Das im April 2026 verabschiedete Förderprogramm soll die Wiedervernässung von 90.000 Hektar trockengelegter Moorböden ermöglichen. Dafür stellt das Bundesumweltministerium bis Ende 2029 rund 1,75 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit gehe das Ministerium „einen ersten großen und auch mutigen Schritt, um die vereinbarten Umwelt- und Klimaziele zu erreichen“, sagt Klement Tockner, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main, Gewässerökologe und Leopoldina-Mitglied. Durch das Programm werde deutlich, „dass es sich bei der Wiedervernässung von Mooren um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt“.
Moore sind Ökosysteme, die Höchstleistungen vollbringen. Sie speichern etwa zehn Prozent des globalen Süßwassers, können als Wasserrückhalt für Trockenperioden dienen und Hochwasser abpuffern. So speziell der Lebensraum, so spezialisiert sind die dort lebenden: Pflanzen wie Torfmoose und der insektenfressende Sonnentau, aber auch seltene Schmetterlinge und Amphibien finden nur hier einen geeigneten Lebensraum. Moore sind zudem wichtige Kohlenstoffsenken: Durch den Aufbau von Torfmasse nehmen sie große Mengen an CO2 auf; weltweit speichern sie etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen1.