Mitglied im Fokus Asifa Akhtar zur Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft gewählt

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Seit 1. Juli ist Asifa Akhtar Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Sie gehört damit dem Verwaltungsrat an, der den MPG-Präsidenten Martin Stratmann berät und wichtige Entscheidungen der Gesellschaft vorbereitet. Akhtar ist Biologin. Sie wurde 2019 in die Sektion Biochemie und Biophysik der Leopoldina gewählt.

Neben Akhtar hat der Senat der Max-Planck-Gesellschaft zwei weitere neue Vizepräsidenten bestimmt: den Psychologen und Leopoldina-Mitglied Ulman Lindenberger sowie den Physiker Klaus Blaum. Wie Akhtar sind sie für sechs Jahre gewählt. Die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler übernehmen die Aufgaben der ehemaligen Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten Bill S. Hansson, Angela D. Friederici und Ferdi Schüth, die ebenfalls der Leopoldina angehören.

Asifa Akhtar ist seit 2013 Direktorin und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut (MPI) für Epigenetik und Immunbiologie in Freiburg. Die Molekularbiologin ist die erste weibliche Vizepräsidentin in der Biologisch-Medizinischen Sektion der MPG. Während ihrer Amtszeit wird sie für die Institute dieser Sektion zuständig sein. In einer Mitteilung der MPG kündigte Akthar an, dass sie das Thema Gleichstellung vorantreiben will. Darüber hinaus wirbt die neue Vizepräsidentin für transparente Kommunikation nach innen wie nach außen, wünscht sich mehr Diversität in der MPG und will sich für die Zusammenarbeit der MPG mit lokalen Bildungseinrichtungen einsetzen.

Nach dem Studium der Biologie am University College London promovierte Akhtar 1997 am Imperial Cancer Research Fund (beide London, Vereinigtes Königreich). In der Folgezeit forschte sie am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg und am Adolf-Butenandt Institut in München. Nach acht Jahren als Forschungsgruppenleiterin am EMBL wechselte sie in dieser Funktion an das MPI für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg. 2013 wurde sie dort Direktorin und Leiterin der Abteilung für Chromatinregulierung.

Akhtars Forschungsschwerpunkt liegt auf der Regulierung der Zugänglichkeit genetischer Informationen. Entscheidend sind hier epigenetische Mechanismen. Sie modulieren die Chromatinstruktur. Die Beteiligung epigenetischer Modifikatoren ist für die Embryonalentwicklung, die Identität des Zelltyps sowie für Reaktionen auf Umwelteinflüsse wie Stress oder Ernährung von wesentlicher Bedeutung. Seit langem interessiert sich Akthar für das Verständnis, wie die Expression von Genen auf dem X-Chromosom während des klassischen epigenetischen Phänomens der Dosierungskompensation zwischen männlichen und weiblichen Organismen ausgeglichen wird. Langfristig möchte die Wissenschaftlerin herausfinden, wie der Verlust von epigenetischen Regulatoren zur Entstehung von Krankheiten führt.

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