Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, warum manche Krebszellen trotz Chemotherapie überleben. Dazu untersucht sie die Anpassungsmechanismen von Tumorzellen, etwa wie diese ihren Stoffwechsel und ihr Wachstum unter Stressbedingungen steuern. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Regulation lebenswichtiger Bausteine wie Aminosäuren – ein Schlüsselmechanismus, der darüber entscheidet, ob Tumorzellen absterben oder überleben.
In den letzten Jahren wurden wichtige Signalwege entschlüsselt, mittels derer sowohl Leukämie- als auch Darmkrebszellen unter Stressbedingungen weiterwachsen können und dadurch resistent gegenüber Chemotherapien werden. Das Verständnis der molekularen Grundlagen dieser Signalwege hilft Laura Hinze und ihrer Arbeitsgruppe, neue zielgerichtete Therapieansätze zu entwickeln.
Laura Hinze studierte Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). 2015 startete sie dort ihre Promotionsarbeit in der Abteilung für pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Von 2017 bis 2019 war sie in Boston/USA im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes am Dana Farber Cancer Institute/Boston Children’s Hospital tätig. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland etablierte sie an der MHH eine Nachwuchsarbeitsgruppe, die sie nach erfolgter ärztlicher Approbation 2021 leitete. 2025 nahm sie einen Ruf auf die Professur „Translationale Pädiatrische Hämatologie und Onkologie“ an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an. Hinze wurde bereits mehrfach für ihre Forschungsleistungen ausgezeichnet, darunter mit dem Forschungspreis 2019 der Walter Schulz Stiftung, dem Vincenz-Czerny-Preis 2020, dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreis 2022 und dem Wissenschaftspreis der Fritz Behrens-Stiftung 2023.
Seit 1993 vergibt die Akademie den Leopoldina-Preis für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der bemerkenswerte wissenschaftliche Leistungen bis zu fünf Jahre nach der Promotion würdigt. Das Preisgeld von 5.000 Euro wird durch den Leopoldina Akademie Freundeskreis finanziert.