Im Februar 2025 hat das Leopoldina-Diskussionspapier „Mehr Freiheit – weniger Regulierung“ Vorschläge für die Entbürokratisierung des Wissenschaftssystems unterbreitet. Die aufgezeigten Handlungsoptionen in fünf definierten Handlungsfeldern wurden ebenso wohlwollend wie kritisch in der Wissenschaft und den Medien diskutiert. Seither hat sich, auch aufgrund der Bundestagswahl 2025 und des damit einhergehenden Regierungswechsels, die Dynamik zum Thema "Entbürokratisierung im Wissenschaftssystem" weiter verstärkt. Mit Blick auf die Initiativen und Aktivitäten verschiedener Akteure aus Politik und der Wissenschaft stellt sich die Frage, an welchem Punkt sich die Umsetzung des Vorhabens "Entbürokratisierung des Wissenschaftssystems" Anfang 2026 befindet. Hierzu tauschte sich die Leopoldina im Rahmen eines ganztägigen Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Politik aus. In den drei Panels diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Politikerinnen und Politkern aus praktischer wie theoretischer Perspektive. Ziel war es, eine Zwischenbilanz zu den bisherigen Anstrengungen von Wissenschaft und Politik zu ziehen, etwaige Leerstellen zu identifizieren, um gemeinsam Lösungsansätze herauszuarbeiten sowie über antizipierte mittelfristige Entwicklungen und deren mögliche Auswirkungen und in diesem Zusammenhang über Möglichkeiten zur Stärkung der Resilienz des Wissenschaftssystems zu sprechen.
Der Workshop fand mit freundlicher Unterstützung durch die Alfried Krupp von Bohlen Halbach-Stiftung statt.
Im Video:
- 00:00:11 Begrüßung (Prof. Dr. Bettina Rockenbach, Präsidentin der Leopoldina)
- 00:06:48 Panel I: „Neue Rahmenbedingungen im Wissenschaftssystem? Auswirkungen interner und externer Initiativen auf die Wissenschaftseinrichtungen“ (Prof. Dr. Bettina Rockenbach, Präsidentin der Leopoldina | Dr. Oliver Fromm, Kanzler der Universität Kassel | Dr. Sabine Helling-Moegen, Geschäftsführerin der Helmholtz-Gemeinschaft | Prof. Dr. Frank Ziegele, Geschäftsführer des Centrum für Hochschulentwicklung | Joachim Ebmeyer, MdB (Mitglied des Bundestagsausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung, CDU/CSU-Fraktion)
- 01:27:50 Panel II: „Fokussierung auf Kernaufgaben? Wissenschaftseinrichtungen zwischen Profilbildung und immer neuen gesellschaftlichen und politischen Anforderungen“ (Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn | Prof. Dr. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung | Prof. Dr. Marietta Auer ML, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie | Susanne Bowen, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Mecklenburg-Vorpommern)
- 02:39:55 Panel III: „Resilienz im Wissenschaftssystem? Zwischen der Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit und Sicherung der Forschungsfinanzierung" (Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz | Sandra Magens, Kanzlerin der Universität Lübeck und Co-Vorständin des Vereins der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten Deutschlands | Prof. Dr. Jörg Niewöhner, Professor für Anthropology & Science, Technische Universität München | Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt)
- 03:46:42 Kommentierendes Résumé und Verabschiedung (Dr. Jens-Peter Gaul, Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz | Prof. Dr. Bettina Rockenbach, Präsidentin der Leopoldina)