Vor den Toren der Stadt Halle liegt der Permakulturhof Biophilja. Dort, wo vor mehr als 100 Jahren Braunkohle gefördert wurde, bewirtschaften seit 2018 René und Sabine Thielicke mit ihrem Team mehr als 20 Hektar Grünland und Äcker, betreiben Agroforst, halten rund 700 Hühner und immer mal wieder eine Ziegenherde.
Über dem Gelände schaukelt an einem kühlen Nachmittag Anfang April elegant ein Rotmilan, während René Thielicke rund 25 junge Erwachsene begrüßt, die auf Einladung der Leopoldina in der Zukunftswerkstatt „Landwende: Wie wollen wir leben?“ ihre Visionen für eine ideale Form der Landnutzung entwickeln wollen. Die Exkursion bietet einen Einblick in eine besondere Form der Landwirtschaft: Permakultur hat den Anspruch, den Boden möglichst nachhaltig zu nutzen und die Kreisläufe der Natur zu beachten. Die Ausführungen des Landwirts zeigen aber auch den schwierigen Spagat, den eine solche Landnutzung verlangt: auf der einen Seite Klima- und Artenschutz berücksichtigen, auf der anderen Seite der nicht zu verleugnende ökonomische Druck, seinen Mitarbeitenden sowie seiner Familie und ihm ein faires Einkommen zu erwirtschaften. Könnte so eine ideale Form der Landnutzung aussehen?