Arthur Hantzsch (✝︎)

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  • Fachbereich Chemie
  • Wahljahr 1887

Forschung

Arthur Rudolf Hantzsch war ein deutscher Chemiker. Er gehörte zu den Wegbereitern einer modernen Chemie und beschäftigte sich unter anderem mit der Elektrochemie und der Spektroskopie organischer Verbindungen. Außerdem lieferte er Grundlagen zur Synthese heterozyklischer Stickstoffverbindungen sowie zur Stereochemie von Stickstoffverbindungen. Nach ihm sind die Hantzsch-Dihydropyridin-Synthese und die Hantzsch-Pyrrol-Synthese benannt. Darüber hinaus ist er gemeinsam mit dem schwedischen Chemiker Oskar Widman Namensgeber des Hantzsch-Widman-Systems, einer Nomenklatur zur Beschreibung heterozyklischer chemischer Verbindungen.

Arthur Rudolf Hantzsch kam am 7. März 1857 in Dresden als Sohn des Weingroßhändlers Rudolf Hantzsch und seiner Frau Clara, geborene Baehr, zur Welt. Bereits als Kind interessierte er sich für Tiere und begeisterte sich später für Charles Darwin und Ernst Häckel. Er besuchte das Gymnasium „Zum heiligen Kreuz“ in Dresden, das er 1875 abschloss. Obwohl Chemie zu jener Zeit nicht im Unterricht gelehrt wurde, versuchte sich Hantzsch bereits als Schüler an einfachen chemischen Experimenten. Seinen Militärdienst leistete er zunächst für ein Jahr als Freiwilliger ab. Später wurde er zum Premierleutnant der Reserve beim Schützen-Regiment in Dresden befördert.

Bereits während seiner Studienzeit verlobte er sich mit Katharina Schilling, der ältesten Tochter des Dresdener Bildhauers Johannes Schilling. Das Paar heiratete 1883 und bekam drei Kinder: Gertrud, Susanna und Rudolf, der später die Enkelin des Philosophen und Naturwissenschaftlers Ernst Haeckel heiratete. Sieben Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 1904 heiratete Hantzsch die Schweizerin Hedwig Steiner. Diese Ehe blieb kinderlos.

Arthur Hantzsch war ein begeisterter Bergsteiger, ein Hobby, dem er sich vor allem während seiner Zeit in der Schweiz widmete. Er bezwang mehrere europäische Hochgebirgsgipfel, darunter den Mont Blanc. Hantzschs Sohn Rudolf verunglückte 1921 bei einer Rettungsaktion in Österreich am Großglockner.

Arthur Hantzsch starb am 14. März 1935 in Dresden.

Die Universität Leipzig vergibt ihm zu Ehren den Arthur-Hantzsch-Preis an Studierende und hat einen Hörsaal nach ihm benannt.

Arthur Rudolf Hantzsch studierte ab 1875 Chemie am Polytechnikum in Dresden und später an der Universität Würzburg, an der er 1880 promovierte. 1882 folgte die Habilitation „Über die Synthese pyridinartiger Verbindungen aus Acet-Essig-Aether und Aldehyd-Ammoniak“ an der Universität Leipzig. 1885 wurde er im Alter von 28 Jahren als Ordinarius an das Eidgenössische Polytechnikum in Zürich berufen, an dem zu jener Zeit ein neues chemisches Laboratorium aufgebaut wurde. Dort forschte er unter anderem zu den Synthesen heterozyklischer Verbindungen, darunter die des Thiazols. Während seiner Zeit in der Schweiz lehnte Hantzsch Rufe an die damals neu gegründete Clark University in Worchester/Massachusetts (1889) sowie an die Universität Rostock (1890) ab.

1893 folgte er einem Ruf an die Universität Würzburg, wo er die Nachfolge des Chemikers Emil Fischer (Nobelpreis für Chemie 1902) antrat. 1903 ging er an die Universität Leipzig, an der er Ordinarius für Chemie wurde. Dort begann er 1905 mit Forschungen über den Zusammenhang von Konstitution und Körperfarbe. So erschien 1907 eine Arbeit „Zur Konstitution und Körperfarbe von Derivaten der Dioxime des o-Benzochinons und Naphthochinons“. Ab 1917 widmete Hantzsch sich Untersuchungen zur Theorie von Säuren und Basen.

Hantzsch wurde 1927 emeritiert. Trotz Erreichens der Altersgrenze blieb er zwei weitere Jahre im Amt. Grund waren Schwierigkeiten an der Universität Leipzig bei der Neubesetzung seiner Stelle. 1932 zog er in seine Geburtsstadt Dresden zurück.

Hantzsch galt als begeisterter Hochschullehrer. Ein Beleg dafür: Bereits um 1900 betreute er viele englischsprachige Doktoranden im Fach Chemie. Zu seinen Schülern, Doktoranden und Assistenten gehörten unter anderem die späteren Nobelpreisträger Friedrich Bergius (Nobelpreis für Chemie 1931) und Alfred Werner (Nobelpreis für Chemie 1913). Der Pharmazeut und spätere XXII. Präsident der Akademie der Naturforscher Leopoldina, Kurt Mothes, bezeichnete Hantzsch als einer der Hochschullehrer, die ihn während seiner Studienzeit in Leipzig am nachhaltigsten beeinflusst hätten.

Arthur Hantzsch war Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1887), Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft Zürich (1896), Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (1904), Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften Göttingen (1926), Mitglied der Akademie der Wissenschaften Wien (1928) sowie Honorary Fellow der Chemical Society London (1929).

Außerdem war er seit 1926 Ehrendoktor der Technischen Hochschule Dresden. Um 1903 wurde ihm der Titel Geheimer Hofrat verliehen.

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