Hirnorganoide – Chancen und Grenzen

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Seit einigen Jahren gibt es intensive Forschungen zu und mit Organoiden. Organoide sind Organstrukturen, die mithilfe von Stammzellen in vitro, also außerhalb des Körpers, erzeugt werden. Sie sind keine vollständig ausgebildeten Organe. Eine Vielzahl von Hoffnungen und Erwartungen knüpfen sich an Organoide: von der Krankheitsmodellierung über die Testung von Medikamenten bis hin zum Ersatz erkrankten Gewebes. Insbesondere Hirnorganoide versprechen dabei einen substanziellen Fortschritt für Forschung und Therapie, nicht zuletzt da neurologische und psychiatrische Erkrankungen in der Regel nicht am Tiermodell erforschbar sind.

In der Berichterstattung zum Thema Hirnorganoide wurden in den vergangenen Jahren zum Teil Assoziationen an die Herstellung „künstlicher Menschen“ oder voll funktionsfähiger „Mini-Gehirne“ in der Petrischale geweckt. Das Wissen über die Grundlagen dieser relativ jungen Forschung, ihrer Methoden und Ziele ist in der Öffentlichkeit noch sehr gering, so dass leicht entsprechende Befürchtungen, aber auch überzogene Erwartungen an den unmittelbaren therapeutischen Nutzen dieser Forschung gestellt werden können.

In einer Stellungnahme sollen die wissenschaftlichen Hintergründe der Forschung an Hirnorganoiden sowie ethische und rechtliche Fragen in diesem Bereich zusammengestellt werden. Ziel ist es, eine informierte Diskussion über diese Forschung und ihre Anwendungen zu ermöglichen.

Sprecher der Arbeitsgruppe

Mitglieder der Arbeitsgruppe

  • Prof. Dr. Dr. Elisabeth Binder ML, Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Abteilung Translationale Forschung in der Psychiatrie, München
  • Prof. Dr. Oliver Brüstle ML, Institut für Rekonstruktive Neurobiologie, Life & Brain Center, Universitätsklinikum Bonn
  • Prof. Dr. Magdalena Götz ML, Institut für Stammzellforschung, Helmholtz Zentrum München
  • Prof. Dr. Christine Hauskeller, Professor of Philosophy, Universität Exeter (Großbritannien)
  • Prof. Dr. Moritz Helmstaedter, Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt a.M.
  • Prof. Dr. Claus C. Hilgetag, Computational Neuroscience, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Prof. Dr. Philipp Koch, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Abteilung Translationale Hirnforschung
  • Prof. Dr. Dr. Thomas Lengauer ML, Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken
  • Prof. Dr. Reinhard Merkel ML, Prof. em für Strafrecht und Rechtsphilosophie, Universität Hamburg
  • PD Dr. Thomas Rauen, Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie, Münster
  • Prof. Dr. Bettina Schöne-Seifert ML, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin, Universität Münster
  • Prof. Dr. Wolf Singer ML, Ernst Strüngmann Institute (ESI) for Neuroscience in Kooperation mit der Max‐Planck‐Gesellschaft, Frankfurt a.M.
  • Prof. Dr. Jochen Taupitz ML, Seniorprofessur für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht, internationales Privatrecht und Rechts¬vergleichung, Universität Mannheim

ML = Mitglied der Leopoldina

Kontakt Dr. Henning Steinicke

Stellvertretender Leiter der Abteilung Wissenschaft – Politik – Gesellschaft

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