Alena Buyx beschäftigt sich in ihrer Forschung mit medizinethischen Fragen aus der klinischen Praxis, Herausforderungen durch biotechnologische Innovationen sowie mit ethischen und Gerechtigkeitsfragen in modernen Gesundheitssystemen. Dabei verfolgt sie den Ansatz, Ethik von Beginn an in den Entwicklungsprozess neuer Technologien zu integrieren und tritt im Zuge der Debatten um Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI) stets dafür ein, transparente Regulierungen für deren Einsatz zu schaffen. Alena Buyx leistet damit einen wichtigen Beitrag zur verantwortungsvollen Gestaltung der Zukunft unserer Gesellschaft. In ihrer Funktion als Vorsitzende des Deutschen Ethikrates erlangte sie insbesondere während der Coronavirus-Pandemie große Aufmerksamkeit und war „trotz zum Teil massiver Anfeindungen stets präsente Mittlerin, die den Konflikt zwischen staatlichen Schutzmaßnahmen und individuellen Freiheitsrechten verständlich erläutert hat“, heißt es in einer Meldung des Bundespräsidialamtes.
Alena Buyx wurde 2005 an der Universität Münster im Fach Medizin promoviert und schloss ihr Studium der Philosophie und Soziologie ab. In Münster habilitierte sie sich 2013 in Geschichte und Theorie der Medizin. 2014 wurde Buyx auf eine Professur für Medizinethik an die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berufen. Seit 2018 ist sie an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität München tätig, wo sie als Direktorin das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin leitet sowie eine Professur für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien innehat. Im Jahr 2020 ernannte sie der Deutsche Ethikrat zur Vorsitzenden, die sie bis 2024 blieb. Seit 2020 gehört sie der Sektion Wissenschaftsphilosophie der Leopoldina an. Für ihre Verdienste wurde sie zudem mehrfach ausgezeichnet – u. a. mit dem Deutschen Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung (2021) und dem Bayerischen Verdienstorden (2021).
Mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland – der umgangssprachlich auch als Bundesverdienstkreuz bezeichnet wird – erhält Alena Buyx nun die höchste Anerkennung des Bundes für Verdienste um das Gemeinwohl. Mit den Ordensverleihungen lenkt der Bundespräsident die öffentliche Aufmerksamkeit auf hervorragende Leistungen, denen er für das Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Die Auszeichnung anlässlich des diesjährigen Tages der Deutschen Einheit erhält Buyx am 1. Oktober in Schloss Bellevue. Mit ihr werden 12 Frauen und 15 Männer ausgezeichnet, die sich „in herausragender Weise für die Werte der Demokratie einsetzen“ und „35 Jahre nach der Friedlichen Revolution (…) einen wichtigen Beitrag für das gegenseitige Verständnis und den gesellschaftlichen Dialog in der Bundesrepublik“ leisten, so eine Meldung des Bundespräsidialamtes.