Charlotte Wendland nimmt in ihren Arbeiten zentrale Herausforderungen moderner Privatrechtsordnungen in den Blick. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Balance zwischen Freiheit und Schutz im Privatrecht – etwa bei Eheschließung, Testament oder Vaterschaftsanerkennung. Im Fokus stehen dabei die Herausforderungen, die sich aus grenzüberschreitenden Lebensverhältnissen und dem gesellschaftlichen Wandel ergeben. Ein zentrales Thema ihrer Arbeit ist die Frage, wie das Recht individuelle Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet, aber auch notwendige Grenzen setzt. In ihrer Dissertation „Will Substitutes im Europäischen IPR“ untersuchte sie, wie Menschen über ihr Vermögen auch über den Tod hinaus außerhalb des Erbrechts verfügen können und welche Schutzinteressen dabei zu berücksichtigen sind.
Aktuell widmet sich Wendland der rechtlichen Regulierung von Paarbeziehungen und Familiengründung, etwa durch assistierte Reproduktion. In ihrem Habilitationsprojekt „Warum Ehe?“ fragt sie, ob und wie das geltende Eherecht noch zu den Lebensrealitäten moderner Partnerschaften passt – und entwickelt Reformvorschläge, die gesellschaftliche Vielfalt und individuelle Freiheit stärker berücksichtigen. Kennzeichnend für Wendlands wissenschaftliche Arbeit ist die bewusste Überschreitung disziplinärer Grenzen: Sie verbindet juristische Analyse mit Erkenntnissen aus Soziologie, Demographie und Ökonomie und sucht gezielt den internationalen Austausch.
Wendland studierte Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg, wo sie auch die erste juristische Staatsprüfung ablegte. 2022 wurde sie an der Universität Hamburg promoviert. Ein Jahr später legte sie die zweite juristische Staatsprüfung ab. Wendland absolvierte ein Auslandsstudium und einen Forschungsaufenthalt an der Universität Oxford/UK. Seit 2024 ist sie Akademische Rätin auf Zeit und Habilitandin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.