Bericht „Mut zur Zukunft“ – Zehn Jahre Berlin Prozess Westbalkan

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In diesem Jahr feiert der Berlin Prozess sein zehnjähriges Jubiläum unter deutschem Vorsitz. Diese von der Bundesregierung gestartete zwischenstaatliche Initiative umfasst mittlerweile 16 europäische Länder. Sie hat das Ziel, die sechs Westbalkan-Länder Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien in die Europäische Union (EU) zu integrieren. Im Auftrag der Bundesregierung koordiniert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina die Säule „Bildung, Wissenschaft und Innovation“. Das dafür vorgesehene Format ist die „Gemeinsame Wissenschaftskonferenz des Berlin Prozesses“.

Unter dem Motto „Mut zur Zukunft“ fand am 30. September und 1. Oktober 2024 in der Staatsbibliothek zu Berlin das achte Treffen dieser Konferenz statt. Über 60 Leiterinnen und Leiter von Wissenschaftseinrichtungen sowie Sachverständige aus den 16 Ländern des Berlin Prozesses nahmen teil.
Sie entwickelten eine gemeinsame wissenschaftspolitische Position zur stärkeren Integration des Westbalkans in EU-Strukturen und -Programme für Bildung, Forschung und Innovation. Ein weiteres zentrales Thema war die sogenannte „dritte Mission“ von Bildung, Wissenschaft und Kultur. Mit Blick auf Gefahren für die Demokratie wurden sichere Dialogräume gefordert, damit die gesellschaftspolitische Verantwortung von Wissenschaft und Kultur zum Tragen kommt.

In seiner Grundsatzrede betonte Leopoldina-Präsident Gerald Haug, dass sich der Erfolg des Berlin Prozesses aus dem Einsatz aller Beteiligten speise. Der vertrauliche Austausch und die Selbstreflexion, die in der Wissenschaft Standard seien, würden dabei mit evidenzbasierter Beratung verknüpft. Auch das Zusammenwirken mit der Politik spiele eine wichtige Rolle bei diesem Vorhaben der Wissenschaftsdiplomatie. Nach zehn Jahren, so Haug, „geht es nicht mehr nur um Wissenschaft für Diplomatie, sondern in heutiger Zeit auch um Wissenschaft für Demokratie und Wissenschaft für gute Politik“.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, übermittelte eine ermutigende Botschaft: Deutschland bleibe an der Seite des westlichen Balkans, auch in der internationalen Wissenschaftskooperation. Ein starkes, geeintes Europa erfordere
Zusammenhalt in Freiheit sowie den nachhaltigen Fortschritt, der auf exzellenter Bildung, Forschung, Innovation beruht.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hob die Bedeutung des Westbalkans für die kulturelle Identität und „Vollständigkeit“ Europas hervor. Dies zöge sich als roter Faden von der Geschichte bis zur Gegenwart, und zwar unabhängig von den jeweiligen Herausforderungen.
Zum Abschluss der Konferenz lud Kai Gehring, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages, die Teilnehmenden ins Paul-Löbe-Haus zu einem Austausch über die Ergebnisse der Konferenz ein. Diese wurden als Empfehlungen in die Vorbereitungen des Westbalkan-Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs eingespeist. Es fand auf Einladung des Bundeskanzlers, Olaf Scholz, am 14. Oktober ebenfalls in Berlin statt.

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