Internationalität spielte in der Leopoldina schon früh eine wichtige Rolle: Bereits im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts wurden die ersten ausländischen Mitglieder aufgenommen. Darunter auch der 1633 im italienischen Carpi bei Modena geborene Bernardino Ramazzini. Er war Arzt und gilt heute als Pionier der Arbeitsmedizin. Als einer der ersten beschrieb er Berufskrankheiten – nicht nur bei Männern, sondern auch bei Frauen. 1693 wurde er in die Leopoldina aufgenommen; ein handgeschriebener Brief aus Modena vom 25. Mai 1693 zeugt von seiner Korrespondenz mit dem damaligen Leopoldina-Präsidenten Lucas Schroeck.
Ausgehend von Ramazzinis Beispiel sprechen Dr. Danny Weber und Daniela Schmidt in dieser Folge über die internationale Vernetzung in der Wissenschaft. Wissenschaftlicher Fortschritt, Innovationen und Durchbrüche sind ohne internationale Zusammenarbeit kaum vorstellbar. Zu Gast ist Dr. Ruth Narmann, Leiterin der Abteilung Internationale Beziehungen der Leopoldina. Sie erklärt, wie die Leopoldina als Nationalakademie die deutsche Wissenschaft im Ausland vertritt, sich an Politikberatung auf internationaler Ebene beteiligt und diplomatische Prozesse begleitet. Wie Wissenschaft gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten als vertrauensbildende Kraft wirken kann, erfahren Sie in dieser Folge.
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Der Podcast 1652
1652 ist das Gründungsjahr der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Sie ist damit die älteste, dauerhaft existierende naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt. Im gleichnamigen Podcast tauchen Dr. Danny Weber, Leiter der Abteilung Forschungsbibliothek und Wissenschaftsreflexion der Leopoldina, und Daniela Schmidt, freie Journalistin und Moderatorin, tief in die Geschichte der Leopoldina ein und heben Schätze aus mehreren Jahrhunderten Wissenschafts-geschichte. In jeder Folge holt Dr. Weber ein historisches Objekt aus den Beständen des Archivs und der Bibliothek der Akademie. Das kann eine kaiserliche Urkunde aus dem 17. Jahrhundert sein, die erste Wissenschaftszeitschrift der Welt oder ein handgeschriebener Lebenslauf von Albert Einstein. Diese Objekte verraten uns nicht nur viel über die Geschichte der Leopoldina und über die Wissenschaft von früher – wir können von ihnen auch viel darüber lernen, wie heute geforscht und publiziert wird.