ihre Forschung geben. Die Biologin und Genetikerin Dame Linda Partridge wird über die Mechanismen des Alterns sprechen. Die Mathematikerin Tanja Stadler, die in ihrer Forschung Erkenntnisse aus der Mathematik, Informatik und Biologie verbindet, erläutert, wie Genomforschung und Statistik die öffentliche Gesundheitspolitik beeinflussen. Der Biodiversitätsforscher und Bodenökologe Nico Eisenhauer spricht über die dunkle Seite der Biodiversität. Das Symposium findet in englischer Sprache statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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