Prof. Dr. Meike Stiesch

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  • Fachbereich Ophthalmologie, Oto-Rhino-Laryngologie, Stomatologie
  • Ort Hannover, Deutschland
  • Wahljahr 2025

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Aufklärung des oralen Mikrobioms, Implantat-assoziierte Infektionen, bakterielle Biofilme und Bakterien-Wirt-Interaktion, dentale Technologie und Biomaterialforschung, Implantatfunktionalisierung, dentales Tissue-Engineering  

Meike Stiesch ist eine deutsche Zahnmedizinerin. An der Schnittstelle zwischen oraler Mikrobiologie, klinischer Zahnmedizin, Materialwissenschaft und Hightech-Implantattechnologie forscht sie zu patientenindividuellen „intelligenten“ Implantatsystemen. Ein zentraler Forschungsfokus liegt auf bakteriellen Biofilmen und Implantat-assoziierten Infektionen. Mit ihrem Team konnte sie über Metagenom- und Genexpressionsanalysen die komplexen Interaktionen innerhalb des oralen Mikrobioms sowie die molekularen Mechanismen aufklären, die zur Entstehung Biofilm-assoziierter periimplantärer Infektionen führen, und damit wesentlich zur Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Strategien beitragen.

Darüber hinaus hat sie innovative 3D-Modelle aufgebaut, die Biomaterialien, patientenspezifische Gewebe und bakterielle Multispeziesbiofilme kombinieren und damit erstmals eine realitätsnahe Abbildung der klinischen Situation bei periimplantären Infektionen ermöglichen. Ergänzend erforscht sie Wechselwirkungen zwischen dem oralen Mikrobiom und systemischen Erkrankungen und konnte den Einfluss chronischer oraler Infektionen auf vaskuläre Degenerationsprozesse nachweisen. 

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt in der medizinischen Werkstoffkunde und -technologie. Hier forscht sie an neuen Materialien und Oberflächenfunktionalisierungen für medizinische Implantate.  Sie entwickelt und charakterisiert additiv gefertigte gradierte Implantate mit auf die patientenindividuelle Situation angepassten mechanischen und biologischen Eigenschaften. Zudem entwickelt das Team um Meike Stiesch innovative Funktionalisierungen, die auf autonomen Sensor-Aktor-Systemen basieren. Diese ermöglichen erstmals ein Implantat-Monitoring und eine frühzeitige Detektion von Implantat-assoziierten Komplikationen und bilden damit die Grundlage für die gezielte Induktion technischer oder biologischer Regenerationsprozesse im Sinne einer Selbstheilung. Die gewonnenen Daten werden in einem digitalen Implant-Lifecycle-Management zusammengeführt – mit dem Ziel einer nachhaltigen Erhöhung der Implantat- und damit Patientensicherheit. Mit dieser Pionierforschung gelang es Meike Stiesch als Sprecherin, den bislang einzigen Sonderforschungsbereich aus der Zahnmedizin heraus bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft einzuwerben (TRR/SFB 298 „Sicherheitsintegrierte und Infektionsreaktive Implantate – SIIRI“). Ihre Forschung ist konsequent interdisziplinär ausgerichtet und führt Zahn- und Humanmedizin mit Natur-, Ingenieur- und Kommunikationswissenschaften zusammen. 

  • seit 2026 Forschungsdekanin, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
  • seit 2005 Direktorin, Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde, MHH
  • 2005 Berufung auf den Lehrstuhl für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde, MHH
  • 2002 Habilitation und Venia legendi Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, MHH
  • 2001 Ernennung zur Oberärztin, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, MHH
  • 2001 Spezialistin für Prothetik, Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW) (seit 2010: DGPro – Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien)
  • 1998-2000 Postgraduiertenweiterbildung „Zahnärztliche Implantologie“, New York University (NYU), New York City, USA, sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, MHH
  • 1994-1998 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abteilung für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • 1994 Promotion zum Dr. med. dent., Universität Hamburg
  • 1988-1994 Studium der Zahnmedizin, Universität Hamburg

  • seit 2026 Mitglied, Medizinausschuss, Wissenschaftsrat (WR)
  • seit 2025 Forschungsdekanin, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
  • seit 2025 Vorsitzende, Forschungskommission, MHH
  • seit 2022 Co-Sprecherin, Forschungsgruppe (FOR) 5250 „Mechanismenbasierte Charakterisierung und Modellierung von permanenten und bioresorbierbaren Implantaten mit maßgeschneiderter Funktionalität auf Basis innovativer In-vivo-, In-vitro- und In-silico-Methoden“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • seit 2021 Sprecherin, Transregio/Sonderforschungsbereich 298 „Sicherheitsintegrierte und infektionsreaktive Implantate (SIIRI)“, DFG
  • seit 2021 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Leibniz-Institut für Interaktive Materialien (DWI), Aachen
  • 2020-2024 Stellvertretende Sprecherin, Fachkollegium „Medizin“, DFG
  • seit 2019 Vorstandsvorsitzende (MHH), Niedersächsisches Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE), Hannover
  • seit 2019 Mitglied, Ständige Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung, DFG
  • 2019-2025 Sprecherin der Professorinnen und Professoren des Senates, MHH
  • 2019-2023 Sprecherin, Forschungsverbund „BacData – Entwicklung analytischer Pipelines für die individualisierte Diagnostik und Therapie biofilm-assoziierter Infektionen“, Gemeinsames Förderprogramm zukunft.niedersachsen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie VolkswagenStiftung, Hannover
  • seit 2018 Mitglied, Programmkommission, Clinician Scientist-Programm „Young Academy – PRACTIS (PRogram of hAnnover medical school for Clinician scienTISts)“, DFG
  • 2016-2021 Präsidentin, Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien (DGPro)
  • 2016-2024 Mitglied, Fachkollegium Medizin, DFG
  • 2013-2019 Sprecherin, Forschungsverbund „BIOFABRICATION for NIFE“, Gemeinsames Förderprogramm zukunft.niedersachsen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie VolkswagenStiftung, Hannover
  • 2012-2016 Vizepräsidentin, DGPro
  • seit 2010 Aktives Mitglied, Richtlinienausschuss Biomaterialien in der Medizintechnik, Verband Deutscher Ingenieure (VDI)
  • 2012 Mitglied, Direktorium, Forschungsverbundzentrum für Biokompatibilität und Implantatimmunologie in der Medizintechnik (CrossBit), MHH
  • seit 2003 Mitglied, Forschungskommission, MHH
  • 2003-2025 Stimmberechtigtes Mitglied, Senat, MHH

  • seit 2024 Principal Investigator, Forschungsverbund „Matrix Evolution – Hierarchisch strukturierte, bioinspirierte Matrizes“, Medizinische Hochschule Hannover (MHH) sowie Leibniz Universität Hannover (LUH)
  • seit 2024 Principal Investigator, Graduiertenkolleg (GRK) „Anwendungsforschung für RNA-basierte Wirkstoffe in der Medizin- und Pharmatechnologie – RNApp“
  • seit 2023 Principal Investigator, Forschungsverbund „Micro-Replace Systems“, Gemeinsames Förderprogramm zukunft.niedersachsen, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie VolkswagenStiftung, Hannover
  • seit 2018 Mitglied, Exzellenzcluster (EXC) 2155 „Resolving Infection Susceptibility (RESIST)“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2014-2019 Mitglied, Exzellenzcluster (EXC) 62 „Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie (REBIRTH)“, DFG
  • seit 2011 Leiterin, Forschungsbereich „Implantat-assoziierte Infektionen“, Niedersächsisches Zentrum für Implantatforschung und Entwicklung (NIFE), Hannover
  • 2007-2014 Principal Investigator, Sonderforschungsbereich (SFB) 599 „Zukunftsfähige bioresorbierbare und permanente Implantate aus metallischen und keramischen Werkstoffen“, DFG

  • seit 2025 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2023 Mitglied, Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft (BWG)
  • seit 2020 Mitglied, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
  • 2018 Arnold-Biber-Preis, Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO)
  • seit 2014 Fellow, International Team for Implantology (ITI)
  • seit 2015 Academic Editor, PLoS One
  • 2012-2017 Editor in Chief, BioNanoMaterials
  • 2009 PEERS Forschungspreis, Platform for Exchange of Experience, Research and Science (PEERS)

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