Nachricht Warum geschlechtersensible Medizin Leben rettet: Leopoldina-Vorlesung mit Gendermedizinerin Ute Seeland

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Frauen sterben an ihrem ersten Herzinfarkt deutlich häufiger als Männer. Eine mögliche Ursache ist, dass der Infarkt bei Frauen seltener als solcher erkannt wird, denn die Symptome sind oft andere als bei Männern. In der Medizin ist es wichtig, die Geschlechterunterschiede zu kennen, um Krankheiten richtig zu diagnostizieren und zu behandeln. Die Gendermedizinerin Ute Seeland rückt dieses Thema in den Fokus. Am Mittwoch, 17. Juni spricht sie an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) über ihre Forschung und ihre Arbeit als Leiterin der deutschlandweit ersten Hochschulambulanz für geschlechtersensible Medizin. Zuvor erhalten neue Mitglieder der Leopoldina ihre Mitgliedsurkunden.

Prof. Dr. Ute Seeland ist Fachärztin für Innere Medizin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und hat dort seit 2024 die erste Professur für geschlechtersensible Medizin in Deutschland inne. Die geschlechtersensible Medizin verfolgt einen systembiologischen Ansatz. Dabei werden biologische Faktoren, also Geschlecht, Hormonstatus, Anatomie und Physiologie gemeinsam mit soziokulturellen Faktoren wie Bildung, ökonomischem Auskommen und Diskriminierungsfaktoren betrachtet. In ihrem Vortrag wird Ute Seeland erklären, wie dieser Ansatz in ihrer Hochschulambulanz umgesetzt wird. Darüber hinaus wird sie zeigen, wie Geschlechterunterschiede in der Forschung, beispielsweise in klinischen Studien, so analysiert und aufbereitet werden können, dass eine gleichberechtigte und optimierte Versorgung aller Geschlechter hergestellt werden kann. Denn immer noch werden Frauen bei der Medikamentenentwicklung und in Studien zu neuen Therapieverfahren nicht ausreichend berücksichtigt.

Vor der Leopoldina-Vorlesung überreicht Leopoldina-Präsidentin Prof. Dr. Bettina Rockenbach um 17:30 Uhr Akademie-Mitgliedern der Klasse III – Medizin ihre Urkunden. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, der Eintritt ist frei.

Am Folgetag der Leopoldina-Vorlesung, am Donnerstag, 18. Juni, geben Mitglieder der Klasse III – Medizin in ihrem Fachsymposium Einblicke in „Neueste Erkenntnisse aus der Medizin“. Unter anderem spricht der Mediziner Prof. Dr. Ibrahim Abubakar darüber, wie die Verbreitung der Tuberkulose gestoppt werden kann. Die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Clare Bambra berichtet über ungleiche Chancen auf Gesundheit während der Coronavirus-Pandemie. Die Psychologin Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer gibt einen Einblick in die COPSY-Studie, in der die Auswirkungen und Folgen der COVID-19-Pandemie sowie weiterer globaler Krisen auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen in Deutschland untersucht werden.

Sowohl die Vorlesung am 17. Juni als auch das Symposium am Folgetag werden von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt als Fortbildungsveranstaltungen anerkannt. 
 

Zu den Veranstaltungen

Vorträge & Diskussionen 17. Juni 2026 | 17:30 - 19:45 Geschlechtersensible Medizin – wieso, weshalb, warum? ▸

Hauptgebäude der Leopoldina

Geschlechtersensible Medizin – wieso, weshalb, warum?

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