Prof. Dr. Selman Waksman (✝︎)

Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1952

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  • Ort New Brunswick, NJ, Vereinigte Staaten
  • Wahljahr 1932

Forschung

Selman Waksman war ein US-amerikanischer Biochemiker russischer Herkunft. Er forschte unter anderem zur Mikrobiologie des Bodens, insbesondere zur Schwefeloxidation durch Bakterien, zur Bodenfruchtbarkeit, zur Aufspaltung tierischer und pflanzlicher Reststoffe sowie zur Produktion und zu den Eigenschaften antibiotischer Substanzen. Er prägte den Begriff „Antibiotikum“. 1940 isolierte er das Antibiotikum und Zytostatikum Actinomycin A. Es folgten weitere antibiotische Substanzen, darunter 1943 Streptomycin. Für die Entdeckung des Streptomycins, des ersten Antibiotikums gegen Tuberkulose, wurde er 1952 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

Selman Waksman wurde am 20. Juli 1888 als Sohn jüdischer Eltern – Jacob Waksman und dessen Frau Fradia London – in Nowa Pryluka in der Nähe von Kiew im damaligen Russischen Zarenreich geboren. Er besuchte das fünfte Gymnasium in Odessa. 1910 emigrierte er wegen der politischen Verhältnisse und der anhaltenden Judenverfolgung in Russland in die Vereinigten Staaten. 1916 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Waksman war verheiratet. Das Paar bekam 1919 den Sohn Byron, der später am zur University of Chicago gehörenden Marine Biological Laboratory als Professor tätig war.

Selman Waksman starb am 16. August 1973 in Woods Hole (Massachusetts). Ihm zu Ehren vergibt die National Academy of Sciences der Vereinigten Staaten seit 1968 alle zwei Jahre den Selman A. Waksman Award in Microbiology.

Selman Waksman studierte, ausgestattet mit einem Stipendium, Landwirtschaft am Rutgers College (heute: Rutgers University) in New Jersey in den USA. Dort erwarb er 1915 den Bachelor of Science und 1916 den Master of Science. Im Anschluss ging er an die University of California nach Berkeley, wo er 1918 im Fach Biochemie promovierte. Danach ging er zurück ans Rutgers College, wo er 1930 eine Professur erhielt. 1940 wurde er Direktor des dortigen Instituts für Mikrobiologie.

In den folgenden Jahren wurden in dieser Einrichtung unter seiner Leitung mehrere Antibiotika entdeckt. Darunter war 1944 Streptomycin – das erste Antibiotikum, das gegen Tuberkulose wirkte. 1940 übernahm Waksman außerdem die Leitung der Abteilung für Meeresbakteriologie an der Woods Hole Oceanographic Institution in Woods Hole (Massachusetts). 1958 wurde er emeritiert.

Für seine Arbeiten erhielt Waksman zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter den Amory Prize der American Academy of Arts and Sciences (1947), Albert Lasker Award for Basic Medical Research (1948), Leeuwenhoek Medal sowie Ernennung zum Commander der französischen Ehrenlegion durch den Premierminister Charles de Gaulle (beide 1950). 1952 wurde er bei einer Umfrage zu einer der 100 bedeutendsten Personen gewählt.

Er war Mitglied von Akademien und wissenschaftlichen Einrichtungen, darunter der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1932), der National Academy of Sciences sowie der American Academy of Arts and Sciences (1949).

Selman Waksman befasste sich über viele Jahre mit chemischen und biologischen Prozessen im Boden. Dazu sammelte und analysierte er Proben aus verschiedenen Schichten und isolierte und kultivierte die darin gefundenen Mikroorganismen.

Ab 1939 befasste er sich mit der Entwicklung von Antibiotika. 1940 gelang es ihm, aus Bodenbakterien das Antibiotikum Actinomycin A zu isolieren. Es folgte neben weiteren Substanzen 1943 das Antibiotikum Streptomycin, das wegen seiner Wirkung gegen die weit verbreitete Tuberkulose von großer Bedeutung war. Das bereits entdeckte Penicilin war gegen diese Erkrankung wirkungslos.

Streptomycin wurde erstmals im Oktober 1943 von Waksmans Assistenten, dem damals 23-jährigen Studenten Albert Schatz, aus Proben gewonnen, die dieser aus dem Erdreich vor dem Labor entnommen hatte. Waksman beanspruchte diese Entdeckung für sich und wurde dafür 1952 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

Bereits 1950 kam es zum Rechtsstreit zwischen Schatz und Waksman sowie der Rutgers University. Die beiden letztgenannten erzielten hohe Summen aus der Verwertung der Forschungsergebnisse. Vor Gericht sagte Waksman aus, Schatz habe die Labortagebücher gefälscht. Außerdem seien diese zwischenzeitlich verschwunden. Dem schenkte das Gericht seinerzeit Glauben. Nach einem einjährigen Rechtsstreit erzielten die streitenden Parteien eine Einigung: Schatz wurde als Mit-Entdecker des Streptomycins anerkannt und an den Erlösen beteiligt.

Inzwischen wurde das von Waksman zuvor als „verschwunden“ bezeichnete Labortagebuch in einem Archiv der Rutgers University gefunden. Dadurch haben sich Hinweise darauf verdichtet, dass Waksman vor Gericht wissentlich die Unwahrheit gesagt haben könnte.

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