Die gemeinsame Erklärung betont die Bedeutung von Wissenschaft und Innovation für Europas Zukunft. Bis zum Start des neuen Forschungsrahmenprogramms FP10 sollte Europa deshalb konkrete Hindernisse der „fünften Freiheit“ abbauen, um den freien Austausch von Wissen, Talenten, Daten, Infrastrukturen, Technologien, Kapital und Ideen innerhalb Europas zu ermöglichen. Wissenschaft muss außerdem auskömmlich finanziert sein. Die Erklärung verweist darauf, dass die EU-Mitgliedstaaten 3 % des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Innovation investieren sollten. Es dürfe zudem keine Budgetkürzungen beim derzeit verhandelten neuen Forschungsrahmenprogramm FP10 geben. Die beteiligten Organisationen schlagen außerdem vor, dass die Förderung von Forschung und Innovation zukünftig mit weniger Bürokratie und dafür einer höheren Flexibilität umgesetzt wird.
Die gemeinsame Erklärung weitet aber auch den Blick über Europas Grenzen hinaus. So sollte Europa attraktiv für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt werden. Talente von außerhalb der EU sollten angeworben, Talente innerhalb der EU in Europa gehalten und allen eine langfristige Perspektive für Forschung und Innovation in Europa gegeben werden. Die Partnerschaft mit Nicht-EU-Ländern, die mit dem Horizon-Programm assoziiert sind, sollte gefestigt und ausgebaut werden. Die Erklärung betont aber auch, dass bei sicherheitsrelevanter Forschung, Datenzugängen und geistigem Eigentum ein den globalen Herausforderungen angemessenes Risikobewusstsein entstehen muss. Forschungssicherheit und Risikomanagement müssen ernst genommen werden, ohne die weltweite wissenschaftliche Zusammenarbeit zu verhindern.
„Brussels Messages” ist die Abschlusserklärung der Konferenz „Towards the European Fifth Freedom and Global Competition: Voices from Science“, die am 29. Juni 2026 in Brüssel stattfand. Die Erklärung wurde von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, dem Wissenschaftlichen Rat des Europäischen Forschungsrats, der Königlich Niederländischen Akademie der Künste und Wissenschaften, der Slowakischen Akademie der Wissenschaften, der Finnischen Akademie der Wissenschaften und Literatur sowie der Zyprischen Akademie der Wissenschaften, Literatur und Künste ausgearbeitet.