Bernardo Alberto Houssay (✝︎)

Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1947

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  • Ort Buenos Aires, Argentinien
  • Wahljahr 1932

Forschung

Bernardo Alberto Houssay war ein argentinischer Mediziner. Er lieferte wichtige Arbeiten zur Zuckerkrankheit und zum Zuckerstoffwechsel. Nach ihm wurde das von ihm beschriebene Houssay-Syndrom benannt. Für die Entdeckung der Bedeutung der Hormone des Hypophysenvorderlappens für den Zuckerstoffwechsel wurde er 1947 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

Bernardo Alberto Houssay wurde am 10. April 1887 als eines von acht Kindern der französischen Einwanderer Dr. Albert und Clara Houssay in Buenos Aires geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt. Houssay besuchte die Privatschule Colegio Britanico in seiner Geburtsstadt. Er war mit der Chemikerin Dr. Maria Angelica Catan verheiratet. Das Paar bekam die Söhne Alberto, Hector und Raul. 
Houssay starb am 21. September 1971 in Buenos Aires.

 

Aufgrund seiner großen Begabung wurde Bernardo Houssay bereits als Vierzehnjähriger zur Ausbildung an der Pharmacy School der Universität von Buenos Aires zugelassen, die er mit 17 Jahren abschloss. 1904 begann er zudem ein Studium an der Medical School der Universität von Buenos Aires, das er 1910 abschloss. Für seine Doktorarbeit über die Hypophyse wurde er 1911 mit einem Preis der Universität für die beste wissenschaftliche Arbeit des Jahres ausgezeichnet. Er wurde Assistent in der Abteilung Physiologie, und ab 1910 war er bereits vor Beendigung seines Gesamtstudiums als Professor für Physiologie an der veterinärmedizinischen Schule in Buenos Aires tätig. 1919 wechselte er an die Militärmedizinische Akademie der Universität Buenos Aires, wo er ebenfalls eine Professur für Physiologie innehatte. Dort war er zunächst bis 1943 und außerdem in den Jahren 1945/46 sowie 1955 bis 1957 tätig. Grund für die Unterbrechungen war ein Militärputsch, der sich in Argentinien am 4. Juni 1943 ereignete und dem sich Houssay entgegenstellte. Er musste seinen Lehrstuhl verlassen und forschte in der Zwischenzeit an einem privaten Institut. Erst nach der Verfassungsreform im Jahr 1955 konnte er in seine alte Funktion zurückkehren. 1948 hatte er die Hitchcock-Professur an der University of California inne. Bis zu seinem vollständigen Wechsel in die medizinische Forschung im Jahr 1957 war Houssay auch praktisch in Kliniken in Buenos Aires tätig. Er leitete schließlich ein Institut für experimentelle Pathologie am Nationalen Hygieneinstitut Argentiniens.

Houssay erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter die Banting Medal der American Diabetes Association (1946), die Baly Medal des Royal College of Physicians London (1947), die James Cook Medal der Royal Society of New South Wales, Australien (1948) sowie die Dale Medal der Society for Endocrinology Großbritanniens (1960).
1932 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. Außerdem war er Mitglied der Argentine Academy of Medicine und der National Academy of Sciences of Buenos Aires sowie der Pontifical Academy of Sciences. Zahlreiche Universitäten verliehen ihm zudem die Ehrendoktorwürde.

 

Houssay beschäftigte sich in seiner Forschungsarbeit mit der Hypophyse, einem Hirnbereich, der für die Produktion von Hormonen zuständig ist. Er konnte zeigen, dass diese Hirnanhangdrüse auch eine Rolle im Zuckerstoffwechsel spielt. Ein Grund für Houssays Beschäftigung mit diesem Thema war die Entdeckung des Insulins. In der Wissenschaft war bereits ein Zusammenhang der Funktion der Hypophyse mit dem Zuckerstoffwechsel vermutet worden. Für seine Experimente nutzte er Hunde und Kröten als Versuchstiere. Er entfernte ihnen die Hypophyse. Die Folge: sie reagierten sensibel auf das Insulin und starben an einem Mangel an Blutzucker. Außerdem wiesen ihre Lebern einen niedrigen Glycogen-Gehalt auf.
Diese Befunde stimmten mit dem Bild überein, das zuvor bereits bei Menschen beobachtet worden war, deren Hypophysenvorderlappen nicht mehr arbeitete. Da die Versuchstiere die gleichen Reaktionen zeigten, kam Houssay zu der Auffassung, einen universellen biologischen Mechanismus entdeckt zu haben. Seine Hypothese wurde bekräftigt, als es gelang, den operierten Tieren ihren Hypophysenvorderlappen wieder einzupflanzen. Dadurch wurden sie vor den negativen Wirkungen des Insulins geschützt. Damit war bewiesen, dass die Hormone der Hypophyse gegensätzlich zum Insulin wirkten. Für seine Forschungen auf diesem Gebiet wurde Houssay 1947 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

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