Datengetriebene Demenzprävention (2026)
Herausgegeben von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften
Stellungnahme
- Degenerative Erkrankung
- Prävention
- Medizinforschung
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Demenz stellt uns als Gesellschaft bereits heute vor große Herausforderungen: Belastungen für Betroffene und Angehörige sind hoch, Aufwände in Gesundheitssystem und Pflege sowie direkte und indirekte Kosten für die Wirtschaft enorm. Eine ursächliche Behandlung oder Heilung von Demenz ist bislang nicht möglich, jedoch bieten präventive Maßnahmen ein immenses Potenzial zur Linderung der Krankheitslast. Die Forschung macht deutlich: Viele Demenzfälle sind auf beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen. Werden diese reduziert, sinkt sowohl das Krankheitsrisiko als auch die Schwere der Demenz. Einige Indikatoren können bereits 20 bis 30 Jahre vor dem Auftreten einer Demenz auf ein erhöhtes Erkrankungsrisiko hinweisen.
Die Stellungnahme fasst den aktuellen Wissensstand zur Prävention von Demenzen zusammen. Mit einem datengetriebenen Ansatz lassen sich zukünftig präventive Potenziale besser heben, durch zunehmende Technologie- und Datennutzung sind sowohl eine individualisierte Verhaltensprävention als auch eine gesundheitsfördernde Gestaltung des gesellschaftlichen Rahmens (Verhältnisprävention) ableitbar. Die Stellungnahme liefert Handlungsansätze und adressiert unter anderem die unentbehrliche Datenverfügbarkeit sowie offene Forschungsfragen. Effektive Präventionsmaßnahmen erfordern veränderte politische Rahmenbedingungen, insbesondere eine langfristige Finanzierung und eine verstärkte interministerielle Zusammenarbeit. Demenzprävention ist als Teil einer Gesamtstrategie zur Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung zu sehen.