Der Biochemiker und Zellbiologe Volker Haucke wird für seine Arbeiten zum molekularen Verständnis des Lipidsignalings und der Signalübertragung an den Synapsen des Nervensystems geehrt, teilte die DFG mit. Haucke habe neue Erkenntnisse darüber gewonnen, wie neuronale Proteinkomplexe, Lipidsignale und Abbaumechanismen zelleigener Bestandteile zusammenwirken. Auf Basis seiner Ergebnisse habe er bereits Hemmstoffe von wichtigen Enzymen des Lipidstoffwechsels entwickelt, die Hoffnungen auf neue Medikamente gegen Krebs machen. Volker Haucke studierte Biochemie an der Freien Universität Berlin. Nach der Promotion in Biochemie am Biozentrum der Universität Basel/Schweiz ging er als Postdoktorand an die Yale University in New Haven/USA. 2000 wurde er Nachwuchsgruppenleiter am Zentrum für Biochemie und Molekulare Zellbiologie an der Georg-August-Universität Göttingen und erhielt 2003 einen Ruf als Professor für Membranbiochemie an die Freie Universität Berlin. Seit 2012 ist Haucke Professor für Molekulare Pharmakologie an der Freien Universität Berlin sowie Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie in Berlin. Er ist seit 2017 Mitglied der Leopoldina. Mehr zu Volker Hauckes Auszeichnung
Der Mathematiker und Philosoph Hannes Leitgeb wird laut DFG für seine Arbeiten in der mathematisch-analytischen Philosophie ausgezeichnet, die wesentliche Debatten in der Philosophie nachhaltig geprägt haben. Er habe die Tradition der mathematisch-analytischen Philosophie mit wichtigen historischen Studien beleuchtet, mithilfe kreativer Ideen erweitert und auf zahlreiche Phänomene aus der Philosophie und den Kognitions- und Sprachwissenschaften angewendet. Hannes Leitgeb studierte Mathematik an der Universität Salzburg/Österreich, wo er nacheinander in Mathematik und Philosophie promovierte. 2002 wurde er an der dortigen Fakultät für Philosophie Assistenzprofessor. Von 2004 bis 2005 forschte er an der Stanford University in Stanford/USA und danach an der University of Bristol in Bristol/UK, wo er 2007 eine Professur annahm. Seit 2010 ist Leitgeb Professor für Logik und Sprachphilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Er ist außerdem Gründer und Leiter des Munich Center for Mathematical Philosophy (MCMP) an der LMU München. Seit 2016 ist er Mitglied der Leopoldina. Mehr zu Hannes Leitgebs Auszeichnung
Der Informatiker Daniel Rückert erhält den Leibniz-Preis für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens und deren Anwendungen in der Medizin, teilte die DFG mit. Indem er neuartige Algorithmen entwickelte, mit denen biomedizinische Bilder rekonstruiert, analysiert und interpretiert werden können, habe er Pionierarbeit im Bereich bildgebender Verfahren geleistet. Daniel Rückert studierte Informatik an der Technischen Universität Berlin und promovierte am Imperial College in London/UK, gefolgt von einer Tätigkeit als Postdoktorand am King’s College in London/UK. 1999 wurde er Assistenzprofessor am Imperial College in London/UK, bevor er dort 2005 Professor für Visual Information Processing wurde. Von 2016 bis 2020 stand er dem dortigen Department of Computing als Dekan vor. Seit 2020 ist Rückert Professor für Artificial Intelligence in Healthcare and Medicine an der Technischen Universität München. Er ist seit 2023 Mitglied der Leopoldina. Mehr zu Daniel Rückerts Auszeichnung
Die Biologin Maria-Elena Torres-Padilla wird laut DFG für ihre Arbeiten zur epigenetischen Plastizität und Reprogrammierung der Stammzellen in der Embryonalentwicklung von Säugetieren ausgezeichnet. Am Modellsystem Maus habe Torres-Padilla bereits entscheidende Fragen zur Entwicklungsbiologie und Stammzellregulation beantworten können, so die DFG. Maria-Elena Torres-Padilla studierte Biologie an der National Autonomous University of Mexico (UNAM) in Mexiko-Stadt/Mexiko und promovierte anschließend an der Universität Paris V in Paris/Frankreich. 2006 wurde sie Seniorwissenschaftlerin am Institut de génétique et de biologie moléculaire et cellulaire (IGBMC) in Illkirch-Graffenstaden/Frankreich. Dort wurde sie 2009 Forschungsgruppenleiterin und war von 2010 bis 2012 stellvertretende Direktorin des Departments Developmental Biology and Stem Cells. 2016 erhielt sie einen Ruf als Professorin für Stammzellbiologie an die Ludwig-Maximilians-Universität München. Ebenfalls seit 2016 ist sie Direktorin des Instituts für Epigenetik und Stammzellen am Helmholtz Zentrum München (Helmholtz Munich). Am Helmholtz Zentrum München ist sie außerdem seit 2020 Direktorin für Biomedizin am Helmholtz Pioneer Campus und seit 2021 Direktorin des Stem Cell Centers. Torres-Padilla ist seit 2023 Mitglied der Leopoldina. Mehr zu Maria-Elena Torres-Padillas Auszeichnung
Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen. Mit den diesjährigen Preisen sind bislang insgesamt 428 Leibniz-Preise vergeben worden. Davon gingen 136 in die Naturwissenschaften, 126 in die Lebenswissenschaften, 101 in die Geistes- und Sozialwissenschaften und 65 in die Ingenieurwissenschaften. Unter den Preistragenden waren bereits viele Mitglieder der Leopoldina, darunter letztes Jahr Tobias J. Erb, Rohini Kuner, Peter R. Schreiner und Eva Viehmann.