Prof. Dr. Gerd Faltings

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  • Fachbereich Mathematik
  • Ort Bonn, Deutschland
  • Wahljahr 1992

Forschung

Diophantische Gleichungen, Arakelov-Theorie, Abelsche Variationen, Modulräume von Vektorbündeln, p-adische Hodge-Theorie

Gerd Faltings ist ein deutscher Mathematiker. Seine Ideen und Arbeiten haben das Fachgebiet der arithmetischen Geometrie grundlegend geprägt. Er hat nicht nur wichtige, seit langem bestehende Vermutungen bewiesen, sondern auch neue Rahmenkonzepte etabliert, die die Forschung der folgenden Jahrzehnte maßgeblich beeinflusst haben. Seine Leistungen verbinden geometrische und arithmetische Perspektiven und verdeutlichen die Kraft tiefgreifender struktureller Einsichten.
 

Gerd Faltings arbeitet an der Schnittstelle von Zahlentheorie und algebraischer Geometrie. Dazu zählen sogenannte p-adische Zahlen, die eine Vervollständigung der rationalen Zahlen bilden. Darüber hinaus befasst er sich mit algebraischen Kurven. Bekannt wurde Gerd Faltings 1983 durch den Beweis der sogenannten Mordellschen Vermutung, die auf den britischen Mathematiker Louis Joel Mordell zurückgeht. Er konnte zeigen, dass auf bestimmten algebraischen Kurven nur eine endliche Zahl von Punkten mit rationalen Koordinaten liegen kann. 1986 wurde er dafür – als erster Deutscher – mit der Fields Medal ausgezeichnet, die als Nobelpreis für Mathematik gilt. Mit seinem Beweis hat er nicht nur ein 60 Jahre altes Problem gelöst, sondern auch fundamental neue Methoden für die Arakelov- und die arithmetische Geometrie zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig hat er zwei weitere fundamentale Theoreme bewiesen: die Shafarevich- und die Tate-Vermutung.
 

Gerd Faltings hat zudem fundamentale Beiträge zur sogenannten Hodge-Theorie über p-adische Zahlen geleistet und damit Methoden der komplexen Geometrie auf arithmetische Versionen übertragen. So können zum Beispiel rationale Lösungen von polynomialen Gleichungen mit Mitteln der Geometrie studiert werden. Damit legte er gleichzeitig die Grundlage für einige jüngere Fortschritte zur Verbindung von Galois-Gruppen und der modernen Theorie automorpher Formen, einer Verallgemeinerung der Theorie periodischer Funktionen.

  • 1994-2023 Direktor, Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn
  • 1994-2023 Professor, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • 1984-1994 Professor, Princeton University, Princeton, USA
  • 1982-1984 Professor, Bergische Universität Wuppertal
  • 1981 Habilitation, Universität Münster
  • 1979-1982 Wissenschaftlicher Assistent, Universität Münster
  • 1978-1979 Gastwissenschaftler, Harvard University, Cambridge, USA
  • 1978 Promotion und Diplom im Fach Mathematik, Universität Münster

  • seit 1994 Wissenschaftliches Mitglied, Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn
  • Mitherausgeber, Compositio Mathematica
  • Mitglied, Editorial Board, Journal of Algebraic Geometry

  • 2011-2019 Leiter, Teilprojekt „Perioden und Periodenbereiche“, Transregio (TRR) 45, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2011-2019 Leiter, Teilprojekt „Galoisdarstellungen, endliche und gemischte Charakteristik“, Transregio (TRR) 45, DFG
  • 2011-2019 Leiter, Teilprojekt „Rationale Punkte“, Transregio (TRR) 45, DFG
  • 2006-2018 Beteiligter Wissenschaftler, Exzellenzcluster (EXC) 59 „Mathematik: Grundlagen, Modelle, Anwendungen“, DFG

  • 2026 Abel Prize, Norwegian Academy of Science and Letters, Norwegen
  • seit 2026 Mitglied, Norwegian Academy of Science and Letters, Norwegen
  • 2025 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern, Bundespräsident
  • seit 2024 Mitglied, Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
  • seit 2018 Mitglied, National Academy of Sciences, USA
  • 2017 Cantor-Medaille, Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV)
  • seit 2016 Auswärtiges Mitglied, Royal Society, UK
  • 2015 Shaw Prize in Mathematical Sciences, Shaw Prize Foundation, Hongkong
  • seit 2014 Mitglied, Academia Europaea
  • 2014 King Faisal International Prize for Science, King Faisal Foundation
  • 2012 Ehrendoktorwürde, Universität Münster
  • 2010 Gumin-Preis für Mathematik, Carl Friedrich von Siemens Stiftung, München
  • 2009 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, Bundespräsident
  • 2008 Karl-Georg-Christian-von-Staudt-Preis, Otto-und-Edith-Haupt-Stiftung, Erlangen
  • seit 1999 Mitglied, Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste
  • seit 1999 Mitglied, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
  • 1996 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • seit 1992 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 1991 Korrespondierendes Mitglied, Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  • 1988-1989 Guggenheim Fellowship, John Simon Guggenheim Memorial Foundation, New York City, USA
  • 1986 Fields Medal – International Medal for Outstanding Discoveries in Mathematics, International Mathematical Union
  • 1983 Dannie-Heinemann-Preis, Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

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