In den letzten vier Jahren hat die COVID-19-Pandemie das tägliche Leben drastisch beeinträchtigt, die Gesundheitssysteme weltweit stark belastet und eklatante Ungleichheiten beim Umgang mit globalen Gesundheitskrisen offenbart. Sie hat erhebliche Mängel bei der Krankheitsüberwachung und dem Datenaustausch aufgezeigt und die dringende Notwendigkeit einer Stärkung der globalen Gesundheitsforschung deutlich gemacht. Die Strategie der intensiven Eindämmung der COVID-19-Pandemie ging oft zu Lasten der Bekämpfung anderer Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und HIV, was zu ungleichen und national ausgerichteten Lösungen führte.
Die Notwendigkeit, eine gerechtere und einheitlichere Strategie für die globale Gesundheit zu entwickeln, insbesondere bei der Vorbereitung auf und Reaktion auf künftige Pandemien, ist offensichtlich geworden. Das Webinar „Catalysing Change: A Global Health Approach in the Wake of Pandemics” (Veränderungen vorantreiben: Ein globaler Gesundheitsansatz nach Pandemien) brachte Experten aus nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden, der Politik und der pharmazeutischen Industrie zusammen, um die drängenden Fragen der globalen Gesundheitspolitik und der Pandemieprävention zu erörtern. Das Webinar konzentrierte sich insbesondere auf die Gewährleistung eines gerechten Zugangs zu Medikamenten und Impfstoffen, die Förderung der globalen Gesundheitsforschung und die Verbesserung der Überwachungs- und Datenaustauschmechanismen. Es greift den Konferenzbericht „Global Health Approach for Infectious Diseases – A Proposal for the Next Decade” (Globaler Gesundheitsansatz für Infektionskrankheiten – Ein Vorschlag für das nächste Jahrzehnt) auf, eine gemeinsame Veröffentlichung der nationalen Akademien Äthiopiens, Deutschlands, Senegals und Südafrikas, die aus dem Workshop „Infectious Diseases beyond COVID-19” (Infektionskrankheiten jenseits von COVID-19) vom 23. und 24. Mai 2023 in Berlin hervorgegangen ist.
Diese Veranstaltung ist Teil der Leopoldina International Virtual Panel Series, die die Leopoldina im Juli 2020 als virtuelles Format für den globalen wissenschaftlichen Austausch ins Leben gerufen hat. Die Abteilung für Internationale Beziehungen der Leopoldina organisiert diese Reihe in Zusammenarbeit mit ihren globalen Partnern. Sie bietet einen virtuellen Raum, in dem sich die globale Wissenschaftsgemeinschaft treffen und die interessierte Öffentlichkeit mit Wissenschaftlern in Dialog treten kann.