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Press Release | Wednesday, 16. September 2009

Stellungnahme zu Berichten über ein Energieforschungskonzept

Zu Medienberichten über ein Energieforschungskonzept nehmen die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina), die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) Stellung, um auf diesem Wege zu einer sachlichen Diskussion beizutragen.

Die Empfehlung ist auf Bitte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von den drei Wissenschaftsakademien Leopoldina, acatech und BBAW erarbeitet worden. Richtig ist, dass sich die Präsidenten der drei Akademien darauf verständigt haben, das „Konzept für ein integriertes Forschungsprogramm für Deutschland“ erst nach der Bundestagswahl zu präsentieren. Grund dafür war die Befürchtung, dass das Konzept im Wahlkampf parteipolitischen Interessen dienen könnte.

Der Tenor, es handele sich beim Konzept um eine “Atomstudie“, ist falsch. Richtig ist, dass im Konzept auch die Kernkraft vorkommt. Gegenüber der Erörterung fossiler und regenerativer Energien spielt sie darin jedoch keine herausgehobene Rolle. Im Mittelpunkt der Studie stehen vielmehr die so genannten “No regret Forschungsmaßnahmen“, all jene Maßnahmen, die auf Energieeffizienz und die verlustarme Verteilung (Netze) bzw. Speicherung von Energie setzen. Die Akademien plädieren gleichwohl dafür, die Erforschung der Kernenergie nicht aufzugeben, um die bestehenden Kraftwerke hierzulande bestmöglich betreiben zu können. Eine Empfehlung zum Bau neuer Kernkraftwerke ist in der Studie nicht enthalten. Gefordert wird anders als in den meisten anderen vergleichbaren Studien eine systemische Betrachtungsweise, die neben allen technologischen Optionen des Energiemix insbesondere die ökonomischen, rechtlichen, aber auch soziologischen Rahmenbedingungen forciert.

Die Akademien halten an ihrem Vorhaben fest, das Konzept der Öffentlichkeit im Beisein sämtlicher Experten und der Präsidenten der drei Akademien Mitte Oktober in Berlin vorzustellen. Da in den Medien aber bereits Teile der vorläufigen Fassung der Studie zitiert werden, stellen sie die Fassung vom Juni der Öffentlichkeit bereits jetzt im Internet zur Verfügung.

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Caroline Wichmann

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