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Foto: Philip Benjamin

Prof. Dr.

Stefan M. Pfister

Year of election: 2020
Section: Gynaecology and Paediatrics
City: Heidelberg
Country: Germany
Stefan M. Pfister mit Léopold Griffuel Award geehrt
CV Stefan M. Pfister - Deutsch (PDF)

Research

Forschungsschwerpunkte: Pädiatrische Neuroonkologie, Genomik, Epigenomik, Einzelzellanalyse, molekulare Diagnostik, Tumorklassifikation, erbliche Veranlagung, Computerbiologie, Hirntumor-Modelle, präklinische Arzneimittelprüfung

Stefan Pfister ist Kinderarzt und Molekularbiologe. Er erforscht die molekularen Grundlagen von bösartigen Hirntumoren bei Kindern, welche zum Beispiel zur Methylierungs-basierten Tumorklassifikation eingesetzt werden. Er entwickelt Modelle von Hirntumoren und erprobt neue Therapiemöglichkeiten. Dabei hat Pfister Veränderungen im Erbgut der Tumore entdeckt, die als Biomarker für den Krankheitsverlauf und die Ansprache von Therapien genutzt werden können. Ziel ist die Umsetzung neuartiger Erkenntnisse in einen klinischen Kontext zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Hirntumore bei Kindern können sehr unterschiedlich verlaufen und durch die Erkrankung selbst und die Behandlungen können oft Spätfolgen entstehen, die das Gehirn dauerhaft schädigen. Stefan Pfister charakterisiert Hirntumore bei Kindern sowohl genetisch als auch epigenetisch. Er klassifiziert sie, identifiziert das genetische Repertoire der Tumoren und bewertet die erbliche Veranlagung. Die in Heidelberg im Rahmen einer weltweiten Kooperation entwickelte Methylierungs-basierte Tumorklassifikation hat zuletzt breiten Eingang in die WHO Klassifikationen für ZNS-Tumoren und Pädiatrische Tumoren gefunden. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch die Entwicklung zuverlässiger Modelle und daran die präklinische Erprobung und Priorisierung neuer Behandlungsmöglichkeiten.

Die Forschung von Stefan Pfister trägt wesentlich dazu bei, die biologischen Grundlagen kindlicher Hirntumoren besser zu verstehen (zum Beispiel die Ursprungszellen) und molekulare Ergebnisse in die klinische Anwendung zu übertragen. Die ist aus klinischer Sicht dringend notwendig, da Hirntumoren die wesentlich häufigeren Blutkrebserkrankungen (hämatologischen Krebserkrankungen) von der Spitze der krebsbedingten Sterblichkeitsstatistiken bei Kindern verdrängt haben.

Ziel seiner Arbeit ist nicht nur die umfassende genetische Analyse von Tumoren (z.B. mittels Hochdurchsatzsequenzierung), sondern auch die Nutzbarmachung dieser Daten zum Wohle des Patienten in nationalen und internationalen Populations-basierten Kohorten, z.B. im Rahmen der INFORM-Plattform. Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der systematischen präklinischen Erprobung (in-vivo & in-vitro) von neuen Therapiezielen, häufig in Kombination mit etablierten Zytostatika oder Chemotherapeutika. Am Ende dieses Prozesses steht die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit maßgeschneiderten Therapiemaßnahmen („Personalisierte Krebstherapie“).

Werdegang

  • seit 2016 Direktor des Präklinischen Programms am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)
  • 2015 Master-Abschluss, Management
  • seit 2014 Professur (W3) für Kinderonkologie und Oberarzt, Abteilung Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie, Universitätsklinikum Heidelberg
  • seit 2012 Leiter der Abteilung Pädiatrische Neuroonkologie, Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (DKFZ)
  • 2010 Habilitation und Venia Legendi für das Fach Kinderheilkunde, Universität Heidelberg
  • seit 2010 Facharzt für Kinderheilkunde
  • seit 2006 Arbeitsgruppenleiter der Forschungsgruppe „Molekulargenetik Kindlicher Hirntumoren“, Deutsches Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft und Universitätsklinikum Heidelberg
  • 2006-2009 Facharztausbildung in der Abteilung Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie, Universitätsklinikum Heidelberg
  • 2004-2006 Postdoktorand in der Abteilung Molekulare Genetik, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
  • 2002-2004 Facharztausbildung, Abteilung Pädiatrie, Universitätsmedizin Mannheim
  • 1999-2000 Postdoktorand in der Abteilung Tumorimmunologie, Dana-Farber Cancer-lnstitute, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts, USA
  • 1997-1999 Dissertation in der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universitätskinderklinikum Tübingen
  • 1994-2002 Studium der Humanmedizin, Universitäten Hamburg und Eberhard Karls Universität Tübingen

Funktionen

  • Koordination des internationalen Präzisions-OnkoIogie-Programms für Kinder mit Hochrisikotumoren und Tumorrückfällen „INdividualized Therapy FOr Relapsed Malignancies in Childhood (INFORM)“
  • Koordination des bundesweiten Programms „Molekulare Neuropathologie 2.0 zur Erhöhung der diagnostischen Genauigkeitbei Hirntumoren im Kindesalter“

Projekte

  • „Innovative Therapies for Children with Cancer Paediatric Preclinical Proof-of-concept Platform (ITCC-P4)“, gefördert durch Europäische Union im Rahmen der IMI-2 Initiative
  • „Matching CNS Lineage Maps with Molecular Brain Tumor Portraits for Translational Exploitation)“, gefördert durch European Research Council (ERC)
  • „INFORM - Transition in die Krankenversorgung“, gefördert durch Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • „BRCAddict: Harnessing BRCAness as a therapeutic target in high-risk pediatric solid tumors“, gefördert durch Horizon 2020, Europäische Union
  • „Molecular tumour profiling“, Teilprojekt zu „ADDRess: Translational Research for Persons with Abnormal DNA Damage Response“ , gefördert durch Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • „Molecular Neuropathology International Registry“, gefördert Kinderkrebsstiftung
  • Krebsprädispositionsregister: www.krebspraedisposition.de, gefördert durch Kinderkrebsstiftung

Auszeichnungen und Mitgliedschaften

  • 2021 Léopold Griffuel Award der Association pour la Recherche sur le Cancer (ARC)
  • seit 2020 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2018 Heidelberg Molecular Life Science Preis, Universität Heidelberg
  • 2016 Internationaler Preis für translationale Neurowissenschaften der Gertrud-Reemtsma-Stiftung
  • 2014 Richtzenhain-Preis, Richtzenhain-Stiftung
  • 2013 Deutscher Krebspreis (Translationaler Teil), Deutsche Krebsstiftung
  • 2013 Württembergischer Krebspreis, Dres-Bayer-Stiftung
  • 2011 Alfred-Müller-Preis für die Erforschung von Hirntumoren, Deutsche Krebsforschungszentrum
  • 2011 Fritz-Lampert Preis für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie (gemeinsam mit Prof. Dr. Andrey Korshunov)
  • 2009 Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung
  • 2009 Förderpreis für Neuroonkologie, Stiftung Sibylle Assmus
  • 2008 Dr. Maresch-Klingelhöffer-Forschungspreis (gemeinsam mit Dr. Marc Remke und Dr. Wiebke Janzarik)
  • 2008 Dr. Hella-BühIer Forschungspreis, Universität Heidelberg

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