Prof. Dr. Christine Heim
- Fachbereich Psychologie und Kognitionswissenschaften
- Ort Berlin, Deutschland
- Wahljahr 2024
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Stress, Trauma, Entwicklung, Psychobiologie, Vulnerabilität
Christine Heim ist eine deutsch-amerikanische Psychologin, die insbesondere die psychobiologischen Auswirkungen von Stress und Trauma und deren langfristige Folgen für die Gesundheit erforscht. Ihre Arbeit verbindet Erkenntnisse aus Psychologie, Neurowissenschaften und Molekularbiologie und hat die Psychiatrie und Medizin um eine innovative Perspektive bereichert.
Die Wissenschaftlerin verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der psychologische, neuroendokrine, immunologische und neuronale Messungen integriert und durch bildgebende Verfahren ergänzt. Ihre Arbeiten zeigen, dass frühkindlicher Stress in Kombination mit genetischen Faktoren langfristige biologische „Narben“ hinterlässt, die sich auf Gehirnentwicklung, Immunfunktion und Verhalten auswirken.
Ein Schwerpunkt von Christine Heims Forschung liegt auf der Frage, wie frühkindlicher Stress die Anpassungsfähigkeit eines Menschen über die Lebensspanne hinweg beeinflusst und das Risiko für psychische und physische Erkrankungen erhöht. Traumatische Erfahrungen in der Kindheit gelten als Risikofaktoren für Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen sowie kardiovaskuläre und metabolische Störungen. Christine Heim untersucht, wie frühe Belastungen mit dem genetischen Bauplan des Gehirns interagieren und langfristig neurobiologische Schaltkreise beeinflussen, die Verhalten und physiologische Prozesse regulieren. Ihr Forschungsteam konnte nachweisen, dass frühkindlicher Stress tiefgreifende Veränderungen in der Stressregulation, dem Immunsystem und den neuronalen Netzwerken bewirkt. Im Fokus stehen dabei Gen-Umwelt-Interaktionen, die sich in epigenetischen Änderungen, wie DNA-Methylierungen, niederschlagen.
Im Hinblick auf biologische Prozesse, die in der frühen Kindheit zur biologischen Verankerung von Stress führen, ist es Ziel von Christine Heim, diese Prozesse nicht nur zu verstehen, sondern durch frühzeitige Interventionen krankheitsfördernde Mechanismen zu unterbrechen. Neue diagnostische Marker könnten zudem helfen, Risikopersonen frühzeitig zu identifizieren und ein Therapieansprechen besser einzuschätzen. Aktuell konzentriert sich ihre Forschung auf Längsschnittstudien, um die biologischen Einbettungsprozesse von frühkindlichem Stress auf neuronaler, physiologischer und molekularer Ebene zu erfassen. Eine ungünstige Kindheit korreliert mit veränderten Genexpressionsprofilen sowie einer vermehrten oder verminderten Expression mitochondrialer Proteine. Weitere Studien konzentrieren sich auf neurodegenerative und neuroinflammatorische Prozesse sowie auf die beschleunigte Hirnalterung nach frühkindlichen Belastungen. Studien unter Christine Heims Leitung haben gezeigt, dass belastende Kindheitserfahrungen das Risiko für Demenzerkrankungen im Alter erhöhen können. Frauen, die in ihrer Kindheit in hohem Maße Stress oder Trauma erlebten, wiesen im Blut vermehrt Biomarker für Entzündungen und Neurodegeneration auf, hatten ein geringeres Hirnvolumen und mehr kognitive Beeinträchtigungen.
Christine Heims Forschung zeigt, wie frühe Belastungen die Entwicklung des Gehirns prägen und wie gezielte Maßnahmen diese negativen Folgen verhindern oder abmildern können. Sie nutzt die Anpassungsfähigkeit des Nervensystems, um langfristig die Gesundheit zu fördern und resiliente Lebenswege zu ermöglichen. Ihre Erkenntnisse fließen in neue Konzepte zur Früherkennung und Intervention ein, die das individuelle Wohlbefinden verbessern und weitreichende positive Effekte auf das Gesundheitswesen haben.
Christine Heim ist eine deutsch-amerikanische Psychologin, die insbesondere die psychobiologischen Auswirkungen von Stress und Trauma und deren langfristige Folgen für die Gesundheit erforscht. Ihre Arbeit verbindet Erkenntnisse aus Psychologie, Neurowissenschaften und Molekularbiologie und hat die Psychiatrie und Medizin um eine innovative Perspektive bereichert.
Die Wissenschaftlerin verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der psychologische, neuroendokrine, immunologische und neuronale Messungen integriert und durch bildgebende Verfahren ergänzt. Ihre Arbeiten zeigen, dass frühkindlicher Stress in Kombination mit genetischen Faktoren langfristige biologische „Narben“ hinterlässt, die sich auf Gehirnentwicklung, Immunfunktion und Verhalten auswirken.
Ein Schwerpunkt von Christine Heims Forschung liegt auf der Frage, wie frühkindlicher Stress die Anpassungsfähigkeit eines Menschen über die Lebensspanne hinweg beeinflusst und das Risiko für psychische und physische Erkrankungen erhöht. Traumatische Erfahrungen in der Kindheit gelten als Risikofaktoren für Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen sowie kardiovaskuläre und metabolische Störungen. Christine Heim untersucht, wie frühe Belastungen mit dem genetischen Bauplan des Gehirns interagieren und langfristig neurobiologische Schaltkreise beeinflussen, die Verhalten und physiologische Prozesse regulieren. Ihr Forschungsteam konnte nachweisen, dass frühkindlicher Stress tiefgreifende Veränderungen in der Stressregulation, dem Immunsystem und den neuronalen Netzwerken bewirkt. Im Fokus stehen dabei Gen-Umwelt-Interaktionen, die sich in epigenetischen Änderungen, wie DNA-Methylierungen, niederschlagen.
Im Hinblick auf biologische Prozesse, die in der frühen Kindheit zur biologischen Verankerung von Stress führen, ist es Ziel von Christine Heim, diese Prozesse nicht nur zu verstehen, sondern durch frühzeitige Interventionen krankheitsfördernde Mechanismen zu unterbrechen. Neue diagnostische Marker könnten zudem helfen, Risikopersonen frühzeitig zu identifizieren und ein Therapieansprechen besser einzuschätzen. Aktuell konzentriert sich ihre Forschung auf Längsschnittstudien, um die biologischen Einbettungsprozesse von frühkindlichem Stress auf neuronaler, physiologischer und molekularer Ebene zu erfassen. Eine ungünstige Kindheit korreliert mit veränderten Genexpressionsprofilen sowie einer vermehrten oder verminderten Expression mitochondrialer Proteine. Weitere Studien konzentrieren sich auf neurodegenerative und neuroinflammatorische Prozesse sowie auf die beschleunigte Hirnalterung nach frühkindlichen Belastungen. Studien unter Christine Heims Leitung haben gezeigt, dass belastende Kindheitserfahrungen das Risiko für Demenzerkrankungen im Alter erhöhen können. Frauen, die in ihrer Kindheit in hohem Maße Stress oder Trauma erlebten, wiesen im Blut vermehrt Biomarker für Entzündungen und Neurodegeneration auf, hatten ein geringeres Hirnvolumen und mehr kognitive Beeinträchtigungen.
Christine Heims Forschung zeigt, wie frühe Belastungen die Entwicklung des Gehirns prägen und wie gezielte Maßnahmen diese negativen Folgen verhindern oder abmildern können. Sie nutzt die Anpassungsfähigkeit des Nervensystems, um langfristig die Gesundheit zu fördern und resiliente Lebenswege zu ermöglichen. Ihre Erkenntnisse fließen in neue Konzepte zur Früherkennung und Intervention ein, die das individuelle Wohlbefinden verbessern und weitreichende positive Effekte auf das Gesundheitswesen haben.
Werdegang
- seit 2024 Wissenschaftliche Centrumsleiterin, CharitéCentrum 1 (CC1) für Prävention, Human- und Gesundheitswissenschaften, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- 2014-2023 Research Professor, College of Health and Human Development, Pennsylvania State University, University Park, USA
- seit 2011 Professorin sowie Direktorin, Institut für Medizinische Psychologie, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- 2006-2011 Fellow, Center for Behavioral Neuroscience, Emory University, Atlanta, USA
- 2001-2007 Assistenzprofessorin, Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, Emory University School of Medicine, Atlanta, USA
- 1999-2001 Wissenschaftliche Assistentin, Abteilung für Klinische and Physiologische Psychologie, Universität Trier
- 1996-1999 Postdoktorandin, Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, Emory University School of Medicine, Atlanta, USA
- 1993-1996 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abteilung für Klinische and Physiologische Psychologie, Universität Trier
- 1996-1999 Postdoktorandin, Clinical Psychobiology, Emory University, Atlanta, USA
- 1996 Promotion in Psychologie, Universität Trier
- 1993 Diplom in Psychologie, Universität Trier
Funktionen
- seit 2024 Mitglied, Steuerungsgruppe Prävention, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2024 Mitglied, Forschungskommission, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2024 Mitglied, Haushaltskommission, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2023 Mitglied, Medizinsenat, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2023 Mitglied, Scientific Advisory Board, Right to Belong Consortium, University of Turku (UTU), Turku, University of Helsinki, Helsinki, University of Jyväskylä (JYU), Jyväskylä, sowie Aalto University, Espoo, Finnland
- seit 2022 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Zentrum für Traumaforschung, Universität Ulm
- 2022-2023 Sprecherin, Charité Mental Health Board, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2021 Mitglied, Vorstand, Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP)
- 2021-2023 Mitglied, Steering Committee 4 „Promoting Talent”, Berlin University Alliance (BUA)
- seit 2020 Mitglied, Tenure Track Strategy Board, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2020 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Zentralinstitut (ZI) für Seelische Gesundheit, Mannheim
- 2020 Mitglied, Auswahlkommission Junge Akademie, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) sowie Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- seit 2019 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Präventionsnetzwerk Vorpommern: Psychosoziale und neurobiologische Gesundheit von Schwangeren und jungen Müttern (PRIVILEG-M), Universität Greifswald
- seit 2018 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR), Mainz
- 2018-2019 Mitglied, Arbeitsgruppe „Akademische Personalentwicklung und Implementierung des Tenure Tracks als Karriereweg an der Charité“, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- 2017 Mitglied, Auswahlkommission Junge Akademie, BBAW sowie Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2017 Mitglied, Expertengruppe zur Stellungnahme „Refugee Mental Health“, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2017-2022 Mitglied, Ethikkommission, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2014 Mitglied, Steering Committee, Master Program in Medical Neuroscience, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- seit 2014 Stellvertretendes Mitglied, Fakultätsrat, Charité − Universitätsmedizin Berlin
- 2014-2020 Mitglied, Auswahlkommission, Elsa-NeumannStipendium des Landes Berlin (NaFöG), Universität der Künste Berlin
- 2012-2014 Mitglied, Education and Training Committee, American College of Neuropsychopharmacology (ACNP), Brentwood, USA
- 2009-2010 Mitglied, Awards Committee, International Society for Traumatic Stress Studies (ISTSS)
- 2009-2011 Mitglied, Faculty Development Committee, Department of Psychiatry and Behavioral Sciences, Emory University School of Medicine, Atlanta, USA
- 2008-2011 Mitglied, Institutional Review Board, Emory University School of Medicine, Atlanta, USA
- 2004-2007 Mitglied, General Clinical Research Center Advisory Committee, Emory University, Atlanta, USA
- 2003-2011 Mitglied, Membership Committee, International Society of Psychoneuroendocrinology (ISPNE)
Projekte
- seit 2024 Assoziiertes Mitglied, Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Göttingen
- seit 2023 Mitglied, Center for Safe and Healthy Children, College of Health and Human Development, Pennsylvania State University, University Park, USA
- 2023-2025 Principal Investigator, Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG)
- seit 2019 Leiterin, Teilprojekt „Frühkindlicher Stress und AUD: Identifizierung neuronaler und alltagsbezogener Ansatzpunkte für mechanismusbasierte Interventionen“, Transregio (TRR) 265, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- seit 2019 Beteiligte Wissenschaftlerin, Exzellenzcluster (EXC) 2049 „Comprehensive approaches to neurological and psychiatric disorders (NeuroCure)“, DFG
- seit 2019 Fellow, Max Planck School of Cognition, München
- seit 2018 Mitglied, Einstein Center for Neurosciences Berlin (CNS)
- 2017-2023 Leiterin, Projekt „ Translational Center for Child Maltreatment Studies. Etiological Processes in the Onset and Maintenance of Adverse Health Outcomes in Maltreated Youth“, National Institutes of Health (NIH), Bethesda, sowie Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development, Pennsylvania State University, University Park, USA
- 2017-2021 Leiterin, Projekt „Understanding and Mitigating the Impact of Early-Life Stress on Disease Risk: Towards Developmental Programming of Lifelong Health (Kids2Health)”, Forschungsnetzwerk zu lebenslanger Gesundheit, Kinder- und Jugendmedizin, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
- 2013-2017 Leiterin, Projekt „Immediate Biological Embedding of Maltreatment in Children“, Forschungsnetzwerk zu Folgen kindlicher Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung, BMBF
- 2013-2017 Mitantragstellerin, Projekt „Transgenerationale Übertragung von traumatischen Kindheitserfahrungen: Die Mutter-Kind-Interaktion bei traumatisierten Müttern mit Borderline-Pesönlichkeitsstörung“, DFG
- seit 2012 Mitglied, Berlin School of Mind and Brain
- seit 2011 Principal Investigator, EXC 2019 „NeuroCure – neue Perspektiven in der Therapie neurologischer Erkrankungen“, DFG
- 2001-2011 Mitglied, NIH Emory Conte Center for the Neuroscience of mental Disorders, Emory University, Atlanta, USA
- 2000-2003 Leiterin, Teilprojekt „Untersuchung der Mechanismen eines Hypocortisolismus und dessen Zielzelleneffekte bei der Posttraumatischen Belastungsstörung und bei stressabhängigen körperlichen Beschwerden“, Forschungsgruppe (FOR) 255, DFG
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- seit 2024 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- seit 2024 Mitglied, Berliner Wissenschaftliche Gesellschaft (BWG)
- 2015 Patricia R. Barchas Award in Sociophysiology, American Psychosomatic Association (heute: Society for Biopsychological Science and Medicine (SBSM)), USA
- 2015 Mitglied, BBAW
- 2008 Mitglied, American College of Neuropsychopharmacology (ACNP), USA
- 2007 Curt P. Richter Award (heute: Dirk Hekkhammer Award), International Society for Psychoneuroendocrinology (ISPNE)
- 2006 Research Scientist Career Development Award, NIH, Bethesda, USA
- 2006 Junior Faculty Research Grant Award, Anxiety Disorders Association of America (ADAA), USA
- 2005 Young Investigator Award, National Alliance for Research in Schizophrenia and Depression (NARSAD), USA
- 2004 Chaim Danieli Young Professional Award, International Society for Traumatic Stress Studies (ISTSS)
- 2003 Elected Scholar, Society for Biological Psychiatry (SOBP), Brentwood, USA
- 2002 Young Investigator Award, NARSAD, USA
- 2002 Travel Award, Endocrine Society, Washington D.C., USA
- 1998 Young Investigator Travel Award, ISPNE
- 1997 Dissertationspreis, Universität Trier