Medizin im Nationalsozialismus : Kulturen, Strukturen, Lebensgeschichten (2026)
Herausgegeben von Paul Weindling; Heiner Fangerau
- Menschenrechte
- Ethik
- Medizinforschung
- Wissenschaftsgeschichte
Weitere Informationen
Dieser Sammelband nimmt die seit den 1980er Jahren stark gewachsene Forschung zur Medizin im Nationalsozialismus zum Ausgangspunkt, um offene Fragen, neue Perspektiven und bislang weniger beachtete Themenfelder zu diskutieren. Im Zentrum stehen dabei nicht nur die Strukturen medizinischer Gewalt, die Verstrickung von Ärztinnen und Ärzten, Institutionen und Fachgesellschaften sowie die Nachwirkungen nationalsozialistischer Medizin nach 1945, sondern vor allem auch die Lebensgeschichten der von nationalsozialistischer Gewalt betroffenen Personen. Die Beiträge verbinden Forschungsüberblicke, Fallstudien sowie persönliche Reflexionen und zeigen, wie eng medizinisches Wissen, politische Ideologie, institutionelle Interessen und Praktiken der Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung miteinander verbunden waren. Zugleich wird deutlich, dass eine verantwortungsvolle Aufarbeitung der NS-Medizin nicht allein in der Analyse von Tätern, Institutionen und wissenschaftlichen Praktiken bestehen kann, sondern auch die Wiederherstellung von Namen, Biographien und individuellen Lebenszusammenhängen einschließen sollte. Der Band versteht sich daher als Beitrag zu einer Forschung, die medizinische Kulturen, institutionelle Strukturen und persönliche Lebensgeschichten zusammendenkt und damit neue Impulse für die Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus sowie für Fragen von Erinnerung und Verantwortung gibt.