Prof. Dr. Markus Lerch
Zweitmitgliedschaft in der Sektion Global Health
- Fachbereich Innere Medizin und Dermatologie
- Ort München, Deutschland
- Wahljahr 2024
Forschung
Forschungsschwerpunkte: Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Pathophysiologie, Zellbiologie und Genetik von Erkrankungen des Pankreas
Markus M. Lerch ist ein deutscher Mediziner, Wissenschaftler und Hochschullehrer. Schwerpunkt seiner Forschung sind die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, insbesondere die Pankreatitis und das Pankreaskarzinom. Seine pathophysiologischen, genetischen und zellbiologischen Arbeiten zur Pankreatitis haben das Verständnis der Entstehung der Erkrankung grundlegend verändert und neue Ansätze für die Diagnostik und Behandlung eröffnet.
Markus Lerch zählt zu den weltweit bekanntesten und am meisten zitierten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). In experimentellen Studien konnte er einen bestimmten Zelltyp, die exokrine Azinuszelle, als Ausgangspunkt für die durch Gallensteine verursachten Pankreatitis sowie die Sekretionsblockade des Pankreasganges als auslösenden Mechanismus identifizieren. Diese Befunde konnte er später am Menschen bestätigten. Die Erstbeschreibung von mehreren Mechanismen, wie der Freisetzung von Calcium aus intrazellulären, endoplasmatischen Speichern bei der vorzeitigen Aktivierung von Verdauungsproteasen im Pankreas, die Bedeutung lysosomaler Enzyme bei deren Aktivierung, die Störung des intrazellulären Transportes und der Endozytose und die Identifizierung von Magnesium als physiologischen und therapeutisch einsetzbaren Gegenspieler der Calcium-Freisetzung waren Voraussetzung für drei internationale klinische Studien.
Einen Paradigmenwechsel stellte die Beobachtung seiner Arbeitsgruppe dar, dass Immunzellen wie Makrophagen, regulatorische T-Zellen und das NLRP-3 Inflammasom nicht nur den Schweregrad der Pankreatitis bestimmen, sondern auch als Auslöser bedeutsam sind. Diese Untersuchungen erlauben erstmals eine therapeutische Intervention bei Patientinnen und Patienten mit Pankreatitis, die auf der Modulation des Immunsystems basiert. In Patientenkohorten und einer populationsbasierten Studie konnte Markus Lerchs Arbeitsgruppe neue genetische Risikofaktoren für die Pankreatitis und vererbte Pankreaserkrankungen identifizieren. Zudem definierte sie bestimmte Biomarker, mit deren Hilfe sich die Pankreatitis diagnostizieren und vom Pankreaskarzinom abgrenzen lässt. Die Arbeitsgruppe von Markus Lerch beschrieb erstmals, dass die exokrine Pankreasfunktion, die Abgabe von Sekreten in den Dünndarm, nicht nur der wichtigste Regulator für die Zusammensetzung des Darmmikrobioms ist, sondern auch der entscheidende Faktor für dessen Langzeitstabilität.
Markus M. Lerch ist ein deutscher Mediziner, Wissenschaftler und Hochschullehrer. Schwerpunkt seiner Forschung sind die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, insbesondere die Pankreatitis und das Pankreaskarzinom. Seine pathophysiologischen, genetischen und zellbiologischen Arbeiten zur Pankreatitis haben das Verständnis der Entstehung der Erkrankung grundlegend verändert und neue Ansätze für die Diagnostik und Behandlung eröffnet.
Markus Lerch zählt zu den weltweit bekanntesten und am meisten zitierten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). In experimentellen Studien konnte er einen bestimmten Zelltyp, die exokrine Azinuszelle, als Ausgangspunkt für die durch Gallensteine verursachten Pankreatitis sowie die Sekretionsblockade des Pankreasganges als auslösenden Mechanismus identifizieren. Diese Befunde konnte er später am Menschen bestätigten. Die Erstbeschreibung von mehreren Mechanismen, wie der Freisetzung von Calcium aus intrazellulären, endoplasmatischen Speichern bei der vorzeitigen Aktivierung von Verdauungsproteasen im Pankreas, die Bedeutung lysosomaler Enzyme bei deren Aktivierung, die Störung des intrazellulären Transportes und der Endozytose und die Identifizierung von Magnesium als physiologischen und therapeutisch einsetzbaren Gegenspieler der Calcium-Freisetzung waren Voraussetzung für drei internationale klinische Studien.
Einen Paradigmenwechsel stellte die Beobachtung seiner Arbeitsgruppe dar, dass Immunzellen wie Makrophagen, regulatorische T-Zellen und das NLRP-3 Inflammasom nicht nur den Schweregrad der Pankreatitis bestimmen, sondern auch als Auslöser bedeutsam sind. Diese Untersuchungen erlauben erstmals eine therapeutische Intervention bei Patientinnen und Patienten mit Pankreatitis, die auf der Modulation des Immunsystems basiert. In Patientenkohorten und einer populationsbasierten Studie konnte Markus Lerchs Arbeitsgruppe neue genetische Risikofaktoren für die Pankreatitis und vererbte Pankreaserkrankungen identifizieren. Zudem definierte sie bestimmte Biomarker, mit deren Hilfe sich die Pankreatitis diagnostizieren und vom Pankreaskarzinom abgrenzen lässt. Die Arbeitsgruppe von Markus Lerch beschrieb erstmals, dass die exokrine Pankreasfunktion, die Abgabe von Sekreten in den Dünndarm, nicht nur der wichtigste Regulator für die Zusammensetzung des Darmmikrobioms ist, sondern auch der entscheidende Faktor für dessen Langzeitstabilität.
Werdegang
- seit 2021 Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU Klinikum)
- 2007-2020 Direktor, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin A, Universitätsmedizin Greifswald
- 2003-2020 Professor für Gastroenterologie, Stoffwechsel und Ernährungsmedizin, Universität Greifswald
- 2003 Facharzt für Endokrinologie und Diabetologie
- 1997-2003 Professor, Medizinische Klinik und Poliklinik B, Universität Münster
- 1996-1997 Oberarzt, Innere Medizin II, Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
- 1996-1997 Lehrbeauftragter für Innere Medizin und Pathophysiologie, Innere Medizin II, Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
- 1996 Facharzt für Biochemie
- 1994-1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Abteilung Molekularbiologie, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
- 1994 Oberarzt, Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Ulm
- 1994 Habilitation, Medizinische Fakultät, Universität Ulm
- 1993 Facharzt für Innere Medizin
- 1993 Facharzt für Gastroenterologie
- 1992-1993 Assistenzarzt, Medizinische Klinik I, Universität Ulm
- 1991-1992 Dozent, Harvard Medical School, Harvard University, Boston, USA
- 1989-1991 Forschungsstipendiat, Beth Israel Hospital (heute: Beth Israel Deaconess Medical Center), Boston, sowie Harvard Medical School, Harvard University, Boston, USA
- 1989-1990 Forschungsstipendiat in Cell Biology, Dipartimento di Scienze farmacologiche e biomolecolari, Università degli Studi, Mailand, Italien
- 1984-1989 Assistenzarzt, Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum Aachen
- 1984 Assistenzarzt, Pathologisches Institut, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1984 Promotion in Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1983-1984 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Medizinische Klinik II, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1983 Approbation als Arzt
- 1983 Deutsches Staatsexamen
- 1983 US-Amerikanisches Staatsexamen, Educational Commission for Foreign Medical Graduates (ECFMG), USA
- 1976-1983 Studium der Medizin und Kunstgeschichte, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- 1980-1981 Studium der Medizin, University of Glasgow, Glasgow, UK
- 1981 Studium der Medizin, University of Toronto, Toronto, Kanada
- 1982-1983 Studium der Medizin, University of Massachusetts, Worcester, Mass., USA
Funktionen
- 2022 Präsident, 128. Kongress, Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)
- 2021-2022 Erster Vorsitzender, DGIM
- 2018-2020 Prodekan für Forschung und Klinische Angelegenheiten, Universitätsmedizin Greifswald
- 2017 Präsident, 72. Jahrestagung, Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
- 2017-2018 Präsident, European Pancreatic Club (EPC)
- 2015-2020 Mitglied, Prüfgruppe Klinische Studien, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- 2015-2020 Mitglied, Wissenschaftliche Kommission und Medizinausschuss, Wissenschaftsrat (WR)
- 2011-2016 Präsident, DGVS
- 2010-2013 Councillor, United European Gastroenterology (UEG)
- 2009-2011 Herausgeber, Frontiers in Gastrointestinal Research
- 2008-2016 Fachkollegiat, DFG
- 2007-2008 Präsident, International Association of Pancreatology (IAP)
- 2003-2009 Mitherausgeber, Gut
- 2002-2007 Generalsekretär, EPC
Projekte
- seit 2021 Co-Leiter, Sachbeihilfe „Einfluss des menschlichen Mikrobioms auf Krankheitsrisiken in der Bevölkerung (SHIP) und in Krankheitskohorten“, DFG
- seit 2020 Beteiligter Wissenschaftler, Sachbeihilfe „Die Rolle mikrobiombasierter Immunmodulation in der Pathogenese von Atherosklerose und in der Bemessung von kardiovaskulärem Risiko“, DFG
- 2014-2019 Beteiligter Wissenschaftler, Graduiertenkolleg (GRK) 1947 „BiOx: Biochemische, biophysikalische und biomedizinische Effekte von reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffspezies auf biologische Membranen“, DFG
- 2015-2019 Leiter, Projekt „Serum metabolic markers for the early detection of pancreatic cancer“, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
- 2011-2014 Leiter, Teilprojekt „Targeting proteases involved in tumor-stroma cross-talk“, Grant „EPC-TM: European Pancreatic Cancer-Tumour-Microenvironment Network. Targeting the tumour microenvironment to improve pancreatic cancer prognosis“, 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP), Europäische Union (EU)
- 2004-2006 Leiter, Sachbeihilfe „Die Rolle lysosomaler Cysteinproteinasen bei der experimentellen Pankreatitis“, DFG
- 2003-2012 Beteiligter Wissenschaftler, GRK 840 „Die Wechselwirkungen zwischen Erreger und Wirt bei generalisierten bakteriellen Infektionen“, DFG
- 2003-2009 Leiter, Schwerpunktprogramm (SPP) „Zelladhäsion, Migration und Invasion: Molekulare Grundlagen und klinische Bedeutung bei Tumorprogression und Metastasierung. Dephosphorylierung von Zell-Zell-Kontakt-Proteinen und die Rolle der Catenin Regulation für die epitheliale Tumorinvasion and Metastasierung“, Stiftung Deutsche Krebshilfe sowie Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung, Bonn
- 2003-2004 Beteiligter Wissenschaftler, Sachbeihilfe „Beeinflussung des Verlaufs der experimentellen Pankreatitis und der Pankreatitis-assoziierten Mikrozirkulationsschäden in Darmmukosa und Lunge mittels zentraler Nervenblockade durch Lokalanästhetika“, DFG
- 1999-2005 Leiter, Teilprojekt „Interaktion von Leukozyten und Epithelzellen bei der Entstehung und Regeneration der experimentellen Pankreatitis – Die Rolle von Interleukinen und Wachstumsfaktoren“, Sonderforschungsbereich (SFB) 293, DFG
- 1998-2003 Leiter, Sachbeihilfe „Die Rolle der Signaltransduktion bei der vorzeitigen, intrazellulären Aktivierung digestiver Proenzyme in exokrinen Zellen“, DFG
- 1997-2004 Stellvertretender Sprecher und Leiter, Teilprojekt „Regulation von Zell-Zell-Interaktionen im Pankreas durch Protein-Tyrosin-Phosphatasen”, Schwerpunktprogramm (SPP) 1028, DFG
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- seit 2024 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2024 Rakesh Tandon Memorial Oration, Indian Pancreas Club (IPC), Indien
- 2024 Crystal Leadership Award, Asian Institute of Gastroenterology
- 2022 Ehrenmitgliedschaft, European Pancreatic Club (EPC)
- 2021 Vay Liang & Frisca Go Award for Lifetime Achievement, American Pancreatic Association, USA
- 2018 George Palade Prize, International Association of Pancreatology (IAP)
- 2018 Ehrenmitgliedschaft, Polskie Towarzystwo Gastroenterologii (Polnische Gesellschaft für Gastroenterologie), Polen
- 2017 Paul D. Webster III Clinical State-of-the-Art-Lecture, American Pancreatic Association (APA), USA
- 2016 Rudolf W. Ammann memorial lecture and Lifetime Achievement Award, EPC
- seit 2016 Gewähltes Mitglied, Academia Europaea (AE)
- 2016 Wangensteen Lecture, University of Minnesota, Minneapolis, USA
- seit 2016 Adjunct Professor, University of Minnesota, Minneapolis, USA
- 2015 Peter Cotton Lecture in Endoscopic Innovation, Medical University of South Carolina, Charleston, USA
- 2014 Hetény Géza Emlékérem (Hetény Géza Gedenkmedaille) und Ehrenmitglied, Hungarian Society of Gastroenterology, Ungarn
- 2010 Comfort named visiting Professorship, Mayo Clinic, Rochester, USA
- 2007 Professor des Jahres – Lehrpreis für die beste klinische Lehre, Fachschaft Medizin, Universität Greifswald
- 2005 Frank P. Brooks Memorial Basic Science Lecture, APA, USA
- 2002 Fellow of the Royal College of Physicians (FRCP), London, UK
- 2001 Ehrenmitglied, Royal College of Physicians and Surgeons (FRCP) of Glasgow, Glasgow, UK
- 1998 Fellow, American College of Gastroenterology (ACG), Bethesda, USA
- 1993 Adolf-Kussmaul-Preis für Gastroenterologie, Südwestdeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie
- 1989-1991 Stipendium, DFG