Prof. Dr. Peter Strohschneider

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  • Fachbereich Kulturwissenschaften
  • Ort Halle (Saale), Deutschland
  • Wahljahr 2014

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Deutsche Literatur sowie Sprache des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Geschichte und Theorie vormoderner Textualität, Wissenschaftspolitik

Peter Strohschneider ist ein deutscher Literaturwissenschaftler, der sich auf Literatur, Sprache und Kultur des Mittelalters spezialisiert hat. In den zurückliegenden 20 Jahren hat er sich schwerpunktmäßig mit Wissenschaftspolitik und -verwaltung beschäftigt und in diesem Bereich verschiedene Aufgaben übernommen. So war er von 2013 bis 2019 Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und hat als Experte in zahlreichen wissenschaftlichen Gremien mitgearbeitet. 

Seine Forschungsinteressen im Bereich der Literaturwissenschaft gelten insbesondere der Geschichte und Theorie des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Romans sowie der mittelalterlichen Liedkunst, Novellistik und Hagiographie. Methodische und theoretische Schwerpunkte liegen vor allem in einer übergreifenden Kultur-, Institutionen- und Texttheorie, die er in einer „Historischen Kulturwissenschaft vom Text“ zusammenführt. 

Sein wissenschaftsadministratives und wissenschaftspolitisches Engagement verbindet Peter Strohschneider mit publizistischer Tätigkeit. Hierbei steht einerseits die institutionelle Entwicklung des Wissenschaftssystems mit seinen Universitäten, Bibliotheken und Sammlungen im Vordergrund. Andererseits geht es um Fragen der Wissenschaftsforschung sowie neuerdings insbesondere auch um das Verhältnis von Demokratie und Wissenschaft. Zuletzt erschien hierzu unter dem Titel „Wahrheiten und Mehrheiten“ eine „Kritik des autoritären Szientismus“ (München 2024).

Seit 2020 hat Peter Strohschneider seine Aktivitäten zudem auf den Bereich der Agrar-, Umwelt- und Ernährungspolitik ausgeweitet. Von 2020 bis 2023 saß er der von der Bundesregierung eingesetzten „Zukunftskommission Landwirtschaft“ vor, 2024 leitete er als Sonderberater der Präsidentin den „Strategischen Dialog zur Zukunft der EU-Landwirtschaft“ der Europäischen Kommission. Beide Stakeholder-Dialoge verabschiedeten einstimmig umfangreiche Empfehlungen zu einer ökologisch nachhaltigen, ökonomisch tragfähigen und sozial verantwortlichen Weiterentwicklung des Agrarsystems.

  • seit 2020 Professor im Ruhestand
  • 2013-2019 Präsident, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2002-2016 Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
  • 1992-2002 Lehrstuhl für Germanistische Mediävistik und Frühneuzeitforschung, Technische Universität (TU) Dresden
  • 1991 Habilitation für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, LMU München
  • 1984 Promotion, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
  • 1982-1992 Wissenschaftlicher Angestellter, Akademischer Rat a. Z. und Oberassistent, Institut für Deutsche Philologie, LMU München
  • 1982 Wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an Gymnasien
  • 1975-1982 Studium der Germanistik und Geschichtswissenschaft sowie Rechtswissenschaft, Soziologie und Politikwissenschaft, LMU München

  • seit 2026 Forschungskurator sowie Vorsitzender, Forschungsbeirat, Bereich „Forschung und Wissenschaftsreflexion“, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2024 Sonderberater der Präsidentin, Europäische Kommission sowie Vorsitzender, Strategic Dialogue on the Future of EU Agriculture, Europäische Kommission
  • 2023-2027 Stellvertretender Vorsitzender, Universitätsrat, Universität Wien, Wien, Österreich
  • seit 2020 Vorsitzender, Vorstand, Max-Uwe-Redler-Stiftung, Hamburg
  • seit 2020 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Klassik Stiftung Weimar
  • 2020-2024 Vorsitzender, Stiftungsrat sowie Stiftungsausschuss, Georg-August-Universität Göttingen
  • 2020-2023 Vorsitzender, Zukunftskommission Landwirtschaft, Bundesregierung
  • seit 2019 Mitglied, Kuratorium, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
  • seit 2019 Mitglied, Rat, Die Junge Akademie, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sowie Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2019 Stellvertretender Vorsitzender, Beirat, Kulturwissenschaftliches Institut Essen
  • 2019-2022 Mitglied, Committee for Freedom and Responsibility in Science, International Science Council
  • 2018-2023 Mitglied, Jury „Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis“, Max-Planck-Gesellschaft, München sowie Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn
  • seit 2016 Mitglied, Advisory Board, DAAD-University of Cambridge Research Hub for German Studies, Cambridge, UK
  • 2015-2019 Vorsitzender, Zukunftsrat „Kleine Fächer in Baden-Württemberg“, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Stuttgart
  • seit 2014 Vorsitzender, Internationale Expertenkommission „Elitenetzwerk Bayern“, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, München
  • 2013-2019 Mitglied, Wissenschaftlicher Beirat, Fritz Thyssen Stiftung, Köln
  • 2012-2016 Vorsitzender, Jury „Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz“, Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
  • 2012 Mitglied, International Consulting Committee, National Research Foundation of Korea, Südkorea
  • seit 2011 Mitglied, Auswahlausschuss „Alexander von Humboldt-Professur – Internationaler Preis für Forschung in Deutschland“, Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn
  • 2011-2012 Mitglied, Stiftungsrat, Georg-August-Universität Göttingen
  • seit 2010 Mitglied, Beirat, Kulturwissenschaftliches Institut Essen
  • 2010-2022 Mitglied, Kuratorium, Deutsches Museum, München
  • 2006-2011 Vorsitzender, Wissenschaftsrat
  • 2005-2011 Mitglied, Wissenschaftsrat
  • 1996-2002 Vorsitzender, Kuratorium, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

  • 2005-2010 Antragsteller, Projekt „Rätselspiele. Edition und Kommentar“, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2004-2011 Leiter, Teilprojekt „Autorität des Nichtigen: Wissensformen und Geltungsansprüche ‚niederen‘ Erzählens im 15. bis 17. Jahrhundert“, Sonderforschungsbereich (SFB) 573, DFG
  • 2004-2006 Sprecher, Internationales Doktorandenkolleg „Textualität in der Vormoderne“, Elitenetzwerk Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, München
  • 2000-2002 Sprecher, Europäisches Graduiertenkolleg (GRK) 625 „Institutionelle Ordnungen, Schrift und Symbole“, DFG
  • 1997-2002 Leiter, Teilprojekt „Institutionalisierung und Geschichtlichkeit der höfischen Literatur des deutschen Mittelalters“, Sonderforschungsbereich (SFB) 537, DFG
  • 1997-1999 Zweiter Sprecher, Sonderforschungsbereich (SFB) 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“, DFG

  • 2025 Hufeland Lecture 2025, Stiftung Allgemeinmedizin, München
  • 2023 Werner-Heisenberg-Medaille, Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn
  • 2022 Fellow, International Science Council
  • 2022 Professor-Niklas-Medaille, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
  • 2021-2022 Fellow, Wissenschaftskolleg zu Berlin
  • 2017-2019 Ehrenpräsident, Paul-Ehrlich-Stiftung, Frankfurt am Main
  • 2017 Rede des Jahres, Seminar für Allgemeine Rhetorik, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • seit 2014 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2013 Mitglied, Academia Europaea
  • seit 2013 Mitglied, acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
  • seit 2012 Mitglied, Academia Scientiarum et Artium Europaea
  • 2012 Dagmar-Westberg-Gastprofessur für Geisteswissenschaften, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • 2011-2012 Senior Research Fellow, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • seit 2010 Mitglied, Bayerische Akademie der Wissenschaften, München
  • 2010 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 2001 Gastprofessor, IVe Section: Sciences historiques et philologiques, École Pratique des Hautes Études, Paris, Frankreich
  • 1992 Jahrespreis für die Habilitationsschrift, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
  • 1989-1991 Habilitationsstipendium, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 1977-1982 Stipendium, Studienstiftung des deutschen Volkes

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