Biographische Studien zu Leopoldina-Mitgliedern im Nationalsozialismus
Wie agierten Leopoldina-Mitglieder während des Nationalsozialismus? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Projekts „Biografische Studien zu Leopoldina-Mitgliedern im Nationalsozialismus“, das an die seit zwei Jahrzehnten intensiv betriebene Erforschung der eigenen Geschichte der Leopoldina anknüpft. Das von Wolfgang U. Eckart ML † initiierte und von der VolkswagenStiftung geförderte Vorhaben hat zum Ziel, ausgewählte Biografien von Leopoldina-Mitgliedern im Nationalsozialismus zu erarbeiten und zu analysieren sowie eine Datenbank zu den im „Dritten Reich“ wissenschaftlich aktiven Mitgliedern aufzubauen.
Zuletzt bearbeitet: 18. März 2026
Publikationen, Ressourcen und Veranstaltungen
Das Projekt stützt sich auf die vorliegende wissenschaftshistorische und biografische Forschung zu den Mitgliedern sowie auf eigene Recherchen, vor allem im Leopoldina-Archiv. Im Rahmen der ersten Förderphase (2021-2024) konnten so Kurzbiografien zu ausgewählten Mitgliedern aus den verschiedenen Sektionen der Leopoldina verfasst werden, die zum Ende des Projekts über die digitale Bibliothek der Leopoldina für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Daneben entsteht eine relationale Datenbank, die neben biografischen Grunddaten zu den Mitgliedern auch Informationen zur Leopoldina-Mitgliedschaft (Zuwahldatum, Zuwahlvorschläge, Ämter) sowie zu beruflichen Stationen, Forschungsinteressen und Nähe zum politischen Regime (Parteimitgliedschaften, Verbindungen zu NS-Forschungsvorhaben) erfasst. Die Datenbank wird im Rahmen der zweiten Förderphase (2024-2026) sukzessive weiterentwickelt und nach Projektende veröffentlicht. Daraus gewonnene Ergebnisse werden zudem in weiteren Publikationen festgehalten.
Die Ergebnisse dieser Forschungen werden in die vertiefte Auseinandersetzung der heutigen Nationalen Akademie der Wissenschaften mit dem Handeln ihrer Mitglieder sowie mit ihrer eigenen Verantwortung einfließen.
Das Projekt wird in der Abteilung Forschungsbibliothek und Wissenschaftreflexion durchgeführt und organisatorisch wie infrastrukturell unterstützt. Inhaltlich begleitet wird es von einem unabhängigen wissenschaftlichen Beirat, dessen Mitglieder nicht zugleich Mitglieder der Leopoldina sind.
Förderung
Projektlaufzeit
2021 - 2026
Projektleitung
- Dieter Hoffmann ML, Berlin
- Karl-Heinz Leven ML, Erlangen
- Ute Planert, Köln
- Carsten Reinhardt ML, Bielefeld
- Volker Roelcke ML, Gießen
- Paul J. Weindling ML, Oxford
Projektbeirat
- Dr. Johanna Brumberg, VolkswagenStiftung, Hannover
- Dr. Sören Flachowsky, Humboldt-Universität zu Berlin
- Prof. Dr. Christoph Gradmann, Universität Oslo
- PD Dr. Susanne Heim, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin
- Prof. Dr. Veronika Lipphardt, Universität Freiburg
- Prof. Dr. Gabriele Metzler, Humboldt-Universität zu Berlin
- Prof. Dr. Volker Remmert, Bergische Universität Wuppertal
- Prof. Dr. Maike Rotzoll, Philipps-Universität Marburg
- PD Dr. Désirée Schauz, Karlsruher Institut für Technologie
- Prof. Dr. Arne Schirrmacher, Humboldt-Universität zu Berlin
- Prof. Dr. Silke Schwandt, Universität Bielefeld
- Prof. Dr. Friedemann Stengel, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Projektbearbeitung
- Lucy Betke, wissenschaftliche Mitarbeiterin
- Dr. Petra Rentrop-Koch, Projektkoordination
- Lisa Stolz, Projektkoordination