Prof. Dr. Thomas Tüting
- Fachbereich Innere Medizin und Dermatologie
- Ort Magdeburg, Deutschland
- Wahljahr 2025
Forschung
Immunonkologie, Immunpathologie, Krebsimmuntherapien, Melanom, Tumortherapien, Antikörper und Signaltransduktions-Inhibitoren, Biomarker, experimentelle Dermatologie
Thomas Tüting ist ein deutscher Mediziner. Er beschäftigt sich mit dermatologischer Histologie und der Therapie von Hauttumoren, insbesondere des schwarzen Hautkrebses. Schwerpunkte liegen auf der präklinischen und klinischen Entwicklung von Ansätzen der Tumorimmuntherapie und Kombinationstherapien mit immunmodulatorischen Antikörpern und Substanzen, die bestimmte Signalwege in Zellen blockieren. Großer Fokus liegt auf der Analyse der Interaktion von Blutgefäß- und Immunzellen und beteiligten Faktoren, um gezielte Therapieansätze bei Melanomen und weiteren Krebsarten entwickeln zu können.
Die histologische Analyse von Gewebe bei Hautkrebsarten, kombiniert mit Methoden der molekularen Immunpathologie, stand früh im Zentrum der Forschung von Thomas Tüting. Mit seinem Team entwickelt er neue experimentelle Modelle und Methoden, um ein besseres Verständnis über die Rolle des Immunsystems bei der Entstehung bösartiger Tumoren am Beispiel des schwarzen Hautkrebses zu erlangen.
Thomas Tüting widmet sich in seinen Arbeiten vor allem der Immuntherapie, einem Meilenstein bei der Krebsbehandlung. Insbesondere interessiert ihn die Interaktion zwischen Tumor-, Immun- und Gefäßzellen, die bei der Ausbildung von Tochtergeschwülsten ebenso eine Rolle spielen wie bei der Resistenz gegen therapeutische Interventionen. Um die Resistenz zu überwinden, forscht Thomas Tüting an Antikörpern, die an Immun-Checkpoint-Rezeptoren binden. Diese Rezeptoren befinden sich auch auf der Oberfläche von T-Zellen, Zellen der erworbenen Immunabwehr. Allerdings wirken im Krebsgewebe die Checkpoint-Rezeptoren auf die T-Zellen in ihrer Abwehrfunktion wie eine Bremse. Die Entwicklung von Antikörpern, die diese Hemmung aufheben, steht im Fokus von Thomas Tüting. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist jedoch eine ausreichende Anzahl an T-Zellen. Deshalb untersucht die Forschungsgruppe auf zellulärer und molekularer Ebene nach Faktoren, die die Zusammensetzung und Funktion der Blutgefäß- und Immunzellen in Krebsgeweben bestimmen. Durch die Kenntnis dieser Faktoren streben die Forschenden an, die Wirkung der Immuntherapie steuern zu können. Ziel der neueren Ansätze ist es, Blutgefäße in Krebsgeweben so zu verändern, dass Krebszellen besser von Abwehrzellen des Immunsystems erreicht und bekämpft werden können.
Werdegang
- seit 2015 Direktor, Universitätshautklinik, Universitätsklinikum Magdeburg, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- seit 2015 Professor für Dermatologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- 2005–2008 Leiter, Allgemeine Ambulanz, Universitätsklinikum Bonn (UKB), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- 2002–2015 Leiter, Labor für Experimentelle Dermatologie, UKB, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- 2002–2015 Leitender Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, UKB, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- 2002–2015 Leiter, Funktionsbereich Dermatoonkologie, UKB, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- 2001 Professor für Dermatologie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- 2000 Habilitation im Fachgebiet Dermatologie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- 1998–2001 Assistenzarzt, Hautklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- 1995–1997 Research Fellow, Cancer Institute Clinical and Translational Research Center (UPCI-CTRC), Clinical and Translational Science Institute (CTSI), University of Pittsburgh, Pittsburgh, USA
- 1995–1997 Stipendiat, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- 1991–1995 Facharztausbildung Dermatologie, Hautklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz sowie Bundeswehrkrankenhaus München
Funktionen
- 2013-2017 Mitglied, Vorstand, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF), Berlin
Projekte
- 2025-2031 Beteiligter Wissenschaftler, Synergy Grant „VASC-IMMUNE (Targeting the vascular-immune interface to induce anti-tumor immunity“, European Research Council (ERC)
- seit 2022 Antragsteller, Teilprojekt „Rolle des AHR Signalwegs für die UV-induzierte Entstehung und Progression von Melanomen und für die Therapieresistenz“, Forschungsgruppe (FOR) 5489, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
- 2019-2024 Antragsteller, Teilprojekt „Gq/11-gekoppelte GPCR Signalwege in der Pathogenese und Therapie des malignen Melanoms“, FOR 2372, DFG
- 2015-2021 Leiter, Teilprojekt „Lokale Kontrolle der Funktionen von CD4+ T-Zellen im Melanom“, Sonderforschungsbereich (SFB) 854, DFG
- 2012-2018 Beteiligter Wissenschaftler, Exzellenzcluster (EXC) 1023 „Gq/11-gekoppelte GPCR Signalwege in der Pathogenese und Therapie des malignen Melanoms“, DFG
- 2010-2015 Leiter, Teilprojekt „Lokale Kontrolle von Melanozyten-spezifischen CD4+ T Zell Effektorfunktionen in Melanomen“, SFB 704, DFG
- 2009-2014 Leiter, Teilprojekt „Regulation von Zelldifferenzierung und Signaltransduktion durch das Stammzellprotein TRIM71 und durch Cytohesin-Austauschfaktoren in epithelialen Tumoren und in Melanomen“, SFB 832, DFG
- 2009-2014 Leiter, Teilprojekt „Funktionelle Regulation anti-tumoraler zytotoxischer Immunantworten im Mikromilieu primärer Hautmelanome“, SFB 832, DFG
- 2009-2013 Leiter, Teilprojekt „Zentrale Maus Einrichtung“, SFB 832, DFG
- 2008-2016 Antragsteller, Teilprojekt „Regulation CD8+ zytotoxischer Effektor- und Gedächtnis-T-Zellen in der Haut durch antigenpräsentierende Keratinozyten“, FOR 567, DFG
- 2003-2006 Antragsteller, Teilprojekt „The role of the endocannabinoid system in the regulation of cellular immune responses in the skin“, FOR 926, DFG
- 2000-2002 Leiter, Teilprojekt „Entwicklung genetischer Immunisierungsstrategien für die antigenspezifische Immuntherapie des malignen Melanoms“, Sonderforschungsbereich (SFB) 432, DFG
Auszeichungen und Mitgliedschaften
- seit 2025 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- 2015 Roche Posay Photodermatology Research Award, British Photodermatology Group (BPG), London, UK
- 2014 Arnold Rikli-Preis, Jörg Wolff Stiftung, Stuttgart
- 2014 Deutscher Hautkrebspreis, Deutsche Krebsgesellschaft
- 2009 G.K. Steiglederpreis der Dermatopathologie, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Histologie (ADH), Lüdenscheid
- 2006 Translational Research-Preis, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF), Berlin
- 2000 Gedächtnispreis, Erich Hoffmann-Gesellschaft, Bonn