Nachricht Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2026 für vier Leopoldina-Mitglieder

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute die Trägerinnen und Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2026 bekanntgegeben. Unter den ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern finden sich mit Klaus Blaum, Johannes Krause, Klaus-Robert Müller und Armido Studer wie schon im Jahr 2024 vier Leopoldina-Mitglieder. Die Leibniz-Preise sind mit je 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten dotiert und werden am 18. März 2026 in Berlin verliehen.

Der Physiker Klaus Blaum erhält die Auszeichnung für seine Präzisionsmessungen von Naturkonstanten und Symmetrien mithilfe von Ionen in elektromagnetischen Fallen. Blaum studierte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Physik und wurde nach Stationen am CERN, der European Organization for Nuclear Research, in Genf/Schweiz 2007 zum Direktor der Abteilung „Gespeicherte und gekühlte Ionen“ am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. Seit 2008 ist er zudem Honorarprofessor an der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg. Der Leopoldina gehört Blaum seit 2024 in der Sektion Physik an. 

Für seine Beiträge zur Archäogenetik, mit denen er eine evidenzbasierte Grundlage für die Geschichte von Seuchen schuf, wird Biochemiker und Archäogenetiker Johannes Krause geehrt. Der heutige Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig war nach Studium und Promotion an der Universität Leipzig sowie dem University College Cork, Cork/Irland hier zunächst als Postdoc tätig, bevor er 2010 Juniorprofessor für Paläogenetik und drei Jahre später Professor für Archäo- und Paläogenetik am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen wurde. Parallel wirkte er zwischen 2014 und 2020 als Gründungsdirektor am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena. Neben seiner Tätigkeit am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig ist Krause heute Professor für Archäogenetik am Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der dortigen Friedrich-Schiller-Universität, Co-Direktor am Max-Planck-Harvard Research Center for the Archaeoscience of the Ancient Mediterranean (MHAAM) in Leipzig und Boston/USA sowie Honorarprofessor für Archäo- und Paläogenetik am Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Leopoldina-Mitglied wurde er 2024 in der Sektion Anatomie und Anthropologie. 

Ebenfalls ausgezeichnet wird Physiker und Informatiker Klaus-Robert Müller für seine Arbeiten zu theoretischen Entwicklungen im Bereich des Maschinellen Lernens und deren Anwendung in den Naturwissenschaften. Nach einem Physikstudium promovierte Müller 1992 im Fach Informatik an der Universität Karlsruhe und war in der Folge an verschiedenen Instituten als (Gast-)Wissenschaftler sowie Abteilungs- und Forschungsgruppenleiter tätig – etwa der University of Tokyo oder dem Fraunhofer-Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik (FIRST) in Berlin. Zwischen 1999 und 2006 hatte er Professuren für Neuronale Netze und Zeitreihenanalyse bzw. für Neuroinformatik an der Universität Potsdam inne, wechselte 2006 aber als Professor für Maschinelles Lernen an die TU Berlin. Seit 2020 ist Müller außerdem Co-Direktor am Berlin Institute for the Foundations of Learning and Data (BIFOLD) an der TU Berlin. Die Leopoldina machte ihn 2012 zum Mitglied in ihrer Sektion Informationswissenschaften.

Chemiker Armido Studer erhält den Leibniz-Preis für seine Arbeiten auf dem Gebiet der organischen Radikalchemie, insbesondere für die Entwicklung nachhaltiger Syntheseverfahren mit organischen Radikalen. Studer promovierte nach dem Chemiestudium 1995 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich/Schweiz. Nach einem Postdoc-Aufenthalt an der University of Pittsburgh in Pennsylvania/USA habilitierte er sich 2020 an der ETHZ. Im gleichen Jahr folgte der Ruf auf eine C3-Professur an der Philipps-Universität Marburg, bevor er 2004 an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster wechselte und hier seitdem als Professor für Organische Chemie lehrt. Der Leopoldina gehört Armido Studer seit 2020 als Mitglied der Sektion Chemie an.

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