Nachricht Coronavirus-Pandemie: Folgen für Kinder und Jugendliche kompensieren

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Die Coronavirus-Pandemie hat für Kinder und Jugendliche vielfältige Auswirkungen auf deren Bildung, soziale Interaktion, sozioemotionale Entwicklung, körperliche Aktivität sowie auf das psychische Wohlbefinden. Viele Betroffene werden in der Lage sein, die Auswirkungen zu überwinden. Manche dagegen werden mittel- und wahrscheinlich auch langfristig von den erlittenen Defiziten begleitet.

Um diesen zu begegnen, empfiehlt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Ad-hoc-Stellungnahme „Kinder und Jugendliche in der Coronavirus-Pandemie: psychosoziale und edukative Herausforderungen und Chancen“ den Auf- und Ausbau von Unterstützungs- und Bildungsstrukturen. Diese sollten die derzeit bestehenden Ungleichheiten in Bildungs- und Entwicklungschancen nachhaltig adressieren und nicht nur pandemiebedingte Nachteile ausgleichen, sondern die Situation im Vergleich zum Status Quo vor der Pandemie verbessern.

Ungleichheiten und Entwicklungsrisiken gab es bereits vor der Pandemie, vor allem in den Bereichen Bildung, soziale Interaktion, sozioemotionale Entwicklung und körperliche Aktivität. Psychische Störungen verursachten die größte Krankheitslast im Kinder- und Jugendalter. In der heute veröffentlichten Ad-hoc-Stellungnahme werden Ergebnisse aus Studien beschrieben, die auch die Situation vor der Pandemie erfassen und so Informationen über pandemiebedingte Belastungen geben. Auch wenn aufgrund der Dynamik der Situation wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche nur Momentaufnahmen sein können und aufgrund der noch kurzen Beobachtungszeit in ihrer Aussagekraft begrenzt sind, geben sie doch Hinweise darauf, wo kurz-, mittel- und langfristiger Handlungsbedarf besteht.

Auf Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse vor und während der Pandemie empfehlen die Expertinnen und Experten, den Präsenzbetrieb in Bildungseinrichtungen unter Einhaltung geeigneter Schutzmaßnahmen (wie Masken, Hygiene, regelmäßige Tests) wieder durchgängig zu ermöglichen, weil dieser für nahezu alle Kita- und Schulkinder die effektivste Art des Lernens ist. „Vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Delta-Variante ist es unbedingt notwendig, als Schutzmaßnahmen die AHA+L-Regeln und Tests an Schulen aufrechtzuerhalten. In Innenräumen, wo der notwendige Abstand nicht eingehalten werden kann, sollte eine medizinische Maske weiterhin durchgehend getragen werden“, sagt Prof. (ETHZ) Dr. Gerald Haug, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Gleichzeitig soll die digitale Infrastruktur der Bildungseinrichtungen schneller ausgebaut werden.

In Bezug auf Förder- und Lernangebote empfiehlt die Stellungnahme nachhaltige Sprachförderung zum Erlernen der deutschen Sprache durch standardisierte frühe Sprachdiagnostik und den Ausbau von alltagsintegrierter sprachlicher Bildung als festen Bestandteil der Kindertagesbetreuung. In Grundschulen soll die Stundentafel angepasst werden, um vorrangig die Rückstände in den Kernfächern Deutsch und Mathematik aufzuholen. Wichtig sind zusätzliche Förderinstrumente für Schülerinnen und Schüler mit schwächeren Schulleistungen in der Primar- und Sekundarstufe. Zudem sollen Informationsangebote zu Fördermaßnahmen erweitert werden.

Um Gesundheit und motorische Entwicklung besser als bisher zu fördern, empfehlen die Expertinnen und Experten den Ausbau einer bewegungsfördernden Infrastruktur für Kinder und Jugendliche, idealerweise tägliche Bewegungsangebote in Kitas und Schulen und Programme zur Förderung eines gesunden Lebensstils hinsichtlich Ernährung, Schlaf und körperlicher Aktivität. Um Fachkräfte in Kitas und Lehrkräfte in Schulen für psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren, sollen sie fortgebildet und die bestehende Infrastruktur der Schulsozialarbeit ausgebaut werden. Außerschulisch gilt es, evidenzbasierte Maßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Therapie psychischer Störungen des Kindes- und Jugendalters auszuweiten. Die Wartefrist auf einen Therapieplatz soll verkürzt werden, empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

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