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Press Release | Friday, 17. October 2003

Akademie Leopoldina ehrt den Wissenschaftshistoriker Dr. Carsten Reinhardt (Regensburg) mit dem Georg-Uschmann-Preis für Wissenschaftsgeschichte

Carsten Reinhardt erhält diesen Preis für seine hervorragende Habilitationsschrift "Physical Instrumentation and its Impact on Chemistry: Nuclear Magnetic Resonance and Mass Spectrometry, 1950-1980"

In seiner Habilitation untersucht Carsten Reinhardt an zwei für die Strukturaufklärung in der Chemie zentralen Methoden, wie sich physikalische Instrumente und chemische Forschungsprogramme wechselseitig beeinflussen und zugleich neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Hochschulforschung und Industrie initiieren. Die Arbeit rekonstruiert längerfristige Prozesse der Interaktion und Transformation von Disziplinen, ausgelöst durch die Einführung der instrumentellen Untersuchungsverfahren von Kernmagnetischer Resonanzspektroskopie (NMR) und Massenspektrometrie. Der Transfer von Methoden und Techniken über Disziplinen hinweg und die damit einher gehenden Anpassungs- und Differenzierungsprozesse bilden den inhaltlichen Kern der Arbeit. Zentral ist die Erkenntnis, dass solche Prozesse nicht einfach im Austausch von Daten und Prozeduren bestehen, sondern komplexe Anpassungsvorgänge durchlaufen müssen, um in der Zieldisziplin wirksam werden zu können. 

Damit wird ein Beitrag zur Zeitgeschichte der Naturwissenschaft ausgezeichnet, dessen international vergleichende Perspektive und dessen Bezug zu Arbeitsweisen der modernen chemisch-physikalischen Forschung nicht bloß für Historiker von Interesse sein wird. 

Zum Preisträger:
Carsten Reinhardt (Jahrgang 1966) hat Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik an der Universität in Stuttgart und der TU Berlin studiert, 1992 mit dem Magister abgeschlossen und 1996 an der TU Berlin in Wissenschafts- und Technikgeschichte promoviert. Seit 1997 ist er Hochschulassistent am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte der Universität Regensburg.

Preis und Preisvergabe:
Die Vergabe des Georg-Uschmann-Preises für Wissenschaftsgeschichte findet im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung am 17. Oktober 2003 in Halle (Saale) statt. 

Er wird alle zwei Jahre für eine wissenschaftshistorisch hervorragende Einzelleistung an jüngere Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler vergeben und trägt den Namen des Jenaer Wissenschaftshistorikers Georg Uschmann (1913-1986). Gestiftet wurde er 1996 von Ilse und Eugen Seibold (Freiburg/Br.) und ist mit 2 000 Euro dotiert.

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