Mitglied im Fokus Claudia Höbartner erhält Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2023

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Die Chemikerin Claudia Höbartner wird mit einem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2023 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geehrt. Damit würdigt die DFG ihre Forschung in den Gebieten der organischen und biomolekularen Chemie funktionaler Nukleinsäuren. Claudia Höbartner ist Professorin für Organische Chemie an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg. Der Leopoldina gehört sie seit 2022 in der Sektion Biochemie und Biophysik an.

Claudia Höbartners wissenschaftliches Interesse gilt funktionalen Nukleinsäuren und ihrer Funktion als Biokatalysatoren. Mit deren Hilfe kann der Ablauf biochemischer Reaktionen beschleunigt werden. Ihre Forschung stützt sich auf neuartige chemische Verfahren und Elemente der chemischen Biologie zur Synthese und Markierung modifizierter RNA. Vielbeachtet wurde ihre Veröffentlichung zur ersten Struktur eines DNA-Enzyms, welches eine Verknüpfung von RNA-Strängen katalysiert. Hiermit ermöglichte sie Einblicke in das aktive Zentrum des Katalysators auf atomarer Ebene und leistete so einen bedeutenden Beitrag zur Chemie katalytisch aktiver Nukleinsäuren, heißt es in der Meldung der DFG.

Nach ihrem Studium der technischen Chemie an der Technischen Universität (TU) Wien/Österreich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich/Schweiz war Claudia Höbartner ab 2001 Doktorandin an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck/Österreich. Hier wurde sie 2004 promoviert. Nach einer zweijährigen Tätigkeit als Postdoc an der University of Illinois in Urbana-Champaign/USA wurde sie 2008 zur Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen. 2014 nahm sie zusätzlich ihre erste Chemie-Professur am Institut für Organische und Biomolekulare Chemie der Georg-August-Universität Göttingen an. 2017 folgte der Wechsel an die Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg, wo sie seitdem als Professorin für Organische Chemie tätig ist. Neben ihrer Mitwirkung an zahlreichen Projekten, Kollegs und Exzellenzclustern wurde Claudia Höbartner mit einer Reihe wissenschaftlicher Auszeichnungen bedacht. 2011 erhielt sie den Forschungspreis der Peter und Traudl Engelhorn Stiftung und 2013 den Hellmut-Bredereck-Preis der Hellmut-Bredereck-Stiftung und der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). 2016 wurde ihr der Consolidator Grant des European Research Council (ERC) zuerkannt. Neben ihrer Mitgliedschaft in der Sektion Biochemie und Biophysik der Leopoldina ist Claudia Höbartner auch Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien/Österreich.

Mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis erhält Claudia Höbartner nun den wichtigsten Forschungsförderungspreis in Deutschland. Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergebene Preis würdigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Wissenschaftsgebiete. Das Preisgeld von je 2,5 Millionen Euro können sie bis zu sieben Jahre lang für ihre künftige Forschung verwenden. Unter den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern finden sich mehrere Leopoldina-Mitglieder. In diesem Jahr erhielten neben Claudia Höbartner auch die Leopoldina-Mitglieder Catharina Stroppel, Georg Schett und Stefan Pfister einen Leibniz-Preis.

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