Prof. Dr. Rohini Kuner

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  • Fachbereich Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie
  • Ort Heidelberg, Deutschland
  • Wahljahr 2019

Forschung

Forschungsschwerpunkte: Chronische Schmerzen, neurale Bahnen, neurologische Krankheiten, molekulare Pharmakologie, synaptische Plastizität, Schmerzsignalweiterleitung

Rohini Kuner ist eine deutsche Pharmakologin. Ihre Arbeiten zu Mechanismen, die chronischen Schmerzen zugrunde liegen, haben sie international bekannt gemacht. Insbesondere erforscht sie, wie die krankheitsbezogene Plastizität in Schmerzbahnen entsteht und wie Stoppmechanismen funktionieren. Ihre Erkenntnisse zu den Mechanismen der Schmerzweiterleitung und -übertragung auf das zentrale Nervensystem bilden eine wichtige Grundlage für neue therapeutische Entwicklungen.

Nach aktuellen demografischen Studien leidet jeder fünfte Mensch in Europa an chronischen Schmerzen. Viele entzündliche, neuropathische, neurodegenerative, virale sowie Krebs-assoziierte Erkrankungen gehen mit Schmerz einher. Anhaltende Schmerzen haben einen tiefgreifenden Einfluss, sie bestimmen oft den Alltag, mindern die Lebensqualität und machen häufig arbeitsunfähig. Außerdem verursachen sie höhere Gesundheitskosten als Krebs- und Herzerkrankungen zusammen.

Rohini Kuner erforscht die molekularen Grundlagen von Schmerzkrankheiten und zielt dabei auf systemische Ansätze. Sie interessiert sich dafür, wie Schmerzsignale weitergeleitet und auf das zentrale Nervensystem übertragen werden. Aus ihren Erkenntnissen, wie Schmerzen chronisch werden, entwickelt sie neue therapeutische Ansätze. Insbesondere erforscht Rohini Kuner die Neuroplastizität, das heißt wie sich die Verbindungen im Nervensystem nach Entzündungen oder Verletzungen verändern. Mit ihrem Team ergründet sie, wie die krankheitsbezogene Plastizität in Schmerzbahnen entsteht und wie Stoppmechanismen funktionieren. Sie identifiziert verantwortliche Moleküle und untersucht die funktionellen Konsequenzen von molekularen Störungen auf der Ebene synaptischer Prozesse, der Aktivität einzelner Neuronen und sensormotorischer Netzwerke. Dafür nutzt das Team um Rohini Kuner neurogenetische und optogenetische Techniken oder Methoden wie In-vivo-Bildgebung und dreidimensionale Elektronenmikroskopie.

Der Schwerpunkt der Arbeiten von Rohini Kuner liegt dabei auf Schmerzkrankheiten, die klinisch bedeutend und schwierig zu therapieren sind, wie zum Beispiel neuropathische Schmerzen, Schmerzen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) oder bei Metastasen. Sie sucht nach Faktoren, die von den Tumoren freigesetzt werden und sensorische Nerven aktivieren oder funktionell verändern. Ziel sind neue Angriffspunkte für Therapien. Des Weiteren beschäftigt sie sich mit neuropathischen Schmerzen, die nach der bei der falschen Verschaltung durchtrennter Nerven während der Regeneration entstehen.

Schmerz basiert nicht nur auf der Bearbeitung sensorischer Reize, sondern hat starke emotionale und kognitive Komponenten. Diese Multidimensionalität ist bei der Chronifizierung von Schmerz von enormer Bedeutung, da negative affektive Zustände wie Angst, Stress oder Depressionen zur Potenzierung des Schmerzgefühls führen und die Therapie erschweren. Ein Kerngebiet der aktuellen Forschung der Gruppe um Rohini Kuner ist die Identifizierung der beteiligten Hirnschaltkreise, die emotionale Komponenten des Schmerzes vermitteln und die Verstetigung des Schmerzes fördern.

  • seit 2009 Direktorin, Pharmakologisches Institut, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg
  • seit 2009 Leiterin, Abteilung für Molekulare Pharmakologie, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg
  • seit 2006 Professur für Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg
  • 2005 Habilitation für das Fach Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg
  • 2002-2006 Leiterin, Emmy Noether-Nachwuchsgruppe, Pharmakologisches Institut, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg, Emmy Noether-Programm, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • 2000-2001 Wissenschaftliche Angestellte, Pharmakologisches Institut, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg
  • 1998-2000 Laborleiterin, BASF-LYNX AG, Heidelberg
  • 1995-1998 Postdoktorandin, Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH), Heidelberg
  • 1995-1998 Postdoktorandin, Max-Planck-Institut für medizinische Forschung, Heidelberg
  • 1991-1994 Promotion in Pharmakologie und Toxikologie, Department of Pharmacology, College of Medicine, University of Iowa, Iowa City, USA
  • 1987-1991 Studium der Pharmazeutischen Technologie, University of Mumbai, Mumbai, Indien

  • seit 2023 Forschungsdekanin, Medizinische Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg
  • seit 2023 Mitglied, Panel „Qualitative Evaluation of completed projects funded by the European Research Council“, European Research Council (ERC)
  • seit 2023 Mitglied, Beirat, Institut für Medizintechnologie, Universität Heidelberg sowie Technische Hochschule Mannheim (IMT)
  • seit 2022 Mitglied, Auswahlausschuss, Junge Akademie, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • seit 2021 Mitglied, Board of Directors, Feldberg Foundation: For Anglo-German scientific exchange, London, UK
  • 2021-2023 Mitglied, Scientific Advisory Board, Institute of Psychiatry and Neuroscience of Paris, University Paris Descartes (UMR-S 1266), Paris, Frankreich
  • seit 2020 Botschafterin für ALBA Network (Towards Diversity and Equity in Brain Sciences), Federation of European Neuroscience Societies (FENS)
  • 2019, 2017, 2015 Mitglied, Review Panel „Starting Grants - Life Sciences 5“, ERC
  • seit 2018 Mitglied, Universitätsrat, Universität Heidelberg
  • seit 2016 Vorsitzende, Vorstand, Chica und Heinz Schaller Foundation, Heidelberg
  • 2015-2016 Vorsitzende, International Task Force „Research Consortia“, International Association for the Study of Pain (IASP)
  • seit 2015 Sprecherin, Sonderforschungsbereich (SFB) 1158 „Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktions-Merkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation“, DFG
  • seit 2013 Wissenschaftliche Direktorin, Interdisciplinary Neurobehavioural Core (INBC), Universität Heidelberg
  • 2013-2019 Mitglied, Fachkollegium „Neurowissenschaften“, DFG
  • 2013-2019 Mitglied, Emmy Noether-/Heisenberg-Programm Ausschuss, DFG

  • 2025-2030 Principal Investigator, Advanced Grant „PAIN ENSEMBLES Uncovering the cortical cellular basis of specificity and chronicity of pain“, ERC
  • seit 2019 Leiterin, Teilprojekt „Adrenerge Rezeptoren auf Gliazellen bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen“, SFB 1158, DFG
  • seit 2015 Leiterin, Teilprojekt „Multiskalen-Analyse der strukturellen Plastizität im sekundären motorischen Kortex“, SFB 1158, DFG
  • seit 2015 Leiterin, Teilprojekt „Modulationen oszillatorischer Hirnrhythmen und ihrer GABAergen Grundlagen zur Linderung von Schmerz“, SFB 1158, DFG
  • seit 2015 Leiterin, Teilprojekt „Zelluläre Grundlagen und Mechanismen der Rolle des präfrontalen Kortex in Nozizeption und chronischem Schmerz“, SFB 1158, DFG
  • 2015-2019 Leiterin, Teilprojekt „Neuronale Ensembles für distinkte Reizmodalitäten im somatosensorischen Kortex der Maus“, SFB 1134, DFG
  • 2014-2023 Leiterin, Teilprojekt „Die funktionelle Rollen und Mechanismen ROS-abhängiger Sumoylation bei diabetischer Neuropathie“, SFB 1118, DFG
  • 2012-2015 Leiterin, Teilprojekt „Mechanismen struktureller Plastizität in Netzwerken des Vorderhirns und Angstgedächtnis“, SFB 636, DFG
  • 2012-2018 Principal Investigator, Advanced Grant „PAIN PLASTICITY The molecular and cellular basis of structural plasticity and reorganisation in chronic pain“, ERC
  • 2010-2018 Beteiligte Wissenschaftlerin, Exzellenzcluster (EXC) 81 „Zelluläre Netzwerke: Von der Analyse molekularer Mechanismen zum quantitativen Verständnis komplexer Funktionen“, DFG
  • 2009 Leiterin, Forschungsgroßgeräte „In vivo Multiphoton Imaging System“, DFG
  • 2008-2013 Antragstellerin, Projekt „Funktionelle Relevanz der AMPA-Rezeptoren an peripheren Nerven und Vorderhirnneuronen bei der Schmerzchronifizierung“, DFG
  • 2008-2013 Antragstellerin, Projekt „Die funktionelle Bedeutung von Proteinkinase G1-abhängigen Mechanismen bei chronischem Schmerz“, DFG
  • 2007-2019 Beteiligte Wissenschaftlerin, Graduiertenschule (GSC) 249 „Die Hartmut Hoffmann-Berling Internationale Graduiertenschule für Molekular- und Zellbiologie Heidelberg“, DFG
  • 2006-2019 Beteiligte Wissenschaftlerin, Exzellenzcluster (EXC) 81 „Zelluläre Netzwerke: Von der Analyse molekularer Mechanismen zum quantitativen Verständnis komplexer Funktionen“, DFG
  • 2005-2009 Antragstellerin, Teilprojekt „Molekulare Grundlagen der endogenen Hemmmechanismen gegen die Chronifizierung des Schmerzes“, Klinische Forschungsgruppe (KFO) 107, DFG
  • 2003-2011 Leiterin, Teilprojekt „Wechselwirkungen von Semaphorin-plexin-B in der Steuerung von neuronaler Spezifikation und Konnektivität“, SFB 488, DFG
  • 2001-2006 Antragstellerin, Projekt „Molekulare Mechanismen synaptischer Plastizität bei chronischem Schmerz“, DFG

  • 2023 Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, DFG
  • seit 2019 Mitglied, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
  • 2018 PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis, PHOENIX Pharma SE, Mannheim
  • 2018 Feldberg Prize, Feldberg Foundation: For Anglo-German scientific exchange, London, UK
  • 2017 Novartis-Preis für therapierelevante pharmakologische Forschung, Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung, Nürnberg
  • 2017 Heidelberg Molecular Life Sciences Investigator Award, Universität Heidelberg
  • 2016, 2014 Universitätsforschungspreis, Universität Heidelberg
  • seit 2015 Mitglied, Academia Europea
  • 2010 Pat Wall International Young Investigator Award, International Association for the Study of Pain (IASP)
  • 2007 Ingrid zu Solms Wissenschaftspreis für Medizin, Ingrid zu Solms-Stiftung, Frankfurt am Main
  • 2007 Förderpreis für Schmerzforschung, Deutsche Gesellschaft für Studium des Schmerzes
  • 2006 Bergius-Kuhn-Meyerhof Nachwuchswissenschaftlerpreis, Rotary Club Heidelberg
  • 2006 Förderpreis, Chica und Heinz Schaller Foundation, Heidelberg
  • 2005 Rudolf-Buchheim-Preis, Deutsche Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie

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