Prof. Dr. Alexandra M. Freund

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  • Fachbereich Psychologie und Kognitionswissenschaften
  • Ort Zürich, Schweiz
  • Wahljahr 2019

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Lebensspannenpsychologie, Entwicklungsregulation, Motivation, lebenslanges Lernen, Altern

Alexandra M. Freund ist eine schweizerisch-deutsche Psychologin, die sich für verschiedene Facetten der psychologischen Entwicklung des Menschen interessiert. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie sich das individuelle Verhalten und Erleben, die Motivation und die Ziele von Erwachsenen im Laufe ihres Lebens verändern. Diese Prozesse haben ihrer Einschätzung nach einen großen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden und ein gesundes Altern.

Dabei geht Alexandra Freund von der Annahme aus, dass Menschen die Richtung und das Niveau ihrer Entwicklung aktiv mitbestimmen: Sie wählen bestimmte Ziele für sich aus, verfolgen diese oder lassen sie auch wieder fallen. Das aber beeinflusst ihr Verhalten in verschiedenen Situationen und über längere Zeiträume hinweg. Welche Ziele das im Einzelfall sind, hängt von verschiedenen kulturellen und sozialen sowie von technischen, organisatorischen und umweltbedingten Einflüssen ab. In der Regel verschreiben sich Menschen Zielen, die sie einerseits für erstrebenswert und andererseits für erreichbar halten. Die Herausforderung besteht darin, die Schnittmenge zwischen beiden zu finden. 

Diese Notwendigkeit kann je nach Alter zu unterschiedlichen Prioritäten führen. Viele Menschen haben eine „Bucket List“ – eine Vorstellung davon, was sie im Laufe ihres Lebens unbedingt erreichen und erleben wollen. Die stark gestiegene Lebenserwartung und eine höhere Fitness im Alter haben nach Einschätzung von Alexandra Freund dazu geführt, dass sich anspruchsvolle berufliche und familiäre Ziele heutzutage verstärkt im jungen und mittleren Erwachsenenleben konzentrieren. Auf die Bereiche Freizeit und Soziales wird sich hingegen verstärkt erst nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben konzentriert.

Allerdings bleibt nicht jedes Ziel ein Leben lang auf der Agenda. Was im Alter von Jahren 20 erstrebenswert schien, muss es nicht unbedingt mit 60 noch sein. Das ist ein Aspekt, der Alexandra Freund besonders interessiert. Denn diese Flexibilität biete die Chance, sich an veränderte Voraussetzungen und Möglichkeiten anzupassen. Eine Person, der Leistung wichtig sei, könne im frühen und mittleren Erwachsenenalter zum Beispiel leicht konkrete Ziele im Berufsleben definieren. Nach der Pensionierung verlege er oder sie sich dann unter Umständen auf andere Herausforderungen und engagiere sich beispielsweise in der Gemeinde oder im Ehrenamt. 

Diese Veränderung zeigt eine typische Entwicklung auf: Ältere Menschen tragen oft mehr zum Gemeinwohl bei als jüngere. So steigt mit den Jahren zum Beispiel die Bereitschaft, Geld zu spenden oder ehrenamtliche Arbeit zu leisten. Das hängt nach Ansicht der Psychologin nicht nur damit zusammen, dass Ältere oft mehr Ressourcen in Form von Zeit und Finanzen zur Verfügung haben. In Experimenten haben sie und ihr Team herausgefunden, dass sich auch die Motivation mit der Zeit verändert. In diesen Versuchen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kleine Geldbeträge für wohltätige Organisationen gewinnen oder verlieren. Dabei zeigten sich deutliche Altersunterschiede: Jüngere versuchten eher, den Gewinn zu maximieren, Älteren dagegen ging es eher darum, das schon Erspielte zu bewahren und Verluste zu vermeiden. 

Mithilfe solcher Ergebnisse aus der Motivationsforschung will Alexandra Freund auch besser verstehen, wie Menschen gesund altern können. Dabei scheint die Auswahl und das Verfolgen von Zielen durchaus eine Rolle zu spielen. Sich mehr auf soziale und altruistische Vorhaben zu konzentrieren, kann eine Möglichkeit bieten, Kontakte zu knüpfen und etwas in den eigenen Augen Sinnvolles für die Gesellschaft zu tun. Das wiederum trägt nach Einschätzung von Alexbdra Freund zu einem höheren Wohlbefinden und einem gesunden Altern bei.

  • 2026, 2022 Gastwissenschaftlerin, Kyoto University, Kyoto, Japan
  • 2018 Gastwissenschaftlerin, Booth School of Business, University of Chicago, Chicago, USA
  • 2015-2016 Gastwissenschaftlerin, Deutsches Primatenzentrum (DPZ), Göttingen
  • 2014 Gastwissenschaftlerin, Columbia Aging Center, Columbia University, New York City, USA
  • 2012 Gastwissenschaftlerin, Center for the Study of Emotion & Attention, University of Florida, Gainesville, USA
  • 2007-2008 Gastwissenschaftlerin, Center for Lifespan Development, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
  • seit 2005 Professorin, Lehrstuhl „Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter“, Psychologisches Institut, Universität Zürich, Zürich, Schweiz
  • 2003-2004 Außerordentliche Professorin, Human Development and Social Policy and Psychology, Northwestern University, Evanston, USA
  • 2003 Assistenzprofessorin, Human Development and Social Policy, Learning Sciences and Psychology, Northwestern University, Evanston, USA
  • 2002 Habilitation, Freie Universität Berlin
  • 1994-2002 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Center for Lifespan Development, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
  • 1994 Promotion, Freie Universität Berlin
  • 1993-1994 Postdoktorandin, Stanford University, Stanford, USA
  • 1990-1993 Doktorandin, Center for Lifespan Development, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
  • 1989 Diplom in Psychologie, Freie Universität Berlin
  • 1986-1989 Studium der Psychologie, Freie Universität Berlin
  • 1983-1986 Studium der Psychologie und Philosophie, Universität Heidelberg

  • 2022-2026 Vorsitzende, Wissenschaftlicher Beirat, Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Berlin
  • 2021-2025 Prodekanin für Laufbahn, Philosophische Fakultät, Universität Zürich, Zürich, Schweiz
  • 2022-2024 Präsidentin, Society for the Study of Motivation (SSM)
  • 2020-2022 Co-Sprecherin, Universitärer Forschungsschwerpunkt „Dynamics of Healthy Aging“, Universität Zürich, Zürich, Schweiz
  • seit 2019 Senatorin, Leibniz-Gemeinschaft
  • 2018-2022 Vorsitzende, Wissenschaftlicher Beirat, Universität zu Köln
  • 2018-2022 Wissenschaftlicher Beirat, Ernst Strüngmann Forum, Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), Frankfurt am Main
  • 2015-2019 Vorsitzende, Leibniz ScienceCampus „Primate Cognition“, Georg-August-Universität Göttingen
  • 2012-2022 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, DZA, Berlin
  • seit 2012 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Universität zu Köln
  • 2010-2018 Associate Editor, Psychology and Aging
  • 2009-2011 Sprecherin, Fachgruppe „Entwicklungspsychologie“, Deutsche Gesellschaft für Psychologie
  • seit 2008 Züricher Sprecherin, International Max Planck Research School on the Life Course
  • 2006-2010 Mitglied, Arbeitsgruppe „Humanprojekt: Zur Stellung des Menschen in der Natur“, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)

  • 2026-2029 Leiterin, Projekt „Transition to Retirement: The Role of Goals and Motives“, Schweizerischer Nationalfonds (SNF), Schweiz
  • 2023-2026 Co-Leiterin, Projekt „Promoting health-protective behaviors and well-being in pandemics: The role of social relationships“, SNF, Schweiz
  • 2022 Leiterin, Projekt „A cultural approach to motivated cognition“, SNF, Schweiz
  • 2020-2022 Co-Leiterin, Projekt „Predicting the endorsement of preventive behaviors in the context of the Corona virus pandemic: Examining temporal dynamics and the role of risk communication“, SNF, Schweiz
  • 2017-2021 Co-Leiterin, Projekt „The Role of Emotional and Motivational Attention in Healthy Aging: From The Lab to The Home“, Velux Stiftung, Zürich, Schweiz
  • 2015-2018 Beteiligte Wissenschaftlerin, Projekt „Why is social avoidance motivation detrimental to young but not older adults?“, SNF, Schweiz
  • 2012-2015 Leiterin, Projekt „Readiness to disengage from motivational conflict: Adult age differences and implications for emotional experiences“, SNF, Schweiz
  • 2011-2022 Beteiligte Wissenschaftlerin, „LIVES: Overcoming Vulnerability: Life Course Perspectives“, National Centre of Competence in Research (NCCR), SNF, Schweiz
  • 2010-2013 Co-Leiterin, Projekt „Social approach and avoidance motivation: The role of age“, SNF, Schweiz
  • 2009-2012 Leiterin, Projekt „Age-related consequences of gain and loss motivation“, SNF, Schweiz
  • 2007-2011 Leiterin, Projekt „Process and outcome focus - The role of age“, SNF, Schweiz

  • seit 2023 Mitglied, BBAW
  • seit 2019 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2017 Mitglied, Wilhelm-Wundt-Gesellschaft, Mannheim
  • 2015 Humboldt-Forschungspreis, Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn
  • 2015 Fellow, Society for Experimental Social Psychology
  • 2013 Mentoring-Preis, Fachgruppe „Entwicklungspsychologie“, Deutsche Gesellschaft für Psychologie
  • 2012 Fellow, Association for Psychological Science
  • 2000-2005 Gewähltes Gründungsmitglied, Junge Akademie, BBAW sowie Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

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