Stefanie Dehnen ist promovierte Chemikerin und Materialforscherin. Sie beschäftigt sich mit der Synthese sowie der experimentellen und quantenchemischen Untersuchung von Cluster- und Netzwerkverbindungen. Clusterverbindungen – also chemischen Verbindungen, in denen mehrere Atome eng zusammengebunden sind und eine kleine, oft dreidimensionale Gruppe bilden – können zur Lösung entscheidender Zukunftsprobleme wie Energietransfer und -speicherung oder nachhaltige Synthese beitragen. Die größte Herausforderung im Bereich der Clusterchemie ist deren kontrollierte Synthese, womit die Arbeitsgruppe von Stefanie Dehnen die moderne Clusterchemie seit einigen Jahren weltweit prägt. Sie entwickeln Cluster gezielt, indem sie verschiedene Elemente in Form von chemischen Bausteinen kombinieren, um ihre Eigenschaften – wie Stabilität, Reaktivität oder Leuchtverhalten – genau anzupassen.
Nach ihrem Chemiestudium an der Universität Karlsruhe, dem heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT), wurde Stefanie Dehnen dort 1996 promoviert und war anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Nach der Habilitation 2004 blieb sie dort als Privatdozentin, bis sie 2005 dem Ruf auf eine Professur für Anorganische Chemie an der Philipps-Universität Marburg folgte, wo sie bis 2022 tätig war. Seit 2022 ist sie geschäftsführende Direktorin des Instituts für Nanotechnologie am KIT. Außerdem steht sie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) für die Amtszeit 2024-2025 als Präsidentin vor. Mit Mitgliedschaften in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (beide seit 2016), der European Academy of Sciences (seit 2019), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschafte (seit 2022) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (seit 2024) gehört Stefanie Dehnen zudem einer Reihe verschiedener Gelehrtengesellschaften an. Die Leopoldina nahm sie 2020 in die Sektion Chemie auf. Stefanie Dehnen ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden. 2005 war sie Heisenberg-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und erhielt im gleichen Jahr den Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg. 2020 gewann sie den Alfred-Stock-Gedächtnispreis der GDCh. 2022 zeichnete sie die DFG mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis aus – dem wichtigsten Forschungsförderungspreis in Deutschland. Zudem erhielt sie im gleichen Jahr einen Advanced Grant des European Research Council (ERC).
Der Hector Wissenschaftspreis wird seit 2009 jährlich von der Hector Stiftung vergeben und ist mit 150.000 Euro dotiert. Er würdigt Professorinnen und Professoren deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen für ihre herausragenden Forschungsleistungen und ihr besonderes Engagement in der Lehre und in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit u. a. Magdalena Götz, Klaus-Robert Müller (beide 2023), Christian Haass (2022), Patrick Cramer (2020), Ralf Bartenschlager (2016) und Peter Hegemann (2015) waren in der Vergangenheit bereits mehrere Leopoldina-Mitglieder unter den Preisträgerinnen und Preisträgern. 2024 erhält neben Stefanie Dehnen auch Leopoldina-Mitglied Matthias H. Tschöp den Hector Wissenschaftspreis.
Mitglied im Fokus Stefanie Dehnen mit Hector-Wissenschaftspreis 2024 ausgezeichnet
Für ihre herausragenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet der anorganischen Chemie erhält die Chemikerin und Materialforscherin Stefanie Dehnen den mit 150.000 Euro dotierten Hector Wissenschaftspreis 2024. Die Weinheimer Hector Stiftung würdigt damit ihren anspruchsvollen Forschungsansatz, in dem sie sogenannte Clusterverbindungen herstellt, die als Ausgangspunkt für innovative Funktionsmaterialien fungieren. Mit ihrem Ansatz gelten Stefanie Dehnen und ihre Arbeitsgruppe seit einigen Jahren als prägend für die moderne Clusterchemie. Dehnen ist Professorin für Informationsbasiertes Materialdesign und Nanowissenschaften sowie für Anorganische Chemie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Der Leopoldina gehört sie seit 2020 an.