Mitglied im Fokus Lothar H. Wieler mit Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt

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Der Veterinärmediziner und Mikrobiologe Lothar H. Wieler erhält das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse – die höchste Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl. Damit wird Wielers Engagement während der Coronavirus-Pandemie gewürdigt, in der er als Präsident des Robert Koch-Instituts regelmäßig über die Entwicklung der Infektionslage informierte, die Bundesregierung beriet und der Bevölkerung Verhaltenshinweise gab. Heute ist Wieler Leiter des Fachgebiets Digital Global Public Health am Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering in Potsdam. Der Leopoldina gehört er seit 2010 an.

Lothar H. Wieler ist Veterinärmediziner, Mikrobiologe und Experte für Global Public Health. Seine Forschung konzentrierte sich zunächst auf die molekulare Pathogenese, genomische Surveillance und Evolution von Infektionserregern, insbesondere von zoonotischen Erregern und antibiotikaresistenten Bakterien. Aufgrund dieser Erfahrungen erweiterte er seine Forschung auf das Gebiet der Öffentlichen (Public Health) und Globalen Gesundheit und konzentrierte sich auf die Prävention von Krankheiten und die Eindämmung von Erregern mit epidemischem und pandemischem Potenzial. Neben Atemwegserregern konzentriert er sich auf antibiotikaresistente bakterielle Infektionen. Wieler forscht nun im Bereich digitale Gesundheit und fokussiert insbesondere auf globale Public Health-Themen. Sein Ziel ist der Abbau gesundheitlicher Ungleichheit durch Förderung von digital Public Health, auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, mit einem besonderen Fokus auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs). Einer breiten Öffentlichkeit wird Wieler während der Coronavirus-Pandemie bekannt. Als damaliger Präsident des Robert Koch-Instituts war er Berater der Bundesregierung und informierte die Bevölkerung über die aktuelle Infektionslage sowie deren zu erwartende Entwicklung.

Wieler studierte Veterinärmedizin an der Freien Universität (FU) Berlin und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, wo er 1988 promoviert wurde. Anschließend forschte er bis 1998 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dort habilitierte er sich 1996 im Fachbereich Veterinärmedizin. Von 1998 bis 2015 war er Professor für Mikrobiologie und Tierseuchenlehre im Fachbereich Veterinärmedizin und Geschäftsführender Direktor am Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen an der FU Berlin. 2015 wurde er Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. 2023 wechselte Wieler ans Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering in Potsdam, wo er nun als Sprecher des dortigen Digital Health Clusters sowie als Leiter des Fachgebiets Digital Global Public Health tätig ist. Darüber hinaus gehört er verschiedenen wissenschaftlichen Gremien an, unter anderem der Global Leaders Group for Antimicrobial Resistance von Weltgesundheitsorganisation (WHO), Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), Weltorganisation für Tiergesundheit (WOHA) und Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Zudem ist Wieler Mitglied der Lancet Commission Health Threats of the 21st Century und der Strategic and Technical Advisory Group on Infectious Hazards with Pandemic and Epidemic Potential (STAG-IH) der WHO. Wieler war zudem Vorsitzender des von der WHO einberufenen Komitees zur Begutachtung der Funktionalität der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR-RC) während der Coronavirus-Pandemie. Die Leopoldina wählte Lothar Wieler 2010 zu ihrem Mitglied in der Sektion Veterinärmedizin. 2021 wechselte er in die Sektion Global Health, deren Senator er seit 2021 ist.

Für seine Forschung wurde der Veterinärmediziner bereits mehrfach geehrt. Neben verschiedenen Ehrendoktorwürden wurde er unter anderem mit dem Hauptpreis der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), dem Walter Frei-Preis der Vetsuisse-Fakultät an der Universität Zürich/Schweiz, der Albrecht-von-Graefe-Medaille der Berliner Medizinischen Gesellschaft (2021), der Ferdinand Cohn Medaille der DGHM, der Goldenen Ehrennadel der FU Berlin (2022) und der Goldenen Verdienstnadel der Charité (2023) ausgezeichnet.

Mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhält Wieler nun die höchste Anerkennung des Bundes für Verdienste um das Gemeinwohl. Mit den Ordensverleihungen lenkt der Bundespräsident die öffentliche Aufmerksamkeit auf hervorragende Leistungen, denen er für das Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Die Auszeichnung wird Wieler am 18. Januar 2024 im Schloss Bellevue verliehen.

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